Was bedeutet "Exklusivität" in Verbindung eines möglichen Immobilienkaufes?

1 Antwort

Hallo,

eine Exklusivitätsfrist bedeutet im allgemeinen, dass Veräußerer/ Makler zusichern, für einen bestimmten Zeitraum, in welchem mit Ihnen verhandelt wird, das Marketing einzustellen und mit keinen weiteren Interessenten parallel zu verhandeln. Dies soll Ihnen zumindest eine gewisse Sicherheit geben, dass Sie den Aufwand, den Sie in die Prüfung der Immobilie investieren, nicht umsonst betreiben, weil Ihnen ein anderer Kaufinteressent zuvorkommt.

Dies ist allerdings nicht gleichzusetzen mit einer Kaufoption. Wirksame Verträge hinsichtlich des Erwerbs (auch Vorverträge) bedürfen einer notariellen Beurkundung , ansonsten sind sie formnichtig. Eine sichere Variante wäre nur, dass Ihnen der Verkäufer ein notarielles Kaufangebot macht mit einer Annahmefrist. Allerdings müsste da eigentlich alles geklärt sein (Preis usw.) und Sie beispielsweise nur noch die Finanzierung oder ähnliches zu klären haben.

Dies wird allerdings extrem selten von Verkäufern so gehandhabt, da sich selbiger damit an Sie als Käufer fest bindet und riskiert, Zeit im Verkauf zu verlieren ohne zu wissen, ob der Verkauf auch stattfindet. Weiterhin ist es dann auch üblich, dass Sie die vollen Kosten der Beurkundung tragen, wenn Sie das Kaufangebot nicht annehmen. Da dies im Kaufangebot nicht beurkundet werden kann (Sie sitzen da ja erst mal nicht am Tisch, deshalb wäre die Kostenabwälzung auf Sie ein Vertrag zu Lasten Dritter und somit nichtig), ist dies auch schwierig zu regeln. Dies gleicht man dann häufig durch Vorabzahlung der Kosten auf ein Treuhandkonto aus usw.

Bedeutet: Sie können sich auf eine eingeräumte Exklusivitätsfrist zwar moralisch berufen und den Makler auch zur Unterlassung auffordern, wenn er sich nicht daran hält, die Durchsetzung potenzieller Regreßansprüche ist jedoch eher fraglich, wenn das Objekt an jemand anderen verkauft wird. Grundsätzlich gilt, dass Sie niemanden zwingen können auf diesem Wege, das Objekt an Sie zu verkaufen. Insofern dennoch keine schlechte Sache, aber keine endgültige Sicherheit, was aber vor Abschluss des Notarvertrages bei Immobilien eh ein generelles Thema ist.

Vielen Dank für diese exzellente Antwort!

@Plangi

Gern geschehen :)

Vielen Dank für diese exzellente Antwort!

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