Warum ist der EBITDA so wichtig?

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Natürlich ist am Ende wichtig, was tatsächlich übrigbleibt, also der Gewinn nach allen ausgaben und nach Steuern. Aber das EBITDA sagt viel über die tatsächliche wirtschaftliche Leistungsfähigkeit des Unternehmens aus.

Zum einen wird durch die Elimination der Zinsen (I) der Effekt herausgerechnet, der durch die Finanzierungsentscheidung der Inhaber entsteht. Zwei Unternehmen die beide genau gleich gut arbeiten können unterschiedliche Reingewinne haben, weil bei dem einen Unternehmen der Inhaber beschlossen hat, das ganze nur über Kredit zu finanzieren. Vielleicht hat das wirtschaftlich bessere Unternehmen sogar deshalb einen geringeren Jahresüberschuss. Beim EBITDA wird das ausgeglichen. Da hat das bessere Unternehmen tatsächlich das bessere EBITDA

Durch die Elimination der Steuern (T) wird der Effekt herausgerechnet, der durch die Entscheidung der Gesetzgeber entsteht und letztlich auch nichts mit der Wertschöpfung im Unternehmen zu tun hat. Beide Einflüsse haben eigentlich nichts damit zu tun, wie gut oder schlecht das Unternehmen selbst läuft.

Die Abschreibung nimmt man heraus, weil diese nur eine rechnerische Verteilung der bereits getätigten Investitionen sind.

Das EBITDA zeigt besser, wieviel Geld ein Unternehmen eigentlich erwirtschaftet und wieviel für die Verteilung auf die Unterschiedlichen "Empfänger" zur Verfügung steht, die sich am Unternehmensgewinn bedienen möchten: Kapitalgeber, Staat, Eigentümer, Investoren.

Man sucht halt eine Kennzahl über die operative Leistungsfähigkeit im Sinne von "Was wurde denn wirklich geschafft?" So als Maßstab, wie gut der Laden läuft und wie gut das Management das operative Geschäft im Griff hat.

Das ist eine andere Fragestellung als "Wie stark hat man investiert?" oder "Wie gut konnte man Steuern vermeiden?". Diese Fragen sind auch wichtig, aber aus anderer Perspektive.

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