Was bedeutet die Entlastung von Vorstand und Aufsichtsrat in einer Hauptversammlung?

4 Antworten

Die Tagesordungspunkte 3 und 4 bedeuten , das diesem Personenkreis kein Betrug oder Vergehen gegen die AG vorgeworfen wird. Sie also von dem Verdacht befreit werden.

Der Vorstand hat in der Versammlung eine Übersicht über die geleistete Arbeit des vergangen Jahres abgeliefert. Dazu gehört der Kassenbericht, eine Beschreibung der Leistungen und der Wirkung dieser Leistungen und, und, und.

Der Aufsichtsrat hat dies im Auge behalten.

Nun soll die Versammlung abstimmen, ob sie damit einverstanden ist und der Überzeugung ist, dass alle nach Recht und Ordnung und im Sinne des Vereines (oder Betriebes, etc.) gehandelt haben. Wenn die Mehrheit in einer Wahl das bestätigt, dann sind sie entlastet.

Die Entlastung ist für viele Vorstände der wichtigste Punkt einer Sitzung.

Die Entlastung entscheidet darüber ob die Versammlung der Auffassung ist, dass die Gelder korrekt verbucht und verwendet wurden. Beispiel: Ein Konzern hat viele Gäste. Wirtschaftsprüfer, Händler usw. Der Vorstand beschließt, dass man ein Gästehaus einrichtet, gleich neben der Konzernzentrale.

Eigentlich entsteht dem Konzern gar kein Schaden durch diese Investition. Da wohnt ja kein Vorstandsvorsitzender allein oder mit Familie drin. Man hat einfach Vorteile bei Verhandlungen und in zeitlichen Abläufen.

Hier könnte die Versammlung sagen: Ja, Vorstand das war eine gute Idee. Wir erteilen auch dafür Entlastung. Kann aber auch die Entlastung vollständig verweigern oder auf die Aufwendungen für das Gästehaus die Entlastung verweigern.

Hier hat die Gesellschaft dann die Möglichkeit noch vor Gericht Schadenersatzansprüche geltend zu machen. Bei Veruntreuung gilt natürlich keine Entlastung. Wenn da jemand Renovierungen am eigenen Haus auf den Konzern an Rechnungen schicken lässt, dann wäre das ja Untreue. Wenn das nach der Entlastung raus kommt, dann kann der nicht sagen "ihr habt mich doch entlastet", danke für das zusätzliche Gehalt.

Es geht also rein um die Papierform am Tag der Hauptversammlung: Ist das Geld im Sinne des Unternehmens verwaltet worden? Entscheidungen wie: Leasen wir eine neue Fabrikationsstraße oder bauen wir diese mit Eigenmitteln, dass wird ein Vorstand kluger Weise vorher in einer Versammlung darlegen. Hier wäre es nämlich schwierig zu beurteilen, wann eine Entlastung verweigert werden darf. Kommt aber auch unheimlich selten vor.

Für das Unternehmen sind die Vorstände verantwortlich. Diese entscheiden über das ganze Geschäft, Der Aufsichtsrat kontrolliert dann die Vorstände. In der Hauptversammlung kommen dann die Aktionäre (Eigentümer) zusammen und stimmen über die Entlastung ab. Haben die Vorstände gute Arbeit geleistet und die Gesellschaft gut verdient, oder hat die Firma nur Verluste gemacht. Hat der Aufsichtsrat die Vorstände kontrolliert und Fehlentscheidungen verhindert? Über die Entlastung entscheidet dann die Hauptversammlung.

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