Warum wird absichtlich gegen das Tierschutzgesetz verstossen?

10 Antworten

Da liegt wirklich viel im Argen. Das Problem ist das ein einzelner Staat das Problem nicht alleine lösen kann. Wenn wir nur in DE die Bestimmungen drastisch verschärfen, dann verlagert sich einfach die Produktion ins Ausland wo die Bediungen noch viel schlechter sind als bislang hierzulande. Verlieren tun dabei vor Allem die Tiere. Das ärgert mich gerade auch so an der Diskussion und den Forderungen angeblicher Tierschützer das sie das einfach völlig ignorieren.

Weil es offensichtlich nirgendwo in Europa so crass ist wie in Deutschland.

Letztlich doch maximal Strange das wir günstiger produzieren können als Polen, Bulgarien,Rumänien etc

@Couchpotao

Das stimmt nicht. Wir sind gerade so wettbewerbsfähig. Aber nicht billiger. Ich habe die Tage ein Angebot aus Osteuropa erhalten mit Schwein zu 2,50 im EK. Das ist unter dem was ich aus DE bekomme, aber nicht sooo weit, das stimmt. Erhöht sich hier aber der Preis auf sagen wir mal 4 Euro, dann wird der Markt mit dem Billigzeugs geschwämmt. Es werden gerade auch (übrigens mit EU Fördergeldern) einige Großschlachthöfe in Osteuropa gebaut. Sprich es wird künftig noch viel billigeres Fleisch auf den Markt kommen und wir bezahlen das auch noch mit unseren Steuern!
So national kann man das Problem leider nicht betrachten.

@Bearman1974

Ja überleg doch Mal wie das eigentlich sein kann...

Allein die Lohnkosten in Deutschland sollten locker doppelt eher dreimal so hoch sein wie in Osteuropa

@Couchpotao

Der Unterschied ist das wir in DE durch die industriellen Methoden, effiziente Abläufe, effiziente Verwaltung usw. noch erhebliche Vorteile haben die der Osten NOCH nicht in der Form hat. Dadurch UND natürlich durch zweifelhafte Lohnstrukturen mit Leiharbeitern usw. ist man so in etwa auf gleichem Niveau. Aber wie gesagt, das wird sich schon in naher Zukunft ändern und ich habe s.O. ja schon erste Anzeichen gesehen. Bald wird es massig Billigfleisch aus dem Osten geben so wie heute schon das meiste Gänsefleisch aus dem Osten kommt. Was nicht bedeutet das man nichts tun sollte hierzulande. Aber zu hoffen das irgendwas den Tieren nutzt wenn es nicht EU weit geregelt ist, ist einfach Wunschdenken.

Weil die Definition eines "vernünftigen Grundes" eben auch eine gewisse "wirtschaftliche Machbarkeit" beinhaltet.

Es wird versucht, möglichst viel zum Wohle der Tiere zu tun, aber es muss für die Industrie auch irgendwie finanziell machbar sein, so schlimm das im konkreten Fall auch für die Tiere ist.

Würde man das hier "bei uns" nicht durchgehen lassen, dann wäre eine massenweise Schliessung der betreffenden Industriezweige die Folge, weil sie nicht mit den Firmen aus anderen Ländern konkurrieren könnten. Und dann käme under Fleisch eben aus dem Ausland, wo nicht so strenge Gesetze herrschen.

Den Tieren wäre damit unter dem Strich leider auch nicht geholfen, aber wir hätten mehr Arbeitslosigkeit etc.

Davon abgesehen rückt das entsprechende Vorgehen natürlich immer mehr in den Fokus der Öffentlichkeit und die Politik (mal ganz unabhängig von den jeweiligen Parteien) versucht, da so schnell wie möglich Änderungen herbeizuführen, auch wenn das natürlich seine Zeit dauert, damit die Firmen auch in der Lage sind, weiter konkurrenzfähig in der Weltwirtschaft zu existieren.

Ich hoffe Du verstehst, dass ich das nur versuche möglichst sachlich zu schildern. Das heisst nicht, dass ich das gut finde oder irgendwie schönreden oder beschwichtigen möchte.

Leider merkt man irgendwann, dass alles auf der Welt irgendwie ein Kompromiss ist und nicht immer nur in schwarz und weiss einsortiert werden kann. Das ist an vielen anderen Stellen nicht anders, nicht nur bei der Behandlung anderen Lebens auf der Erde (trifft ja auch auf Pflanzen zu, die leben auch und "merken auch etwas", auch wenn wir das nicht mit unseren Sinnesorganen wahrnehmen können).

Da gibt es noch sehr viele "Baustellen" auf der Welt, wo wir als gesamte Menschheit noch besser werden können.

Kapital, Nahrung und Genuss wird nun mal als 'vernünftiger Grund' gesehen ... meines Wissens nach auch zumeist vor der Judikative. Von einem bewussten Rechtsverstoß kann wohl auf breiter Ebene kaum eine Rede sein.

Und selbst wenn es im Sinne des Gesetzes kein vernünftiger Grund wäre, dann hast du dort den Grund dafür, warum man das Gesetz bricht.

Weil wir in einer Gesellschaft leben, in der viele unter dem Gesetz, manche aber auch darüber stehen.

Deshalb nennt man es "Rechtsstaat". Kapitalismus ist, wenn man die Verbrechen der Besitzenden verrechtlicht.

Wenn du einer Kuh die Kehle durchschneidest, ist es Tierquälerei.

Wenn es ein "Unternehmen der Fleischindustrie" macht, ist es Wirtschaft.

Der Kuh ist das zwar egal, aber... so ist das halt heute. Haben wir uns so organisiert.

Wenn du einer Kuh die Kehle durchschneidest, ist es Tierquälerei. Wenn es ein "Unternehmen der Fleischindustrie" macht, ist es Wirtschaft.

Wahre Worte!

Dazu tragen vor allem 2 Gründe bei:

  1. Lobbyarbeit. Da stecken Millionen von € drin, da wird entsprechend Druck ausgeübt.
  2. Der durchschnittliche Deutsche mag zwar Tiere, möchte auch nicht dass denen Schmerzen zugefügt werden, wenn er aber abwägen muss: 7 mal die Woche Fleisch und Wurst und billige Nahrungsmittel im Supermarkt oder Tieren die Möglichkeit geben ein halbwegs glückliches Leben führen zu können dann wählt der durchschnittliche Deutsche die erste Option.

Selbsterklärend. Es ist auch unmoralisch Biofleisch zu fordern. Davon lassen sich solch große Mengen nämlich nicht produzieren. Und da ein Großteil vom Fleisch exportiert wird, würde so weniger exportiert werden. Das bedeutet wiederum, dass du damit den Weltweiten Kalorienbedarf reduzierst. Sprich andere Menschen hungern.

@Tonis9706

Entschuldigung. Der Bedarf wird nur teilweise reduziert. Die weltweit produzierten Gesamtkalorien würden abnehmen... Ohh Gott wie Makaber.. Aber durch das Verhungern auch der Kalorienbedarf..

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