Warum ist Cannabis in Deutschland verboten?

5 Antworten

Hallo,

also die Antworten hier lassen doch noch einiges zu wünschen übrig. Es gibt viele Gründe für die Prohibition, ich versuche mich kurz zu fassen. Zunächst mal ist Cannabis medizinisch gesehen nicht unbedenklich, wie alle Drogen. Ob das ausreicht, um dem sog. "mündigen Bürger" das Zeug zu verbieten, wo man ihm zugleich diverse andere Sachen erlaubt (Alk, Nikotin, nicht verschreibungspflichtige Medikamente und nicht zu vergessen verschiedene Ersatzkräutermischungen, die legal erhältlich sind...), darf bezweifelt werden. Zumal es einige Fachleute gibt, die der Legalisierung durchaus aufgeschlossen gegenüber stehen. Wenn hier jemand schreibt, dass ihm/ihr Kiffer nicht passen weil sie nicht so leben wie andere es für richtig halten, dann ist das schon fast faschistoid. Faschistoid ist genau das richtige Wort, denn die Nazen haben es damals als "der Volksgesundheit abträglich" verboten. Die Leute mussten für den Krieg ja fit sein. Seitdem ist es in D verboten (etwa 1935 glaub ich). Nach 1945 stand Deutschland weitgehend unter US-amerikanischer Kuratel. In den US ging die Prohibition in den 1940ern los, aus einer Interessenkombination von Baumwollindustrie, religiösen Eiferern (die gerade die Alk-Prohibition zurücknehmen mussten und nun etwas anderes verbieten wollten für ein gottgefälliges Leben) und ja...Rassisten. Letzteres war mir auch recht neu, aber Drogen zu kriminalisieren wurde und wird als probates Mittel gesehen, um ethnische Gruppen zu diskriminieren. Bei Gras waren es damals vor allem mexikanische Einwanderer und ein paar Schwarze, die man ja offiziell nicht so ohne weiteres diskriminieren konnte (liberale Verfassung, Menschenrechte usw.). Und ja, die Afros waren damals ohnehin diskriminiert (Segregation), so hatte man sie aber noch mal zusätzlich bei den Eiern und obendrein noch die Hispanics, die man auch möglichst klein halten wollte in "the promised land". Das geht bis heute, Bsp.: Reagan hat die Strafgesetzgebung der US in den 80ern dahingehend angepasst, dass 500g Kokain genauso hart bestraft werden wie 5g Crack (das als Derivat nichts wesentlich anderes ist als Koks, bei meist schlechterer Quali). Wenn man sich vor Augen hält wer, für die jeweilige Droge die Konsumentengruppe darstellt, erkennt man schnell auch hier ein rassistisches Moment (Nadelstreifen vs. Negro) bzw. wer "das Sagen" hat. Wie gesagt, was die Gesetzesnorm betrifft, so war die Bundesrepublik seit 1945 mehr oder weniger stark an die US gebunden (westliches Bündnis halt) und in D selbst war das ganze, wie die frühere Gesetzgebung zeigt, durchaus adaptionsfähig.

Wer das alles für Verschwörungsquatsch hält, darf sich gern belesen. Das ganze ist mittlerweile von seriösen Historikern aufgearbeitet. Medizinische Gutachten gibt es auch zur Genüge, wobei ich letzteres auf Ebene der Bürgerrechte als fast irrelevant auffassen würde. Heute ist es in der Tat so, dass einige Interessen vom Verbot profitieren, v. a. Pharma- und Genussmittelindustrie, aber eben auch Unternehmen die die Herstellung von Papier und Kunstfaser ermöglichen. Der Preis, über den hier diskutiert wurde, ist auch nicht relevant, da man sich den Kram im Zweifel selbst anbauen könnte, was zwar nicht kostenlos, aber immerhin vergleichsweise günstig wäre.

So. Das war die Kurzfassung.

cannabis wurde 1928 ins opiumgesetz aufgenommen, weil ägypten mit der einstellung des kokain- und heroinhandels (damals beides noch medizinisch erlaubt) drohte. die ns-regierung hat das einfach nur übernommen. die gründe gegen die re-legalisierung sind allerdings wesentlich komplizierter (siehe meine antwort)

Kommt jetzt vielleicht ein bisschen spät. Meine Meinung zu dem ganzen Thema lautet wie folgt.

Cannabis ist in erster Linie ein Heilmittel das schon mehrere Jahrtausende v. C. entdeckt und benutzt wurde. Das Problem sind einerseits die Pharmakonzerne die mit ihren individuellen chemischen Heilmitteln eine Menge Geld einstecken. Durch Cannabis (Öle etc.) würden viele dieser Produkte vom Markt verschwinden. 

Außerdem leben wir in einem Land mit Lobbyisten und dergleichen die diese Konzerne mit ihren Interessen politisch vertreten. Das zusammen mit anderen Faktoren wie die relativ kurzen Regierungszeiten führen dann zu einer Stagnation die sich immer wieder aufs neue wiederholt. 

Außerdem gibt es noch die Bürger die es besser finden dass tausende Leute an Tumoren und dergleichen sterben die aufgrund von Cannabis verhindert werden könnten (natürlich nicht alle aber viele) mit der Begründung dass Cannabis eine gefährliche Einstiegsdroge ist (widerlegt, wird sogar schon als Ausstiegsdroge betrachtet) als dass wenige Einzelfälle psychische Schäden davontragen. Auch wenn mir die betroffenen leidtun finde ich es persönlich besser wenn Leben gerettet werden als wenn wenige Ausnahmefälle psychisch erkranken (ist hart aber meiner Meinung nach die Wahrheit)

Weil wir eine Solidargemeinschaft sind und wir an der Stelle eine Grenze setzen an der uns die Krankheit zu teuer wird. Wir stehen auf eine dauernd arbeitende Gesellschaft die es uns ermöglicht den Reichtum zu halten. Doofe Kiffer bringen nix ein, Sie schaden uns eher.

Saufen hat ja Tradition, das ist was anderes

darum : für einige menschen wäre die legalisierung ein nachteil . und zwar : hersteller von alkoholischen getränken , zigaretten hersteller , medikamemten hersteller , mpu stellen , gefängnisse , zoll , polizei , drogen produzenten , drogen händler , drogen dealer . die legalen geschäfte nehmen diesen illegalen ihren job weg .

Möglicherweise würde es keine Arbeiter mehr geben, weil jeder so faul ist? Wer weiß ;) Aber ernsthaft, ich finde das Gesetz ehrlich gesagt auch sinnlos.

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