Was ist besser ein Dispo-Kredit oder Aufnahme eines kleinen Privatkredits?

3 Antworten

Es kommt auf die Laufzeit und die Situation an. Pauschalaussagen sind hier imho fehl am Platz. Ich zahle zum Beispiel monatlich 800 Euro für ein großes Konsumentendarlehen ab (40.000 Euro auf 5 Jahre bei 4,99% Zinsen). Das tut mir micht weh, ich habe ein hohes Einkommen. Ich habe außerdem ein Dispo von 7.000 Euro zur Verfügung. Jetzt bin ich aufgrund einer unerwarteten Investition in mein berufliches Vorankommen mit 5.000 Euro im Minus. Diese kann ich ganz locker innerhalb von 6 - 10 Monaten zurückführen. Das kostet mich für 12 Monate bei einem Diposzins von 12,99% 650 Euro Zinsen bzw. 325 Euro in 6 Monaten. Das ist zwar teuer, aber es ist deutlich sinnvoller als a) einen Zweitkredit aufzunehmen der die Schufa belastet oder b) den vorhanden Kredit aufzustocken, denn dann zahlt man wieder neue Zinsen für den gesamten Betrag, was totaler Unsinn wäre. Hinzu kommt, dass man den Dispo jederzeit abtilgen kann - insofern möglich, kein negativer Schufaeintrag generiert wird und das man finanziell flexibel bleibt. Wichtig dabei ist, genau ausrechnen zu können, ob eine monatliche Rückführung innerhalb eines halben Jahres oder eines Jahres möglich und realistisch für den Haushalt ist. Ist dem nicht so, muss man sich das Geld entweder privat leihen oder doch ein Darlehen aufnehmen, um über eine längere Laufzeit die Rate zu minimieren.

Ich persönlich werde den Dispo in Anspruch nehmen. Mein Darlehen aufustocken oder ein zweites in Anspruch zu nehmen wäre töricht.

Die Aufnahme eines Dispos ist in der Regel teurer als ein Privatkredit. Dafür sind Sie in der Rückzahlung und der Ausschöpfung flexibler. Während Sie beim Privatkredit auf die komplette Summe vom ersten Tag an Zinsen zahlen und eine feste Ratenverpflichtung haben, zahlen Sie beim Dispo immer nur die tatsächlich in Anspruch genommene Summe und haben keine festen Rückzahltermin. Bei einer Laufzeit von 12 Monaten ist die Rate relativ hoch. Da die Banken bei Privatkrediten immer eine Haushaltsrechnung machen (müssen), verlängert sich evtl. die Laufzeit, weil die Bank die von Ihnen gewünschte Rate nicht mitmacht. Bei € 5000,- zu 8% sind es € 450,- mtl. Rate, die Sie zur freien Verfügung haben müssen. Bei einem Dispo, der das dreifache Ihres Nettomonatseinkommens nicht übersteigt, findet in der Regel keine genaue Prüfung statt. Persönlicher Tipp: Wenn Sie einen Dispo nehmen, setzen Sie sich selbst klare Ziele für die Rückzahlung, weil Sie sonst mit den Zinsen schnell eine zusätzliche mtl. Belastung haben, die durch Quartalsabbuchung besonders einschlägt. Bei € 5000,- zu 8% sind es 33,33 mtl. = 100,- pro Quartal (Zinseszins nicht berücksichtigt).

Auf jedem Fall ist die Ausnahme eines Kleinkredits günstiger. Die bekommt man schon für etwa 6% Zinsen. Beim Dispo ist der Zinssatz weitaus höher 12% und aufwärts. Aber warum lässt du dich nicht einfach von deiner Bank beraten, die können dir das dann genau ausrechnen und ein unverbindliches Angebot machen.

Was möchtest Du wissen?