Was passiert mit Sterbegeldversicherung

5 Antworten

Wenn es sich um eine reine Sterbeversicherung handelt, also wenn ein Betrag nur im Sterbefall ausgezahlt wird, um hiervon die Beerdigung zu zahlen, darf dieses Geld nicht angetastet werden. Handelt es sich jedoch um eine kapitalbildende Lebensversicherung, so muß diese aufgekündigt werden und bis zu einem Freibetrag für die Pflege aufgebraucht werden. Erst danach übernimmt das Sozialamt den Fehlbetrag fürs PFLEGEHEIM. Ihr seid auch verpflichtet, die Police sowie alle Einkünfte zur Vorlage beim Sozialamt darzulegen. MfG Renate

Hallo lieben Dank für den ausführlichen Post.

Muss meine Mutter auch Auskünfte über Ihr Einkommen, Vermögen leisten? Die Familiensituation ist Folgende: Die Oma ist Ihre Schwiegermutter, und der Sohn meiner Oma, also der Mann meiner Mutter ist leider mittlerweile verstorben.

Lieben Gruß

Die Police musst du dem Amt zukommen lassen, denn du bist verpflichtet die Vermögensverhältnisse deiner Omi offenzulegen, wenn du( bzw. deine Omi) eine Leistungen beanspruchen möchtest. Das Sterbegeld selbst, ist natürlich für die Beerdigung gedacht und wird vom Amt auch für eben diese eingesetzt, wenn deine Oma mal nicht mehr sein sollte.

Das Amt prüft lediglich die "Verwertbarkeit" der Sterbegeldversicherung. Da das Amt für Deine Oma aufkommt, müssen die Vermögenswerte von ihr festgestellt werden. Eine Sterbegeldversicherung fällt grundsätzlich in das verwertbare Vermögen. Dabei zählt allerdings nur der Rückkaufswert der Versicherung. Ist dieser sehr hoch, kann das Amt Leistungen verweigern, bis das Geld aus der Versicherung aufgebraucht ist. Es spielt auch eine Rolle, wann die Versicherung abgeschlossen wurde, und ob monatliche Beiträge gezahlt werden, oder ob beispielsweise kurz vor dem Pflegefall ein höherer Einmalbeitrag in die Versicherung eingeflossen ist.

Kurz: Ja, Du bist verpflichtet die Sterbegeldversicherung zur Prüfung ans Amt zu schicken. Und nein. Nach dem Ableben kommt das Amt nicht ans Geld. Dieses soll ja für die Beerdigungskosten aufgewendet werden.

Tipp: Man kann eine Sterbegeldversicherung auch an ein Beerdigungsinstitut, oder an die Bestattungsfürsorge abtreten. D.h. Nach dem Ableben bekommt ausschließlich das Beerdigungsinstitut/Bestattungsfürsorge das Geld, die dann zusammen mit den Angehörigen die Beerdigung planen.

So kann man einem Amt immer glaubhaft machen, das es wirklich ausschließlich für die Beerdigung gedacht ist. Dann ist eine Verwertbarkeit sehr schwierig für das Amt. ;-)

Hallo, lieben Dank für die Antwort, vor allem zu später Stunde. Stimmt, in unserem Fall wurde vor corca einem Jahr ein Einmalbetrag eingezahlt. Es handelt sich um einen mittleren Vierstelligen Betrag, also keine Unsummen.

Sind wir dann auch verpflichtet den kompletten Betraga auf biegen und brechen auszugeben? Würde sich dann auch im Falle eines noch vorhandenen Restbetrags das Amt diesen letzten Betrag einziehen?

@Tuti04

Das Amt kann mit dem Vertrag gar nichts machen. Es kann nur den Rückkaufswert der Versicherung in Erfahrung bringen, und dann Leistungen verweigern, bis der Rückkaufswert der Versicherung aufgebraucht ist. Dazu muß der Vertrag gekündigt werden.

Beispiel: Das Amt schießt für Deine Oma monatlich 200 Euro zu. Der Rückkaufswert aus der Versicherung ist 2000 Euro. In diesem Fall gäbe es 10 Monate kein Geld vom Amt.

Das Amt kann sogar soweit gehen, und die Vermögensverhältnisse Deiner Eltern prüfen. Sind dort Vermögenswerte wie Sparbücher, Lebensversicherungen usw. vorhanden, kann auch dann das Amt Leistungen verweigern.

@Klammlosewelt

Hallo lieben Dank für den ausführlichen Post.

Muss meine Mutter auch Auskünfte über Ihr Einkommen, Vermögen leisten? Die Familiensituation ist Folgende: Die Oma ist Ihre Schwiegermutter, und der Sohn meiner Oma, also der Mann meiner Mutter ist leider mittlerweile verstorben.

Lieben Gruß

Guten Morgen,

Ihr müsst zwar die Sterbegeldversicherung angeben. Aber diese gehört zum sogenannten Schonvermögen.

Das Bundessozialgericht Kassel (BSG Kassel, Az.: B 8/9b SO 9/06 R) hat zu diesem Thema ein richtungsweisendews Urteil gsprochen. Demnach gehört die Durchführung einer Bestattung zur Würde des Menschen. Wenn dafür zweckgebunden MIttel angelegt sind, können die Sozialämter diese also nicht einfach verwerten.

Sollte das zuständige Sozialamt dennoch die Verwertung verlangen, müsst Ihr rechtliche Schritte dagegen eingehen. Denn dieses Urteil hat sich bis zu einigen Ämtern noch nicht herumgesprochen!

Hallo,

nur die leiblichen Kinder müssen ihre Einkommens- und Vermögensverhältnisse offenlegen. Für Schwiegerkinder gibt es keine Verpflichtung dazu.

In vielen Gegenden gibt es auch Pflegeberatungsstellen, die sich mit den Problemen bei einer Heimaufnahme sehr gut auskennen.

Gruß

RHW

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