Was bedeutet 80 % vom letzten Netto für eine auskömmliche Rente?

5 Antworten

Warum sollte dann nach Empfehlungen der Experten 2.500 € / Monat nötig sein, wenn man 3 Jahrzehnte zuvor inflationsbereinigt mit 1400 € / Monat auskommt weil man sparen sollte wie empfohlen. Mir fehlt hier das Verständnis!?

Da stimme ich Dir absolut zu. Ich sehe es auch so, dass bei jemandem, der während des Arbeitslebens über 10.000€/Monat verfügt, sicher kaum von Altersarmut gesprochen werden kann, wenn er dann mit 3000 auskommen muss.

Vielleicht wird aus der Rechnung ein Schuh, wenn die reinen Vorsorgebeiträge vom Nettoeinkommen abgezogen werden, bevor davon die 80% bestimmt werden. Beim Wohneigentum ist es nur ein Teil, da schon während der Arbeitszeit die sonst fällige Miete gespart wird.

80 % vom letzten Netto bekommt höchstens jemand der in den letzten Jahren nur noch eine 3/4 Stelle gehabt hat. Das ist reine Utopie.

Die gesetzliche Rente orientiert sich am Durchchnitt des gesamten Erwerbsleben. Bemessungsgrundlage ist aber grundsätzlich das BRUTTO-Einkommen, weil davon auch die Beiträge berechnet werden.

Nicht einmal Beamteerhalten ein so hohe Absicherung.

Also 80% vom Netto ist nur ein DickerDaumenWert.

Wenn man es realistischer eingrenzen will muss man sein eigenes Ausgabeverhalten mal analysieren.

Nehmen wir als Beispiel ein Nettoeinkommen von 2500 Euro. Und wir setzen mal voraus Du wohnst in einer Mietwohnung und wirst das auch im Alter tun.

Dann wirken folgende Faktoren auf Dein persönliches Ruhegehalt und finanzielles Wohlbefinden ein:

  • Du hast weniger Ausgaben durch die Sparrate für Dein Alter (die fällt weg).

  • Du hast die gleiche Sparrate für mittlere Vorsorge (neues Auto, kaputter Kühlschrank, Reisen)

  • Du hast geringere Ausgaben fürs Auto weil die Fahrt zur Arbeit weg fällt. Dafür willst Du vielleicht öfter mal shoppen gehen, Bekannte, Verwandte besuchen oder Dir einfach nur die Umgebung ansehen.

  • Du hast höhere Ausgaben als vorher für Gesundheit und Dinge die Du normalerweise selbst erledigen konntest (wie z.B. malern oder andere kleinere Reparaturen). Du wirst Dich halt mit 70 nicht so gerne auf eine Leiter begeben mit dem Wissen, dass Deine Knochen nicht so schnell heilen falls Du runter fällst.

  • Du hast mehr Zeit für Hobbys, Reisen, Theaterbesuche, Kino, Schrebergarten, Golf und alles kostet Geld.

  • Du bist bequemer und sparst Dir den Kneipenbesuche und trinkst billiges Bier zuhause oder umgekehrt Du fühlst Dich durch die fehlenden Kollegen einsam und gehst öfter in die Kneipe.

Also ich finde 80% vom Netto anzustreben passt etwa. Von Deinem Netto in der aktiven Zeit sparst Du etwa 10 bis max. 20% fürs Alter (wäre jedenfalls sinnvoll). Und so lebst Du schon von 80% Deines Nettos in der aktiven Zeit. Danach fallen ein paar Ausgaben weg und andere tauchen auf. und verschieben sich. Mit 68 wirst Du mehr reisen und mit Freunden was machen. Mit 78 wird sich Deine Gesundheit in den Vordergrund schieben und Du wirst dafür Geld ausgeben.

Du musst immer bedenken. Wenn Du mit 30 Geldprobleme hast kannst Du damit umgehen. Halt mehr arbeiten, den Job wechseln um mehr zu verdienen oder was auch immer. Im Alter sind die Möglichkeiten begrenzter. Entweder hast Du das Geld auf der Seite oder halt nicht. Und wenn Du an die Rentenzuwächse der letzten Jahre in Deutschland denkst. Das war kein Ausgleich für die Preissteigerung. Die Beschäftigten haben im letzten und diesem Jahr zugeschlagen und Abschlüsse mit 4-5% erreicht. Rentner sind froh wenn sie jetzt mal 1% mehr bekommen.

Das hängt davon ab, was ich als Rentner noch will.

Einige Positionen fallen durchaus weg:

  • Haus sollte abgetragen sein
  • Kinder aus dem Haus
  • Berufsunfähigkeitsversicherung brauch man nicht mehr
  • Krankentagegeld kann auch weg

Allerdings möchte ich als Rentner (Urlaub 24/7) gerne Fernreisen machen und auch noch Auto fahren, und zwar auf gleichem Niveau wie in meinem Arbeitsleben. Dann brauche ich evtl. eine angepasste Unfallversicherung. Med. Betreuung wird auch teurer, daher wäre ich froh ein Polster zu haben.

Geht am Haus was kaputt muss ich es reparieren lassen.

Jetzt nimm doch mal statt einem Rentner der immer BBG verdient hat einen Durchschnitssrentner und schau mal ob der mit 80% denn schon auskommt, besonders wenn einer der ersten 2 o.g. Punkte aus irgendeinem Grund vielleicht noch offen ist.

Ich bin seit einigen Jahren in der Branche tätig, ich hab noch keine Bedarfsanalyse gehabt bei einem Normal- oder knapp über Schnittverdiener, der seinen Bedarf mit seinem hochgerechneten gesetzlichen Anspruch ansatzweise decken konnte.

ich glaube nicht, dass es hier um eine konkrete angabe geht. ich habe eher den eindruck, dass man damit eine fantasie schürt sich ins alter zu träumen..und bloß nicht nachzurechnen..dann kommt man nämlich auf undurchsichtiges, wie du das herausgefunden hast

Was möchtest Du wissen?