Was bedeutet genau Gewährleistung beim Autokauf?!

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Hallo,

wenn ich ein Auto beim Autohändler kaufe - habe ich Anspruch auf die Gewährleistung

Als Verbraucher ja. Gewährleistung bedeutet, dass der Gegenstand bei Gefahrenübergang frei von Mängeln ist, die den gewöhnlichen Gebrauch beeinträchtigen. Es sei denn, diese Mängel sind Dir bei Gefahrenübergang bekannt.

Wenn etwas am Auto kaputt geht - bekomme ich es dann repariert?! Wie siehts mit den Ersatzsachen aus - z.B. Bremsklötze, Zahnriemen - ist das in der Gewährleistung inklusive?!!

Nein, es sei denn, der Mangel lag schon bei Gefahrenübergang vor. Etwa der Zahnriemen bereits angefressen oder die Steuerkette bereits gelängt :-). Für die ersten 6 Monate trägt der Verkäufer die Beweislast, dass der Mangel bei Gefahrenübergang noch nicht vorgelegen hat. Danach musst Du beweisen, dass der Mangel schon bei Gefahrenübergang vorlag. Das wird schwierig.

Daher ist es sicherer, ein Gebrauchtfahrzeug mit Garantie zu kaufen, die wenigstens die gröbsten finanziellen Risiken abdeckt.

Privatverkäufer können die Gewährleistung ausschliessen. Tun sie es nicht, haften sie genauso wie Händler. Beim Händler daher aufpassen, ob er nicht im Auftrag einer Privatperson vermittelt (Agenturgeschäft).

Gruss  

Kleine Ergänzung: Im Gegensatz zum unternehmerischen Verkäufer wird bei Privatverkäufern in den ersten 6 Monaten nicht davon ausgegangen, dass ein nachgewiesener Sachmangel bereits bei Gefahrübergang vorlag. Diese Vermutung ist die sog. Beweislastumkehr, die zum Verbraucherschutz eingeführt wurde.

Durch Gewährleistung oder auch Mängelbürgschaft genannt, garantiert der Verkäufer das der Kaufgegenstand frei von Mängeln ist und auch dem ausgelobten Zweck dienen kann. Die Gewährleistung von 24 Monaten nach Kauf ist durch den § 434 BGB gesetzlich vorgeschrieben. Durch schriftliche Vereinbarung mit dem Käufer kann allerdings diese Frist auf 12 Monate verkürzt werden.

Garantie ist eine freiwillige Verpflichtung des Hersteller, ggf. auch des Verkäufer, bei einem Schaden entweder eine Sachleistung (Ersatzteil) oder gar die gesamte Reparatur zu übernehmen.

Die Garantieverpflichtung durch den Hersteller ersetzt nicht die Gewährleistung durch den Verkäufer.

Man kann es auch einfach ausdrücken, die Gewährleistung ersetzt alle Mängel die bereits beim Kauf vorhanden waren auch wenn sie ggf. als versteckte Mängel erst später sichtbar werden. Man braucht den Mängel nur einmal rügen und Beseitigung verlangen. Wird der Mangel nicht beseitigt, dann kann man vom Kauf zurücktreten.

Bei der Inanspruchnahme der Garantieverpflichtung geht das alles nicht.

Interessant, den Begriff "Mängelbürgschaft" habe ich bisher noch nicht gehört. Ist auch gar nicht mal so verkehrt, suggeriert dem Nichtjuristen vielleicht etwas zu viel des Guten.
Eine kleine Korrektur: die Verkürzung der Gewährleistungsfrist auf 12 Monate bezieht sich nur auf den Verbrauchsgüterkauf (Käufer: Verbraucher, Verkäufer: Unternehmer) und kann nur bei gebrauchten Artikeln angewandt werden.
Bei Privatperson an Privatperson oder Unternehmer an Unternehmer gilt das nicht, hier kann die Gewährleistung komplett ausgeschlossen werden.

Während der gesetzlichen Gewährleistungsfrist von 6 / 24 Monaten muss der Verkäufer alle Mängel beseitigen, die bereits beim Kauf vorhanden waren. Normaler Verschleiß ist davon nicht betroffen.

Das bedeutet nur das der Gewerbetreibende für eine bestimmte Zeit jegliche Art von Mängel reparieren muss, eigen verschulden ist ausgeschlossen.

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