was passiert wenn man auf'm Fahrrad geblitzt wurde?

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Also, grundsätzlich gilt die StVO auch für Fahrradfahrer. Allerdings sind diese von allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzungen (wie z.B. 50 km/h innerorts) ausgeschlossen. Diese gelten nur für Kraftfahrzeuge. Der Gesetzgeber ist wohl schlichtweg davon ausgegangen, dass ein Fahrradfahrer höhere Geschwindigkeiten sowieso nicht erreicht.

Aber, Streckenbegrenzungen, wie z.B. eine 30er Zone oder ein verkehrsberuhigter Bereich gelten auch für Fahrradfahrer. D.h. dort muss ein Fahrradfahrer seine Geschwindigkeit anpassen. Es hilft auch nichts, dass keine Tachopflicht besteht. Der Gesetzgeber erwartet, dass der Fahrer seine Geschwindigkeit einschätzt und anpasst.

Die Frage ist nur, wie soll der zu schnelle Fahradfahrer ermittelt werden? Anhand eines Fotos nahezu unmöglich. Es wird in den meisten Fällen also nichts passieren. Höchstens dann, wenn 200m hinter dem Blitzer die Beamten warten und einen direkt anhalten.

Kleine Anmerkung noch zu den allgemeinen Geschwindigkeitsbegrenzungen. §3 StVO sagt: "Wer ein Fahrzeug führt, darf nur so schnell fahren, dass das Fahrzeug ständig beherrscht wird". Also sollte man bei Regen bergab das vor einem fahrernde Fahrzeug nicht unbedingt mit dem Fahrrad überholen und dabei von der Polizei gesehen werden. ;)

Top Antwort, alles korrekt. Einen Nachtrag dazu habe ich aber: Wenn man mit dem Fahrrad öfter um einen einigermaßen gleichen Zeitraum an einer bestimmten Stelle geblitzt wurde, wird da über kurz oder lang die Polizei warten und einen rausziehen.

@ArconDuke

Danke für's Lob. Kleine Anmerkung von mir. Wer es hinbekommt, mit dem Fahrrad an der selben Stelle mehr oder weniger regelmäßig geblitzt zu werden, hat es aber auch nicht anders verdient. ;)

@ArconDuke

Wenn man mit dem Fahrrad öfter um einen einigermaßen gleichen Zeitraum an einer bestimmten Stelle geblitzt wurde

Dann kann auch schonmal eine MPU angeordnet werden, denn normal scheint dies ja dann nicht zu sein.

Als Radler bist du genau so fällig wie alle anderen. ABER wer hat dich geblitzt? Stationäre Blitze? Das wird wahrscheinlich nicht verfolgt werden. Der Aufwand ist zu hoch. Polizisten würden dich wahrscheinlich aber anhalten, wenn sie dich gemessen haben. Wird aber eher eine mündliche Verwarnung geben.

Glaube nicht das man eine Strafe bekommt,..man muss sich ganz schön anstrengen um mehr als 30kmh zu fahren,.............ansonsten sei an dieser Stelle angemerkt das ich als Autofahrer Radfahrer hasse,....sie fahren nebeneinander auf der Strasse,..telefonieren und torkeln herum,...die Radwege die teuer gebaut worden sind bleiben leer weil es wichtiger ist auf der Strasse den Verkehr zu blockieren,.....teils oft unbeleuchtet und schlecht sichtbar,...am meisten gefallen mir jene die so eine Art Eigenbau haben wo sie ganz am Boden fast sitzen,...die übersieht man fast,..irgendwann wuzzelt sich so einer unter meinen Wagen.............................bin zwar etwas abgekommen,..musste aber sein

Hallo, ich muß sie offensichtlich über ein paar Sachen aufklären:

  1. Mit dem richtigen Fahrrad - also kein Billigrad - erreicht man problemlos Geschwindigkeiten jenseits der 30 km/h. Dazu muß es auch kein Rennrad sein. Ich erreiche problemlos eine Reisegeschwindigkeit von 35 km/h.

  2. Nebeneinander auf der Straße fahren ist nicht generell verboten. Es ist nur verboten, sobald Autofahrer behindert werden. Bei normalen Fahrbahnen mit je einem Richtungsfahrstreifen liegt idR keine Behinderung vor, bei größeren Fahrbahnrn erst recht nicht. Zum überholen muß man mit dem Auto eh die Fahrspur verlassen. Grund hierfür ist der vom BGH festgelegte Überholabstand, der mit dem KFZ eingehalten werden muß. Das sind im Regelfall 1,5 Meter. Wenn ein Kind auf dem Fahrrad transportiert wird (Kindersitz), die Fahrbahn bergauf geht oder die Geschwindigkeit höher als 70 km/h ist. müssen sogar 2 Meter eingehalten werden.

  3. Sie prangern die Telefonate an, da gebe ich Ihnen recht. Das ist aber auch Autofahrern verboten. Auch da halten sich viele nicht an das Verbot. Und diese Autofahrer gefährden viel mehr Leute als es ein Radfahrer je tun kann.

  4. Torkeln: Da stellt sich die frage nach dem Grund. Beim Anfahren ist das völlig normal. Erst ab ca. 8km/h setzt das Gleichgewicht durch die Kreiselwirkung der Räder ein. Vorher torkelt jedes Fahrrad etwas zur Seite. Dann gibt es auch genug Leute, deren Räder nicht ausreichend aufgepumpt sind. Diese schwanken dadurch auch stark. Und zu guter letzt wirkt das permanente Ausweichen von Gullideckeln und Schäden am Fahrbanrand wie ein torkeln, wenn die Radfahrer scharf rechts fahren. Der BGH und div. OLG haben jedoch Seitenabstände von 80 cm zum Bordstein (BGH) und etwa 1m bis hin zu 1,5m zu geparkten Autos (div. OLG, u.a. Hamm und Saarbrücken) festgelegt. Wenn man diese Abstände einhält, fällt das meiste torkeln weg.

5.> die Radwege die teuer gebaut worden sind bleiben leer weil es wichtiger ist auf der Strasse den Verkehr zu blockieren Radwege sind zwar z.T. teuer gebaut worden, aber in den wenigsten Fällen sind diese benutzungspflichtig. Dafür sind die Radwege in den meisten Fällen sogar lebensgefährlich. Sollten Sie sich für den Punkt interessieren, kann ich Ihnen gerne nähere Infos zukommen lassen. Es gibt nämlich internationale Studien, die genau das belegen. Von den existierenden Radwegen mit Benutzungspflicht (Das sind ausschließlich die Wege mit den aufgestellten VZ 237, 240, 241. Diese können Sie [url=http://de.wikipedia.org/wiki/BildtafelderVerkehrszeicheninDeutschland]hier[/url] nachschlagen. Übrigens: Wenn das** VZ 239 mit dem Zusatzzeichen 1022-10** aufgestellt wurde, liegt dort keine Benutzungspflicht vor. Eine Benutzung dieser Wege durch Radfahrer birgt sogar etliche Fallstricke. Radwege dürfen auch nur in der ausgewiesenen Richtung befahren werden. Der linksseitige Radweg ist also im Normalfall tabu, denn eine Benutzungspflicht darf rechtlich für diesen nur in seltenen Ausnahmen angeordnet werden. Übrigens: Radfahrer gehören auf die Fahrbahn (§2 Abs. 1 StVO) und sind generell Bestandteil des Verkehrs. Radfahrer blockieren keinen Verkehr.

  1. Schlechte Sichtbarkeit ergibt sich durch fehlende Beleuchtung. Mit solchen Dunkelradlern habe auch ich als Alltagsradfahrer öfter zu kämpfen.

  2. Der beschriebene Eigenbau ist kein Eigenbau. Diese Fahrräder gibt es seit vielen Jahrzehnten und nennt sich Liegerad. Daß Sie diese fast übersehen, liegt ganz klar an Ihnen selbst. Wenn Sie diese Fahrräder übersehen, dann übersehen Sie auch Hunde, Katzen, Kinder und Rollstuhlfahrer, die auf der Fahrbahn sind oder diese überqueren. Geben sie diesen dann auch die Schuld an einem Unfall? Als Autofahrer müssen Sie immer und überall mit fast allem rechnen. Kleine Objekte gehören übrigens nicht zu diesem "fast". Außerdem müssen Sie auf schwächere Verkehrsteilnehmer achten und dürfen diese nicht gefährden.

Mein Kommentar hatte zwar nichts mit der Ursprungsfrage zu tun, war aber durch Ihre Antwort zwingend nötig.

Gruß, ArconDuke - Alltagsradfahrer mit einem Liegerad

Wenn Du von einem stationären Gerät geblitzt wurdest, haben die ja kein Nummernschild, wo die Deinen Namen und Anschrift ermitteln können. Dann passiert gar nichts ....

Ich wurde vor vielen Jahren einmal auf dem Rad geblitzt, mit knapp 50 bei erlaubten 30 km/h.

Die Polizisten haben mich angehalten, mir mit einem Schmunzeln im Gesicht eine mündliche Verwarnung gegeben und mich weiterfahren lassen.

Grundsätzlich begehen Radfahrer dadurch dieselben Delikte wie Autofahrer. Allerdings ist fraglich, ob die Messungen gerichtsfest sind, da die Geräte ja auf Autos ausgelegt sind. Und bei stationären Blitzern ist eine Identitätsfeststellung kaum möglich.

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