Was haltet ihr von der ehemaligen Sovjetunion?

Das Ergebnis basiert auf 39 Abstimmungen

Größtenteils gut 36%
Größtenteils schlecht 21%
In allen Punkten schlecht 15%
Eher schlecht 15%
Eher gut 10%
In allen Punkten gut 3%
Nur in Wirtschaft gut 0%

5 Antworten

Es gibt nicht DIE ehemalige Sowjetunion.

Es gibt die frühe Sowjetunion unter Lenin bis 1924, die stalinistische von 1924-1953 und die poststalinistische, von 1953-1990, sofern man darauf verzichtet die Jahre unter Leonid Breschnew als Restalinisierung zu bezeichnen.

Wenn ich das bewerten sollte, würde ich das grob in folgenden Kategorien tun:

Die frühe Sowjetunion bis 1924 sehe ich mit gewissen Sympathien als ein ganz interessantes gesellschaftliches Experiment an, dass unter Umständen etwas hätte werden können. Nach Beendigung des Bürgerkrieges wurde mit der NEP ein Wirtschaftsmodell eingeführt, dass eine Rückkehr zur Marktwirtschaft mindestens in einem gewissen Rahmen ermöglichte, die Kriegsbedingten Repressionen wurden zurück gefahren und es begannen sich Ansätze einer Zivilgesellschaft zu entwickeln. Dazu kamen einige sehr fortschrittlich Gesetze, wie etwa die Gleichstellung der Frauen oder Entkriminalisierung von Homosexualität, spührbare Ansätze eines Sozialstaats etc. Die frühe Sowjetunion war geselslchaftlich, mindestens den Gesetzen nach in manchem bereich wesentlich liberaler als es etwa die USA waren, wo für Frauenrechte oder Gleichberechtigung von Schwarzen noch bis in die 1960er und 1970er Jahren hinein gekämpft werden musste. Allerdings war dieser Zustand nicht von Dauer.

Demgegenüber war die stalinistische Sowjetunion eine in aller Form extrem scheußliche Veranstaltung, die ich in keinem einzigen Aspekt gutheißen kann. Die Ansätze bürgerlicher Freiheiten aus der vorherigen Periode wurden wieder kassiert, die Geheimpolizei ausgebaut und in ihren Befungnissen in ungesunder Weise gestärkt. Wirtschaft ging der Irrsinn der 5-Jahres-Pläne los, die schon wegen der viel zu starren Planung nichts werden konnten und ihren Teil zu den schlimmen Hungersnöten am Ende der 1920er Jahre beitrug. Außerdem fing das Regime an Massenmord an der eigenen Bevölkerung zu begehen. Nicht so krass wie das Hitler Regime aber auch 2-3 Millionen direkt durch den Staat getötete Bürger sprechen für sich. Über die kooperaton mit Hitler und die Agression gegen die baltischen und finnischen Nachbarn noch groß zu reden erübrigt sich. Die stalinistische Sowjetunion erfüllt inhaltlich die Definition eines Schurkenstaates par excellence sehr gut.

Für die poststalinistische Sowjetunion habe ich auch nicht viel übrig, das war einfach nur die Mäßigung und festigung der Diktatur und des wirtschaftlichen Unfugs.

Summa summarum ist die Sowjetunion für mich ein interessantes Experiment, das mal gute Ansätze hatte und vielleicht hätte funktionieren können, dass dann aber grauenhaft schief ging, was nicht zuletzt auf Lenins Personalpolitik zurückzuführen ist, der die Gefahr der außerordentlichen Machtkonzentration in den Händen Stalins zu spät erkannte.

Du hast keine Ahnung von sowjetischer Geschicte und schwimmst schon bei den Daten. Wie lange hast du in der SU gelebt?

@ArjunasPfeil

Ich dachte auch nicht, dass ich aus dieser Ecke irgendwelche Zustimmung erhalten würde und es würde mich um ehrlich zu sein erschrecken, wenn es anders wäre.

Wo ich bei den Daten schwimmen soll, müsstest du mir mal verraten, die sind akkurat und in jedem vernünftigen Geschichtswerk zum Thema nachzulesen.

Aber gut, das du im vollen Bewusstsein die Sowjetunion von Beginn an aus erster Hand und bewusst erlebt hast, ich darf dir nachträglich zum 120. Geburtstag gratulieren Genosse Troll?

@Regenschirm235

Vielleicht in sog. Geschichtswerken aus dem Westen. Aber ihr habt's ja nicht so mit Bildung aber dafür mit Propaganda.

Sowjetunion unter Lenin sind dann was? 1Jahr? 30.12.1922 - 21.01.1924 Was für eine Epoche!(wobei der gute Mann in dem Jahr schon schwer krank war und sich garnicht mehr an der eigentlichen Regierung beteiligen konnte)

Das heisst für dich nicht stalinistische sondern unter Stalin. Und 1924 ist brutaler Quatsch. Stalin war nicht Lenins Sohn und Lenin kein König, so dass Stalin nach seinem Tod einfach übernehmen würde. Wie gesagt, du hast keine Auhnung von sowjetischer Geschichte. Damit hast ein wichtiges mindestens Jahrzehnt der sowjetischen Geschichte einfach ignoriert.

Die Zeit 1953-1990 einfach zusammenzufassen ist eigtl. ein noch grösserer Blödsinn. Damit hast du wieder mindestens 3 wichtige und ganz unterschiedliche Zeitspannen der sowj. Geschichte zusammengeknüllt. Fast so blöd wie Breschnew eine Restalinisierung zu unterstellen.

Größtenteils gut

Die Frage muss eher lauten, in welchen Jahren der Sowjetunion. Die Sowjetunion hat eine lange Geschichte und es gab immer wieder positive und negative Schwankungen.

Wenn ich meinen Bekannten glauben sollte, dann waren so die 70er und 80er Jahren die Besten, welche viele Menschen nachtrauern.

Na-ja, z.T. brachte sie den Bürgern so Einiges, nämlich in Sachen Gesundheit und Bildung sowie sonstige soziale Leistungen einschließlich einen Arbeitsplatz für Alle. Der Sozialismus hätte halt weiter entwickelt werden müssen, doch dafür war ein Breschnew nicht geeignet.

In allen Punkten schlecht

ich glaube der Fragesteller hat sich wenig mit Geschichte beschäftigt, oder denkt das sei vergleichbar mit der DDR gewesen, wo man, bei zwar geringeren materiellen Ansprüchen und Vermeiden von Konfliken mit dem SED Regime ja einigermassen bequem leben konnte.

In der UdSSR gabs aber keine Weltmacht, die die letztlich subventioniert hat und kein Bruderland, was auch Gelder hat fliessen lassen und dazu noch genau beobachten könnte, was dort abläuft.

In der UdSSR war Hunger und der Kampf ums Überleben an der Tagesordnung .. und selbst die Elite der Parteimitglieder und Funktionäre musste jederzeit befürchten willkürlichen Säuberungsaktionen einer paranoiden Führung zum Opfer zu fallen. Mit Folter, Erschiessungen, Konzentrationslagern in Sibirien. Ok. nach Stalin wurde es etwas besser, aber dafür war die Wirtschaft dann ganz ruiniert bis zum Ende, das ja ein wirtschaftlicher Zusammenbruch war, keine freie Entscheiduung die Demokratie einzuführen und auch kein Sieg des Westens.

Hunger gab es da keinen, werter tapferer Bundesbürger von der blinden Art.

@voayager

kein Hunger ? alles fette Arbeiter und Bauern ? .. sorry aber der Witz war kein guter ... leugnet 10 - 20 Mio Tote .. oder war die Ukraine keine Sovjetrepublik ?

https://de.wikipedia.org/wiki/Holodomor

Aber auch das Kernland war schon vorher nicht von Hunger verschont geblieben ..

https://de.wikipedia.org/wiki/Hungersnot_in_Sowjetrussland_1921%E2%80%931922

und später

https://www.dekoder.org/de/gnose/hungersnot-holodomor-sowjetunion-kollektivierung

auch im Weltkrieg und danach, mussten Lebensmittel rationiert werden, nur die Landbevölkerung konnte sich teilweise selber versorgen, wenn man die Misswirtschaft der Kolchosen umgehen konnte.

Aber ... selber googeln macht schlauer !

@juergen63225

noch schlauer als das voreingenommene Google machte ein Besuch in der Sowjetunion. Ich war da, du nicht. Ich sah viele gut genährte Menschen, du nicht. Du hast dein Bild Zeitungs Wissen, ich ein anderes wissen. Ich sah viele Menschen in Gaststätten, du sahest sie hingegen nicht tapferer Bundesbürger ohne Wissen !

@voayager

soso .. du warst da .. wann ? .. kann ja höchstens in den letzten Jahren der UdSSR gewesen sein, kaum die Jahre von denen hier die Rede ist .. UdSSR 1922-1989 ..

meine erste Reise in die Region war übrigens 1988 .. aber daher habe keine Erkenntnisse gewonnen über die 60 Jahre davor. Aber Respekt wenn du auf die 100 zugehst und hier noch schreibst ..

Größtenteils gut

Ich fand die gut. Wünsche mir aber es nicht zurück.

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