Warum werde ich von meiner Mutter nach dem Tod meiner Oma vom Erbe ausgeschlossen? Besteht die Möglichkeit dass sie meine Halbschwester ist?

9 Antworten

Beim Tod Deiner Oma bist Du nicht Erbe, wenn sie Dir im Testament nicht ausdrücklich etwas hinterlassen hat. Denn zunächst erben die Kinder kraft Gesetzes. Erst wenn diese bereits vor dem Tod des Erblassers verstorben sind, rücken die Enkel nach.

Wenn Du glaubst, die Halbschwester Deiner Mutter zu sein, dann müsste Dein Opa sie geschwängert haben, was hoffentlich nicht passiert ist. Aber auch in diesem Fall wirst Du beim Tod Deiner Oma nicht Erbin.

Wenn Du erwartet hast, unmittelbar nach dem Tod Deiner Oma vom Erbe zu profitieren, kann ich mir vorstellen, daß dieses Ansinnen Deine Mutter sehr verletzt hat.

Giwalato

nein, es war eher umgekehrt, meine Mutter hat mir ja auch nicht gesagt, dass meine Oma ins Krankenhaus kam, wo sie dann nachts verstarb. Sie rief erst an als sie schon verstorben war. Es ging mir nicht um Geld, aber dass ich so ausgeschlossen wurde und nicht weiß warum , dass ist sehr schade.

@Anjovis

Damit hast Du natürlich recht, daß Du über das Verhalten Deiner Mutter traurig bist. Vielleicht hat sie das Gefühl, daß Deine Oma Dich lieber hatte, als sie selbst als Tochter. Aber diese Frage kannst Du nur mit ihr selbst klären.

Du kannst allerdings auch beim Nachlassgericht nachfragen, ob Deine Oma ein Testament hinterlassen hat. Denn den Verweis Deiner Mutter auf den Paragraphen im BGB finde ich sehr merkwürdig, genauso wie ihr geändertes Verhalten Dir gegenüber.

Ich kann mir nur vorstellen, dass Sie durch ein bestimmtes Verhalten Ihre Mutter verletzt und ihr ablehnendes Verhalten dadurch verursacht haben. Denken Sie darüber einmal nach, was da vorgefallen sein könnte. Der von Ihnen erwähnte Brief des Amtsgerichts, wenn darin auf § 1924 II BGB verwiesen wird, kann nur eine Auklärung an Sie sein, dass beim Tod Ihrer Oma nicht Sie als Enkelin, sondern Ihre Mutter als direkter Abkömmling der Oma zu deren Erbfolge berufen sind. Dieser BGB-Paragraf regelt nämlich nur, dass bei gesetzlicher Erbfolge (sie gilt, wenn kein abweichendes Testament der Oma vorliegt) die unmittelbaren Abkömmlinge der Verstorbenen (hier also Ihre Mutter) zur Erbfolge berufen sind und in diesem Falle die entfernteren Abkömmlinge (das sind z.B. Sie und Ihr Bruder als Enkel) von der Erbfolge ausschließen. Nur wenn Ihre Mutter beim Tod der Oma schon verstorben gewesen wäre oder das Erbe der Oma ausgeschlagen hätte, würden Sie und Ihr Bruder in diese Erbfolge eingetreten sein. Der Brief des Gerichts wird also nichts damit zu tun haben, dass Sie etwa von Ihrer Mutter von der Erbfolge ausgeschlossen worden wären. Nicht Ihre Mutter hat Sie von der Erbfolge ausgeschlossen, sondern die seit über 100 Jahren geltende gesetzliche Regelung, dass ein Mensch, wenn er es nicht in einem Testament anders bestimmt, von seinen Kindern (und, wenn noch am Leben, dem Ehepartner) beerbt wird sowie - was in § 1924 Abs. II steht - damit die erst nachfolgenden Abkömmlinge (also Enkel, Urenkel usw.) von der Erbfolge ausschließt. Vielleicht hat es Ihre Mutter - nicht zu Unrecht - verletzt, dass Sie nach dem Tod der Oma eigene Erbansprüche erhoben haben, die aber, wie gesagt, nicht bestehen bzw. nur bestehen würden, wenn die Oma Sie im Testament als Erbin oder Miterbin eingesetzt hätte. Wenn also meine Vermutung zutrifft, dass Sie Ihre Mutter durch unberechtigte Erbansprüche seelisch verletzt haben könnten, sollten Sie sich bei ihr entschuldigen und ihr sagen, dass Sie dem Irrtum erlegen seien, gesetzliche Erbin oder Miterbin der Oma geworden zu sein. Vielleicht stellt das den Frieden wieder her.

Die Thematik der Mutter als Ihrer Halbschwester kann ich nicht nachvollziehen. Sofern das nicht Ihrer Phantasie entsprungen ist, sollten Sie nähere Angaben dazu machen, wodurch dieser "Verdacht" begründet sein könnte. Sie werden doch wohl kaum annehmen, dass sie beide Halbschwestern dadurch geworden sind, dass Sie einer Verbindung Ihres Großvaters mit seiner eigenen Tochter (ihrer Mutter) entstammen. Das wäre natürlich schlimm für Sie, wäre es wohl auch für Ihre Mutter gewesen. Oder geht Ihre Vermutung in eine andere Richtung ?

Ich würde mich freuen, durch meine Antwort ein wenig aufklärend zu sein und hoffe für Sie, dass daraus "Friedensgespräche" mit Ihrer Mutter werden.

Ich habe mir jetzt alle Kommentare von dir durchgelesen und gebe dir Recht: Das Verhalten deiner Eltern ist etwas ungewöhnlich. ( wenn du nichts relevantes weg gelassen hast) Ich würde zuerst beim Nachlassgericht anrufen und dich erkundigen, warum du dieses Schreiben erhalten hast. Ist das Schreiben aktuell? (oder machst du dir 3 Jahre später hierum Gedanken?)

Ich könnte mir den Inhalt erklären, wenn du vielleicht einen Antrag auf Erteilung eines Erbschein gestellt hättest. ( dein Bruder nicht, daher kein Schreiben).

Ansonsten kannst du deine Geburtsurkunde anfordern, falls du keine hast oder Zweifel hast.

Du könntest auch noch versuchen den Eigentümer des Hauses laut Grundbuch herausfinden.

Du kannst mit deinem Bruder reden, ob er sich das veränderte Verhalten der Eltern dir gegenüber erklären kann.

Oder du fragst dich was du seit dem Tod der Oma anders gemacht hat als er.

Weiter unten schreibst du, der Kontakt zu deiner Mutter sei ganz gut gewesen - 2x /Jahr. Aha, nun, manche finden den ausreichend.

Hast du dich mal gefragt, ob dein Bruder sich vlt. mehr um sie kümmert?

Es wird schon Gründe haben, warum sie dich "auf dem Pflichtteil" reduziert und dein Bruder wohl den Löwenanteil erben wird, wenn beide Eltern tot sind.

Außerdem ist ja noch dein Vater, den beerbt ihr doch auch...

Ich würde raten , dich von einem Anwalt beraten zu lassen. Zudem steht dir ja im Falle das du dich nicht böswillig verhalten hast , beim Ableben deiner Mutter ein Pflichtteil zu. Auch deine Bedenken solltest du dort anbringen und er wird mit dir die Vorgehensweise und Möglichkeiten erörtern. Solltest du das Geld nicht aufbringen können, steht dir evtl. Prozesskostenhilfe zu.

Wenn die Oma stirbt, erben die Enkel erst dann, wenn der betroffene Elternteil bereits vor der Oma verstorben wäre. Das ist hier nicht der Fall, wenn die Mutter die Tochter der Oma war.

Damit hat die Enkelin keinen Erbanspruch und kann sich das Geld für einen Anwalt sparen, wenn kein Testament vorhanden war, in dem sie ausdrücklich von der Oma berücksichtigt wurde.

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