Was bedeutet es sich ein Niesbrauch für seine Immobilie ins Grundbuch eintragen lassen, welche Auswirkung hat das?

5 Antworten

Der Nießbrauchsberechtigte kann sämtliche Nutzungen aus dem Grundstück ziehen und infolgedessen das Grundstück beispielsweise auch vermieten.

Ein Nießbrauch wird klassischerweise in Übergabeverträgen den Eltern eingeräumt, wenn sie ihr/e Grundstück/e vorzeitig und zu Lebzeiten auf ihre Kinder übertragen.

D.h. wenn die Immobilie vermietet ist die Eltern weiterhin die Miete bekommen, obwohl die Immobilie dem Kind überschrieben wurde?

@albatroz1101

Ja, das Kind ist dann zwar Eigentümer, die Miete steht aber den Eltern zu.

@Ronox

Danke, jetzt habe ich es verstanden.

Der Nießbrauch ist ein dingliches Nutzungsrecht, dass dem Nießbraucher erlaubt, Nutzungen aus einer Sache (Grundstück) zu ziehen. Das kann z.B. Dir Gewinnung von Steinen aus einem Steinbruch oder das Ernten von Früchten auf einer Obstwiese sein.

Im Gegensatz zu schuldrechtlichen Regelungsmöglichkeiten (z.B. Vertrag) gilt das Nießbrauchrecht gegenüber jedem, auch dem neuen Eigentümer oder Grundpfandberechtiften (Hypothek, Grundschuld, usw.) des Grundstücks.

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Nur wenn das Nießbrauchrecht im Grundbuch eingetrgen ist, ist es immer garantiert geschützt. Das gilt auch bei einem Verkauf des Hauses, denn das Nießbrauchrecht muss der neue Eigentümer akzeptieren und übernehmen. Wenn man das Nießbrauchrecht nur vertraglich festlegen würde, ist es nicht zwingend auf Dauer geschützt.

Das gilt auch bei einem Verkauf des Hauses, denn das Nießbrauchrecht muss der neue Eigentümer akzeptieren und übernehmen.

Das ist falsch. Ein Haus mit so einer Belastung kauft niemand.

@lesterb42

Was ist falsch? Willst du sagen, das Nießbrauchrecht erlischt beim Verkauf?? Das tut es nicht, da irrst du dich.

Ob sich ein Käufer mit Nießbrauchrecht finden lässt ist ein völlig anders Thema. Darum geht es in dieser Frage nicht.

@Renick

Falsch ist, dass ein neuer Eigentümer das Nießbrauchsrecht übernehmen muss.

Muss er natürlich nicht. Entweder das Recht wird gelöscht oder es findet kein Verkauf statt.

Ob sich ein Käufer mit Nießbrauchrecht finden lässt ist ein völlig anders Thema. Darum geht es in dieser Frage nicht.

Das ist kein anderes Thema, wenn du hier von dem neuen Eigentümer sprichst.

@lesterb42

Der Haken an deiner sinnfreien Überlegung ist, dass der Nießbrauchnehmer ganz sicher nicht bereit ist, das Nießbrauchrecht freiwillig aufzugeben. Immerhin wurde es ja nicht grundlos im Grundbuch eingetragen. Also entweder der Käufer kauft mit Nißbrauchrecht oder er lässt es bleiben. Lass es, die Sachen in eine Richtung zu verdrehen, die nicht realistisch sind.

@Renick
muss der neue Eigentümer akzeptieren und übernehmen

Kennst du deinen eigenen Text nicht? Zur Vermeidung von Wiederholungen verweise ich auf meine Kommentare von oben. Wenn du in der Materie ohne Kenntnisse bist, dann halt dich doch einfach aus der Sache heraus.

Nießbrauchrecht geht über Wohnrecht und ist fast dem Eigentümer gleichgestellt, nur verkaufen kann derjenige mit Nießbrauchrecht nicht.

Kann z.B. steuerliche Vorteile haben, das Eigentum zu Lebzeiten an die Kinder zu verschenken.

Das bedeutet, dass du es, wenn du es beispielsweise deinem Kind überschreibst, trotzdem weiter darüber verfügen bzw. es bewohnen kannst, obwohl das Eigentum auf dein Kind übergegangen ist. Für dein Kind ist die Immobilie dann wertlos solange du noch lebst, da es nicht verkauft werden kann.

Erbschein & Immobilienübertragung einer kleinen Wohnung bei einem Alleinerben und zwei Pflichteilerben?

Guten Tag und vorab besten Dank – es geht um folgendes: Wir, drei Brüder, haben u.a. eine Immobilie geerbt. Es gibt ein Testament, das einen als Alleinerben benennt, die beiden anderen entsprechend Pfflichtteil. Erbschein ist beantragt. Weitere Erben gibt es nicht.

Der Alleinerbe hat an der Immobilie kein Interesse, alle drei sind einverstanden, dass diese von einem der Miterben übernommen wird und erhalten bleibt. Keiner der Erben verlangt eine Ausbezahlung.

Das Problem: Wird dennoch der Alleinerbe zunächst ins Grundbuch eingetragen? Bzw. auf welche Weise ist es möglich, diesen Eintrag zu "überspringen", um gleich einen der "Pflichtteilsbrüder" eintragen zu lassen? Uns fiel nämlich ein, dass, wenn die Immobilie erst in einem zweiten Schritt überschrieben wird, womöglich Schenkungssteuern oder Grundsteuern nach Verkehrswert anfallen.

Andererseits liegt der Erben-Freibetrag bei 400,000 € pro Kind, darum hatten wir uns bisher auch keine Gedanken gemacht. Meine Fragen: a) Kann der Alleinerbe festlegen, dass nicht er, sondern ein Geschwisterteil ins Grundbuch eingetragen wird oder müsste er dafür z.B. das Erbe ausschlagen? (Das fänden wir alle unschön. Dass man das schriftlich bestätigen muss, ahnen wir auch/beim Notar oder Gericht)

Meine Fragen:

1) muss laut Erbschein der Alleinerbe also zwangsläufig allein ins Grundbuch eingetragen werden? Falls nicht, welche Alternativen gibt es, z.B. könnten sich die Geschwister trotz Alleinerbe-Erbschein als Erbengemeinschaft eintragen lassen, um die Immobilie später an einen der drei zu überschreiben, o h n e d a s s horrende Grundsteuern fällig werden?

2) oder kann alternativ der Pflichteilsanspruch mit dem Immobilienübertrag abgegolten werden? Beides liegt wertmäßig jeweils bei/um die 70,000 €, käme also relativ gut hin.

Solche Regelungen müsste wohl ein Notar aufsetzen und alle stimmen zu, oder?

Oder machen wir uns zu Unrecht Sorgen mit Grundsteuern usw.?

Wäre klasse, wenn sich jemand auskennt. Vielen Dank!

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