Warum werden sogenannte "Legal Highs" (diese Badesalze und Kräutermischungen zum schnupfen und rauchen) nicht verboten?

5 Antworten

Ob eine Substanz verboten ist oder der Umgang damit bestimmten Anforderungen unterliegt, regeln u.a.:

  • Arzneimittelgesetz
  • Arzneimittelverschreibungsverordnung
  • Betäubungsmittelgesetz (BtmG)
  • BtmG-Anlage I, II, III
  • Grundstoffüberwachungsgesetz

Den größten Stellenwert im Zusammenhang mit deiner Frage hat natürlich das BtmG mit seinen Anlagen. Ohne Erlaubnis ist der Umgang mit Btm-Substanzen nicht erlaubt. Der Haken: als Btm gilt nur eine Substanz, die auch in einer der Anlagen aufgeführt wird. Ein neuer, synthetischer Stoff, der nicht in einer der Anlagen aufgeführt ist, ist kein Btm und unterliegt demnach auch nicht dem BtmG. (Allerdings sind für die Synthese häufig Substanzen als Ausgangsstoffe notwendig, die entweder selbst Btm sind oder zumindest dem Grundstoffüberwachungsgesetz unterliegen.)

Mit anderen Worten: der Gesetzgeber ist langsamer, als die Synthetiker.

Das kommt ab und an auch bei neuen Arzneistoffen vor. Lisdexamphetamin beispielsweise wird im Körper zu Dexamphetamin, einer Btm-Substanz, umgesetzt. Als Lisdexamphetamin noch neu war, unterlag es erst mal nur der Arzneimittelverschreibungsverordnung und war normal rezeptpflichtig, aber ohne Btm-Rezept. Erst eine Weile später wurde es in die BtmG-Anlage aufgenommen.

Außerdem noch der Verweis auf das NpSG, ein neues Gesetz, das jedoch nicht unkritisch bewertet und nicht von jedem als effektiv (oder zumindest effektiver als bis dato vorliegende Gesetze) betrachtet wird.

Diese Substanzen werden untersucht und dann sofort verboten.

Die Chemiker ändern jedoch ständig irgendwelche unbedeutenden funktionellen Randgruppen der Verbindungen, sodass in der Regel die Wirkungen identisch bleiben, formal jedoch ein neuer Stoff entsteht, der dann wieder nicht explizit verboten ist.

Daher ist das Gesetz dahingehend abgeändert worden, dass nun bestimmte Verbindungsarten komplett verboten wurden. Somit kann man nicht einfach einen Methylrest oder was anderes anhängen, um dem Verbot zu entgehen.

Leider hat das nun zur Konsequenz, dass die Verbrecher die Verbindungen großen Veränderungen unterwerfen. Nun ist dummerweise das Wirkungs- und Nebenwirkungsspektrum deutlich erweitert, was das Zeug noch unberechenbarer macht als vorher.

Den Hersteller interessiert nämlich nicht die Bohne, ob es langfristig irgendwelche Schäden im Menschen gibt.

Also Finger weg!

Woher ich das weiß:Beruf – Arzt, Internist

Weil sich die Inhaltsstoffe dieser "Legal Highs" jedes Mal ändern , um einem generellen Verbot zu entweichen.

Die meisten sind mittlerweile durch das NpSG verboten.

Weil ehe diese verboten wurden, schon wieder neue auf den Markt kommen.

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