Was hat die Handwerkervereinigung mit der Grundrente am Hut?

1 Antwort

In einer Demokratie darf natürlich jeder seine Meinung zu einem Thema abgeben. Entsprechend haben auch Arbeitgebervereinigungen das Recht, das zu tun.

Zudem ist und bleibt es ein Thema, was Arbeitgeber halt genau so betrifft wie Arbeitnehmer. Höhere Renten müssen ja von irgendwem finanziert, also bezahlt, werden. Aktuell passiert das, indem AG und AN prozentual vom Gehalt des AN da in die Rentenkasse einzahlen, aus der dann wiederum die Rentner ihr Geld bekommen. Erhöht man die Ausschüttung, muss logischerweise auch die Einzahlung steigen.

Somit ist es hier sogar nötig, dass man schaut, ob bei den Arbeitgebern dieses Mehr an Geld überhaupt vorhanden ist. Denn ist stimmt ja, dass wir alle nichts davon hätten, wenn Betriebe schließen müssten, weil Lohnkosten zu hoch werden und somit das Unternehmen nicht mehr wirtschaftlich arbeiten kann. Dann gibt's gar keine Einzahlungen mehr, nicht mal mehr die aktuellen. Und dann bricht das System eben irgendwann zusammen. Sprich, man muss schon genau schauen, dass solche politischen Pläne mit Fingerspitzengefühl umgesetzt werden, um diesen Effekt zu vermeiden.

Ob nun die Situation im Handwerk wirklich so dramatisch ist, dass die Erhöhung der Beiträge, die eine höhere Grundrente finanzieren sollen, für massenhafte Betriebsschließungen sorgen würde, bezweifle ich allerdings auch ;). Dennoch - auch Innungen und Co. haben jedes Recht, ihre Meinung zu äußern und im demokratischen Prozess Gehör zu finden. Wie diese Meinung dann gewichtet wird, liegt bei den zuständigen Politikern. Und in welche Richtung die mehrheitlich tendieren sollen, dürfen wir alle paar Jahre in Form unseres Wahlzettels mitbestimmen.

die werden ausschließlich finanziert von der Arbeitsleistung der Arbeitnehmer.

@korruptepolitik

Vergiss dabei aber nicht, dass Unternehmer immer auch ein Risiko eingehen und tragen!

Ich bin definitiv kein neoliberaler Kapitalismusfan ;). Die aktuelle Entwicklung, dass die Schere zwischen Arm und Reich immer weiter aufgeht, dass der Niedriglohnsektor immer größer wird, dass wir einen Mindestlohn haben, der weder im Hier und Jetzt, noch im Alter für ein auskömmliches Einkommen sorgt - all das finde ich wirklich übel...

Dennoch, komplett kommunistische Ideen halte ich ebenfalls für nicht mit der menschlichen Natur vereinbar. Es muss sich schon lohnen, sich anzustrengen, kluge Ideen zu entwickeln und auch mal Risiken einzugehen. Das ist es, was Menschen motiviert und antreibt. Und Geld ist da eben die direkteste Form des Lohns für diesen Einsatz.

Wenn ich definieren sollte, was ich für richtig halte, wäre das die Rückbesinnung auf das, was Deutschland eigentlich mal war und sein soll - eine soziale Marktwirtschaft. Ein Land, in dem niemand ausgebeutet und fallengelassen wird, in dem es sich aber dennoch (wieder) lohnt, sich zu bilden, etwas zu wagen, mit- und weiterzudenken. Und dazu gehört durchaus auch der Deal, dass ein Unternehmer sich etwas mehr leisten kann als seine Angestellten, etwas mehr Profit aus seiner Risikobereitschaft ziehen kann, sofern er diesen Arbeitnehmern eben dennoch ein vernünftiges, auskömmliches Leben für ihre Arbeitsleistung verschafft.

Und das wiederum bedeutet, dass auch der Arbeitgeber eine Stimme haben und im demokratischen Prozess gehört werden soll. Aktuell allerdings vielleicht nicht ganz so vordergründig und laut, wie es momentan in der Regel der Fall ist...

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