Was wird bei einer Betriebsprüfung geprüft?

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Deiner Beschreibung nach macht Deine Cousine eine Einnahme-Überschußrechnung. Das ist die einfache Form der Buchführung, die bis zu 600.000 € Jahresumsatz bzw. 60.000 € Betriebsgewinn gemacht werden kann.

Geprüft wird der lückenlose Nachweis der Zahlungseingänge: wurde bei Zahlungseingang XYZ auch eine ordnungsgemäße Rechnung bzw. Liquidation erstellt?

Ferner wird bei den Ausgaben geprüft, ob es keine unzulässige Verquickung betrieblicher Ausgaben mit Privatentnahmen gibt, also z.B. Privatanteil der Telefonnutzung, Kfz-Nutzung usw. - Die Abgrenzung betrieblicher Aufwendungen von Privatentnahmen wird genau untersucht. Das ist insbesondere zu beachten, wenn die eigene Wohnung gleichzeitig die Betriebsstätte ist.

Belege müssen natürlich vorliegen, also Einkaufsrechnungen (werden nicht viel sein, denn es ist ja kein Handelsbetrieb), z.B. Telefonrechnungen, ggf. Raumkosten, Kfz-Kosten, ggf. Kfz-Fahrtenbuch usw.

Ausgangsrechnungen werden mit den Zahlungseingängen verglichen. Daß hierbei die Namen der Rechnungsempfänger, also der Klienten, sichtbar werden, ist unvermeidbar. Die Prüfer unterliegen natürlich der Schweigepflicht.

Ob ein Klient nun wirklich in Behandlung war oder nicht, kann und wird natürlich nicht nachgeprüft. Wenn es eine Rechnung/Liquidation und dazu einen auf den gleichen Betrag lautenden Zahlungseingang gibt, ist dem Verlanges des Fiskus Genüge getan.

Danke :-))

Kassenbuch per Software?

Wird täglich eine Kassenbestandsaufnahme gemacht, also das Geld tatsächlich zählen und Angabe des Bestandes, sortiert nach den Werten?

Wenn die Kasse tatsächlich die wesentlichen Einnahmen erfasst, ist jeder Fehler in der Kasse "tödlich" und führt unweigerlich wegen einer nicht ordnungsmäßen Kassenführung zu Hinzuschätzungen.

Mein Tipp: Deine Cousine sollte vor Beginn der Prüfung und auch für die Zukunft dringend die Hilfe eines Steuerberaters in Anspruch nehmen.

Ja, sie hat da so eine WisoSoftware für Kassenbuch für Selbständige, glaube sie hat auch mal gesagt, dass sie jeden Tag "Kassensturz" machen muss, auch wenn keiner da war - wie gesagt von daher passt es, es ging nur um die Klienten, ob die genannten werden müssen und das Finanzamt die ggf. kontaktiert, denn wenn dem so wäre, könnte sie sicher zusperren, dann würde wohl keiner mehr kommen...vielen Dank für Deinen Hinweis, gebe es gern weiter

@Pummelzacken

Sie hat also gesagt, dass sie jeden Tag Kassensturz machen muss.

Aber macht sie ihn auch jeden Tag?

Wenn nicht - siehe meine Antwort.

Und noch einmal: Wenn die Praxis gut läuft, sollte sich Deine Cousine doch wirklich einen Steuerberater leisten können!

Gemäß § 196 AO gilt: "Die Finanzbehörde bestimmt den Umfang der Außenprüfung in einer schriftlich zu erteilenden Prüfungsanordnung mit Rechtsbehelfsbelehrung (§ 356)." - Was steht denn in der Prüfungsanordnung drin?

Buchführung,Jahresabschlüsse, Rechnungen der letzten 10 Jahre

sowie Geschäftsbriefe der letzten 6 Jahre.

Ja, da geht es schon los, Rechnungen schreibt sie so gut wie keine, fast alle zahlen in bar, deshalb führt sie ja auch diese Kasse, wie andere Betriebe, z.B. Eisverkäufer etc.Kaum eine ihrer Patientinnen will eine Rechnung, eben damit niemand weiß, dass sie in therapeutischer Behandlung sind - die zahlen das nahezu alle in Eigenregie

@Pummelzacken

ein Kassenbon ist eine Rechnung.

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