Warum versenden Gläubiger keine Zahlungserinnerungen mehr sondern gleich eine Mahnung?

10 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

alte Regelung bis 30.04.2000

Bisher geriet der Schuldner außer im Falle von besonderen Vereinbarungen nur dann in Verzug, wenn aufgrund einer Mahnung ein Zahlungstermin nach Kalender bestimmt wurde oder eine nach dem Kalender bestimmte Fälligkeit festgesetzt wurde.

Neuregelungen im Mahnwesen 

Am 01.05.2000 trat das Gesetz zur Beschleunigung fälliger Zahlungen in Kraft. Das Gesetz ändert die Verzugsvoraussetzungen für Geldforderungen und soll die Verzögerung von Zahlungen wirtschaftlich unattraktiv machen und die Möglichkeiten, fällige Ansprüche zügig gerichtlich geltend zu machen, verbessern.

Zahlungsverzug Ein Schuldner kann mit der Begleichung einer Forderung grundsätzlich auf drei Weisen in Verzug kommen:

  1. Verzug durch Mahnung des Gläubigers:

Ab dem Zeitpunkt, zu dem der Schuldner eine Mahnung vom Gläubiger erhält, die ihn dazu auffordert die fällige Forderung zu begleichen, befindet sich der Schuldner mit seiner Zahlung im Verzug. Der Verzug beginnt in diesem Fall also mit der Zustellung der Mahnung an den Schuldner.

2 - Verzug ohne Mahnung:

Eine Mahnung ist für den Verzug entbehrlich, wenn durch ein Kalenderdatum (z.B. in einem Vertrag oder auf der Rechnung) bestimmt wird, bis wann die Forderung vom Schuldner zu begleichen ist. Lässt der Schuldner die Zahlungsfrist verstreichen, befindet er sich ab dem Tag im Zahlungsverzug, der auf den letzten Tag der Zahlungsfrist folgt. Geht z.B. die Zahlungsfrist bis zum 28.08., befindet sich der Schuldner ab dem 29.08. in Zahlungsverzug.

3 . Nach dem neuen Gesetz zum Zahlungsverzug kommt der Schuldner grundsätzlich 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang einer Rechnung oder einer gleichwertigen Zahlungsaufforderung in Verzug, sofern vom Gläubiger keine kürzere Frist gesetzt wurde.

Wenn die Rechnungsabteilung outgesourced ist, entfallen solche guten kaufmännischen Traditionen. Rechnung gestellt, Rechnung nicht pünktlich gezahlt, Mahnnung geschickt. Es gibt übrigens keine gesetzliche Regelung, wann Mahnungen zu schreiben sind. Also, am besten gleich die Rechnungen bezahlen.

Zahlungserinnerung ist nett, muss aber niemand machen. Kostet nur unnötig Geld.

Normalerweise lässt man es als Kunde nicht so weit kommen.

Es gibt keine Rechtspflicht für eine mehr als eine Mahnung um den Verzug auszulösen.

Es gibt auch Fallkonstellationen in denen es gar keine Mahnung braucht um einen Schuldner in Verzug zu setzen.

Warum sollte ich meinem Geld länger als nötig hinterherlaufen?

Bei Mahngebühren seh ich viel Unwissen oder den Versuch noch Gewinn rauszuschlagen, was absolut nicht zulässig ist.

Das waren mal 4 Mahnungen insgesamt, nicht wahr: Zahlungserinnerung, 1. 2. und 3. Mahnung. Ist sehr aufwändig und teuer. Nicht jeder Kunde zahlt seine Rechnung sofort, obwohl er dazu verpflichtet ist. Gehörts Du etwa auch dazu? Schlechte Zahlungsmoral, nicht wahr? Die Leistung ist erbracht, aber das Geld soll nicht fließen.

Ich würde es gar nicht erst zur 1. Mahnung kommen lassen! Dann sparst Du Dir auch die Mahngebühren.

Was möchtest Du wissen?