Was bekommt der Verlag?

4 Antworten

Ich könnte dir sagen, wie ich es mache. Geht relativ einfach und mit minimalen Kosten. Die Verdienstspanne kann man hier selbst festlegen, geht aber zu Lasten höherer Preise. Verdienstmöglichkeit ist aber nicht besonders hoch. Und du musst ein Thema finden, was die Leute suchen und wo das Angebot gering ist. Also fang an und wenn du weitere Hilfe möchest, dann melde dich.

du kannst alles alleine bestimmen, sofern du einen Verleger zu deinen Konditionen auch findest.

Oder der Verleger sagt dir dann, was er dir geben würde und du machst den Deal oder nicht.

Oder du verlegst gleich selber, und guckst zu, wen du als Käufer für dein Buch findest....daran siehst du ganz schnell, wo die eigentliche Schwierigkeit beim Thema "ich will ein Buch schreiben" ist....

Wie jetzt?!

Ich Verkaufe das Buch nur einmal und zwar an den Verlag und bekomme sonst kein Geld mehr? Alle weiteren Einnahmen kassiert der Verleger?

Wenn das richtig ist, ist das ja voll die abzocke!

Ich möchte das Geld welches für mein Buch von den wirklichen Käufern im Buchhandel ausgegeben wird.

Als Neuling bekommst du mindestens 6% vom Nettoverkaufspreis. Die Prozente können sich aber nach Auflagenhöhe staffeln. Das kommt hier aber auch auf den Vertrag drauf an.

Wenn du einen Literaturagenten hast, bekommt dieser von deinen Tantiemen zwischen 15 bis 20%, da diese auf Erfolgsbasis bezahlt werden.

Nehmen wir an, dein Buch kostet 20 Euro (Hardcover). Davon ziehst du 7% Mehrwertsteuer ab und erhälst 18,69 Euro. Von diesen 18,69 Euro bekommst du dann 6% Tantiemen, was in diesem Fall 1,12 Euro ist. Wenn du von einer Literaturagentur vertreten wirst, musst du von diesen 1,12 Euro noch 20% an deinen Agenten abtreten, in diesem Fall hast du dann noch 0,94 Euro übrig. Hast du eine bestimmte Einkommensgrenze überschritten, musst du diese Einnahmen natürlich versteuern und an die Sozialabgaben sollte auch gedacht werden.

Man sieht: als Autor wird man nicht sonderlich reich. Außer man landet einen Bestseller. Dann steigen die Prozente der Tantiemen.

Der Verlag bekommt natürlich mehr Prozente, da dieser sich um Lektorat, Korrektorat, Satz/ Layout, Umschlagdesign, Werbung usw. kümmert, was ihm natürlich Geld kostet, da der Verlag in Vorleistung geht, wenn er dein Manuskript angenommen hat.

Den Inhalt deines Manuskriptes kannst du frei wählen, ob dieser Inhalt beim Verlag ins Programm passt, musst du herausfinden, andererseits wirst du eine Absage erhalten, wenn es nicht ins Verlagsprogramm passt. Den Preis für das Buch bestimmt der Verlag. Ein Autor hat bei der Kalkulation gar keinen Einfluss.

Danke für diese Antwort :)

Darf ich auch ohne Verlag meine schon fertigen Bücher in einer Buchhandlung abgeben?

Bejahendenfalls, kostet mich das was?

@iQDetectiv

Das kannst du auch machen. Da musst du mit deinem Buchhändler des Vertrauens reden. Dieser wird im Idealfall deine Bücher in Kommission nehmen. Dem Buchhändler solltest du auch einen Rabatt geben, denn er möchte an dem Verkauf auch etwas verdienen. In der Regel zwischen 25% und 30% vom Nettoverkaufspreis.

Wenn dein Manuskript eine Agentur vertritt, wenn sie einen Verlag davon überzeugen kann, wenn dann ein Buch verkauft wird, erhalten die Agentur ca. 15 % und der Autor ca. 5 % von dessen Laden-Nettopreis, also abzüglich der 7 % Umsatzsteuer vom Preis.

Fast 80 % behält der Verlag für das Korrektorat, das Lektorat, die Buchproduktion, das Coverdesign und das Marketing. Das Manuskript muss deshalb als marktfähig bewertet worden sein.

Mit anderen Worten, wenn ein so veröffentlichter Taschenbuchroman 10 € in der Buchhandlung kostet, erhält ein startender Autor ca. 40 Cent vom Erlös des verkauften Exemplars, die er als Einkommen zu versteuern hat.

Brotlos ist diese Kunst dann nicht, wenn man sie als 250-Normseiten-Roman schreibt, den Tausende kaufen wollen und der schnell und einfach ins Englische und Spanische übersetzbar ist - wie wenn man eine neue Art möglichst nicht sehr lang haltbarer Damen-Socken produziert und verkauft: Mädchen und Frauen lesen weit mehr "Bücher"...

Soll heißen, wenn ich kein Umweg über eine Agentur gehe, bekomme ich 20% vom Erlös.

Also verdiene ich mit der Verkaufszahl meiner Bücher auch noch mal Geld zzgl. dem Verkaufswert an den Verlag.

Ist das richtig so? Weil viele hier behaupten, wenn ich dem Verlag die PDF/ Manuskripte verkauft habe, sehe ich nichts mehr vom Gewinn

@iQDetectiv

Ich persönlich kennen niemanden, der ohne Agentur einen seriösen Verlag erreicht hat, weil die Meinung der Erstautoren herrscht, man müsse sein Manuskript an einen großen Verlag schicken: In D werden jährlich ca. 100 Tausend neue Bücher verlegt, also landen Millionen Manuskripte auf den Tischen der Lektoren, deshalb ist längst normal nur Manuskript-Auszüge per e-mail zu schicken (Details stehen auf der Homepage der Agenturen). Die Mehrzahl der Einsendungen ist weder lesbar noch marktfähig. Ein großer Teil ist marktfähig wie fade Schlagermusik für Jugendliche und ältere Damen, der geringste Teil ist echte Literatur mit Hirn, also leider wieder schwer verkaufbar!

Der Weg zum geldverdienenden Autor ist eben anders: Du schreibst einen 250 Seiten-Krimi endlich ´mal nicht nur langweilig pervers und blutrünstig, sondern mit ein bisschen mehr Intelligenz, mehr Spannung, mehr Witz, sehr viel Heimatflair (z. B. Klüpfel & Kobr). Du sendest dem Agenten das Erwünschte.

Der Agent ist begeistert, weil er den Marktwert erkennt. Er rät dir, noch irgendetwas im Manuskript für eine größere Zielgruppe zu ändern. Du machst das natürlich, weil der Agent weiß, wovon er spricht.

Der Agent weiß den passenden Verlag zu deinem Krimi, der Verlagslektor freut sich wegen der sehr guten Empfehlung und man bietet dir einen Vertrag an. Man rechnet damit, dass man in einem Jahr deutschlandweit 10 Tausend Bücher verkaufen kann, also erhältst du pauschal "für dieses Jahr" 4´500 € (pro Buch 0,45 €), wenn du bei dem Marketingprogramm mitmachst: Lesungen halten für Unterschriftengabe, mit Bücher verschenken an Literaturkreise, Internet-Blog pflegen usw..

Der Verlag ist erfreut, dass man sogar 20 Tausend Bücher verkaufen konnte, man biete dir an, dass du einen ähnlichen zweiten Krimi in 6 Monaten schreibst, wenn das Manuskript die Prüfung übersteht und du brav zur Werbung gedient hast, erhältst du 10´000 € im Voraus für das zweite Buch, also "für das zweite Jahr." So ist das gemeint: Du arbeitest als professioneller Krimiautor, lieferst jährlich das Buchprodukt mit deinen Werbetätigkeiten ab und dafür wirst du bezahlt. Je mehr verkauft wird, desto mehr Honorar erhältst du JÄHRLICH, nicht monatlich durch den Buchverkaufserlös. Du hast dich finanzamtlich als freiberuflicher Autor angemeldet, dein Honorar zählt zu deinem Einkommen, muss also jährlich versteuert werden.

So arbeite ich seit ca. 1980, allerdings schreibe ich keine Heimat-Krimis, sondern philosophische Romane im magischen Realismus unter Pseudonymen und nicht in Deutsch veröffentlicht, sondern nur übersetzt in Englisch und Spanisch, der Markt ist viel größer (vgl. J. K. Rowling). Viele Ideen und mehr Glück und noch mehr Erfolg - und massenhaft LeserInnen!!

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