Was erlebt man denn alles in der U-Haft?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Die Untersuchungshaft wird durch einen Richter verhängt und begleitet die Ermittlungen. Es ist eine Maßnahme die sicherstellen soll, dass der potentielle Kriminelle nicht abhaut, sondern bis zum Prozeß im Lande bleibt. Die U-Haft darf bis zu 6 Monate dauern und wird auf die verhängte Haftzeit angerechnet. Erleben tut man da gar nicht viel, da das Leben hinter Mauern wohl recht langweilig ist. Folter ist in Deutschland verboten, also wird man höchstens von anderen Häftlingen gequält.

Dass mit deinen 6 Monaten ist definitiv nicht richtig! Die U Haft kann, vorrausgesetzt die Verdachtsmomente sind ausreichend, wesentlich länger dauern! Sollte sich allerdings in den ersten 6 Monaten der Verdacht nicht erhärten, bzw. das Verfahren kann nicht weitergeführt werden, endet die U Haft nach diesem Zeitraum. Aber das ist in der Regel eher nicht der Fall!

@pokersveni

Aus den Rechtsgrundsätzen des schnellen Verfahrens nach Art. 6 Abs. 1 S. 1, Art. 5 Abs. 3, 4 EMRK dauert die Untersuchungshaft höchstens sechs Monate. Nach Haftprüfung durch das Oberlandesgericht kann sie aber ausnahmsweise verlängert werden.

@Kairofan

Das Landgericht kann auch prüfen, wenn nämlich der Haftbefehl vom Amtsgericht erlassen wurde.

Ich selber kann nur den ersten Teil deiner Frage beantworten. Nämlich, warum man in U-Haft kommt. In richtige Haft kann man nur kommen, wenn man verurteilt ist. Wenn man aber bereits wegen so einer Straftat tatverdächtig ist und Gefahr in Verzug ist (das meint entweder Verdunklungsgefahr oder Fluchtgefahr), dann kommen die Verdächtigen in Untersuchungshaft. Dann muß zwar auch innerhalb einer bestimmten Zeit (ich glaube 24 Stunden) ein Richter den Fall ansehen und sagen, ob die Untersuchungshaft beibehalten bleibt oder nicht. Sollte sich rausstellen, daß man zu unrecht in Untersuchungshaft gesessen hat, wird man dafür natürlich entschädigt (ist nur Geld und wenn die U-Haft länger war, ist das eigentlich keine angemessene Entschädigung)

Offene Zellentüren gibt es hier praktisch nicht, denn U-Haft ist in der Regel “Isolationshaft”. Also das Erleben hält sich in Grenzen.

Sobald man von der Polizei festgenommen und dem zuständigen Staatsanwalt vorgeführt wurde, kommt man in U-Haft. Innerhalb einer bestimmten Zeit (weiß nicht genau, ob es wirklich 24 h sind) wird man zum Haftrichter beim Amtsgericht gebracht; der entscheide, ob Haftbefehl ergeht oder nicht. Wenn ja, beginnt die U-Haft. Diese darf länger als 6 Monate dauern, aber spätestens nach dieser Zeit MUSS eine Haftprüfung stattfinden oder eben mit der Verhandlung begonnen werden.

Da es keine Safarireise ist, erlebt man da nicht wirklich viel. Ansonsten siehe: http://de.wikipedia.org/wiki/Untersuchungshaft

Was möchtest Du wissen?