Was ist der Unterschied zwischen Umsatzsteuer und Mehrwertsteuer?

11 Antworten

Der technisch und EU-rechtlich korrekte Ausdruck für das in Deutschland und der EU angewandte System ist das der Mehrwertsteuer, welches seit dem Ende der 60er Jahre in den "EG"-Mitgliedstaaten die weitläufig angewandte Umsatzsteuer ersetzt hat. Deutschland hat als einziger Mitgliedstaat den alten Begriff beibehalten, eine juristische Anomalie welche für eine gewisse Konfusion sorgt.

Technisch unterscheidet sich ein Mehrwertsteuersystem von einem Umsatzsteursystem dadurch, dass die geleisteten Vorsteuern (also die Steuern von allen voran gehenden Teilnehmern in der Wertekette) von der eigenen zu leistenden Steuer abgezogen werden können. Jeder Unternehmer in der Wertekette zahlt somit Steuern nur auf den eigens geleisteten Mehrwert. Eine Mehrwertsteuer ist somit neutral in Bezug zur Anzahl von teilhabenden Intermediären, was bei der Umsatzsteuer nicht der Fall ist / war (bei der sich die sukzessiven Steuern addieren, also insgesamt umso höher werden umso mehr Intermediäre an der Wertekette beteiligt sind). Zusätzlich ist ein Mehrwertsteursystem durch die schwierigere Umgehung dieser Steuer von ihrer Erhebung wesentlich effizienter und gerechter als ein Umsatzsteursystem.

Mehrwertsteuer gibt es nicht.

Umsatzsteuer = Wenn ich etwas verkaufe, schlage ich 16% Umsatzsteuer auf.

Vorsteuer = Wenn ich (als Unternehmer) etwas kaufe, zahle ich die 19 % Umsatzsteuer, die der Verkäufer aufgeschlagen hat. Diesen Betrag darf ich dann von der vereinnahmten Umsatzsteuer abziehen (daher Vorsteuer) und an das Finanzamt muss ich dann die Differenz abführen (Zahllast) bzw. erhalte ich die Differenz als Vorsteuererstattung zurück. Daher ist die Vorsteuer für Unternehmer nur ein durchlaufender Posten.

Beispiel: Ich kaufe Ware für 1.000 (netto) und verkaufe nach Bearbeitung für 10.000 (netto).

Vorsteuer: 19% von 1.000 = 190 => Einkaufspreis = 1.190 brutto Umsatzsteuer 19% von 10.000 = 1.900 => Verkaufspreis = 11.900 brutto.

An das Finanzamt muss ich 1.900-190 = 1.710 als Zahllast abführen.

Der Begriff Mehrwertsteuer taucht im UStG nicht auf, er trifft jedoch den Tatbestand besser, denn es wird immer nur der Mehrwert, die eigene Wertschöpfung, besteuert. Daher hat sich der Begriff im Sprachgebrauch eingebürgert, korrekt ist er aber nicht. Man kann ihn höchstens als Oberbegriff für USt und VSt verwenden.

uup, die erste zahl ist ebenfalls 19%

Alena hat es verstanden: Den Begriff Mehrwertsteuer gibt es nicht in der deutschen Steuergesetzgebung!

Umsatzsteuer ist nicht Mehrwertsteuer. Die eigentliche Mehrwertsteuer ist die deutsche Umsatzsteuer um die Vorsteuer bereinigt. Nur der Unternehmer bezahlt im Endeffekt die MwSt. der Verbraucher zahlt die USt. Leider haben davon nur relativ wenige Ahnung so ist es aber eigentlich. Der Mehrwert an der Umsatzsteuer entsteht erst bei Bereinigung durch die Vorsteuer so sieht es aus. So lernt dass jeder Steuerberater und Bilanzbuchhalter. Die Begriffe sind daher keine Synonyme und der Begriff MwSt ist sogar irreführend. Korrekt ist und bleibt die Umsatzsteuer, wie Sie im Gesetz steht.

Im Prinzip ist es das Gleiche. Das Unternehmen zieht vom Einkauf die Vorsteuer ab. Bei den Verkäufen wird der Mehrwert besteuert und das als Umsatzsteuer ans Finanzamt abgeführt. Steuerlich korrekt heißt es Umsatzsteuer, den Begriff "Mehrwertsteuer" gibt es nicht.

Der Begriff ist der Oberbegriff dieser Steuerart.

Das Umsatzsteuergesetz ´wird seit 1967/1968 auch als Mehrwertsuergesetz bezeichnet. Das komm daher, dass die Kaufleute auf jeder Stufe wieder die Mehrwertsteuer auf den Nettopreis hinzurechnen und die Vorsteuer des Vorunternehmers abziehen

Bein einer Umsatzsteuer werden die Umsetze versteuert, während bei der Mehrwertsteuer nur der Wertzuwachs (als Mehrwert). Eigentlich haben wir in der BRD eine Umsatzsteuer mit Vorsteuerabzug und keine Mehrwertsteuer im engeren Sinn. Dummerweise bestimmen die Ministerialbeamte und Juristen die Nomenklatur, daher die Unstimmigkeiten. In unserem Fall kommt es aber aufs Gleiche raus.

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