Warum ist Buchhaltung wieder so kompliziert für mich geworden?

2 Antworten

Wirklich so ganz schwer einen Weg aus dem Problem zu finden. Für mich scheint Dein Hirn aus Frust beleidigt zu sein. So einfach und schon wieder diese Dinge zu lernen... Also nur als These formuliert, um so vielleicht einen Rettungsweg anregen zu können.

Denn selbst wenn Referenten inhaltlich abweichen, dann könnte man ja durch eigene Kenntnisse und Aufzeichnungen oder Skripte/Schulbücher den eigenen Weg finden.

Wobei mir die Umstellung zwischen Groß- und Außenhandelsbuchführung und Industriebuchführung damals schwer gefallen ist. Dabei kamen die Unterschiede erst viel Später.

Als erstes ist es wichtig die Verkrampfung zu verlieren. Setze Dich in den Unterricht und mache ein oder zwei Einheiten einfach nicht mit. Träume. Damit Du merkst die Erde dreht sich trotzdem weiter. Außerdem kann man m.E. das Grundprinzip in etwa 100 Minuten in den Kopf bekommen. Da ist es ja schon.

Und braucht sich dann nur noch um Besonderheiten zu kümmern. Wie Warenkonten abschließen.

Ein Problem kann auch darin bestehen nur für Prüfungen gelernt zu haben. Ich versuche mal die Folgen als Bildnis zu erklären. Wir wissen allerdings noch nicht wirklich, wie das Gehirn sich Dinge merkt. Daher von mir jetzt der Versuch die Logik zu zeigen.

Beim Lernen bilden sich zwischen den vorhandenen Hirnzellen neue Verbindungen. Die knüpfen immer erst dann und dort an, wo sie bekanntes Wissen finden.

Neben den Verbindungen entstehen auch neue Zellen, die ebenfalls eingebunden werden.

Etwas verlernen bedeutet also diesen Zellen und Verbindungen keinen Sinn mehr geben zu können oder sie wurden bei Umbaumaßnahmen einfach abgebaut. Glaube ich aber nicht. Wir sprechen viel häufiger vom verschütteten Wissen und finden es oft wieder.

Also stellt sich die Frage: Hirn, wo hast Du das Wissen abgelegt? Hirn, warum ist das nicht mehr verfügbar? Hirn, gib die Infos wieder frei.

Klingt albern, ist aber tatsächlich so. Wenn wir nach vergessenem Wissen suchen, dann tun wir dieses im Allgemeinen mit der Frage: Wie war das jetzt? Irgendwann bekommen wir einen Anknüpfungspunkt und können dann große Teile logisch wie einen Wollfaden entknoten und zum stärkeren Netz umarbeiten. Weil alles was wir häufiger brauchen, wird stärker verankert.

Je nach Lehrer gibt es eigentlich zwei Einstiegsfragen. Was ist Buchführung bzw. warum machen wir das. Die einen erzählen den historischen Komplex - Mittelalter, Mönch. Andere erzählen von den kaufmännischen Kontrollmöglichkeiten, die sich aus der Buchführung zeigen lassen und weisen ganz deutlich darauf hin, dass es Gesetze gibt, die zur Buchführung verpflichten.

Bereits hier kann man bei einem Umstieg zwischen Referenten ins Schleudern kommen. Das wäre für mich daher auch der erste Ansatz. Mit Papier hinsetzen und dort auch beginnen. Bekanntes notieren. Dann kommen in der Regel Bilanz und Inventur als Thema. Dann sollte man auf die T-Konten kommen. Vermutlich arbeitet Ihr im Unterricht aber noch mit Buchungssätzen. Die andere Darstellung kann natürlich auch ein Problem sein. Hat man bereits das Denken auf Konten getrimmt und der Lehrer macht jetzt den Schritt zurück, dann kann das auch der Grund für den Salat sein.

Wenn Du Deine persönliche Störung suchst, dann ist es genau an der Stelle wichtig die bekannten und mehr genutzten Wissensbestandsteile mit den weniger bekannten stärker zu verbinden. Buchungssätze und Konten wieder stärker zu verbinden, dass wäre dadurch möglich fröhlich in Konten zu buchen und dann erst die Buchungssätze daraus zu bilden. Dann ohne Eintragung in den Konten gleich den Buchungssatz zu finden.

Andere Möglichkeit besteht im Vertrauen tatsächlich zu vergessen. Einfach neu lernen. Dafür braucht man aber nicht alles neu lernen. Man braucht auf dem verschwundenen Wissen nur eine "Überdeckung" zu organisieren. Die würde aus dem auswendig lernen von etwa 10 Sätzen bestehen.

1. Es gibt Bestandskonten.
2. In der Bilanz stehen die aktiven Bestandskonten auf der linken Seite. Sie sind sortiert nach der Liquidität, also Flüssigkeit.
3. Passive Bestandskonten beschreiben wie die Aktiva finanziert wurden. Dem lange dem Unternehmen zur Verfügung stehenden Eigenkapital, den Hypotheken, den sonstigen Verbindlichkeiten.
4. Stehen Konten auf der linken Seite der Bilanz, dann werden Buchungen bei Zugängen im Konto auch auf der Linken Seite vorgenommen. Zugänge kann man auch als Mittelverwendung bezeichnen. Die Seite heißt Soll.
5. Passiva stehen rechts. Die rechte Seite nennt sich Haben. Es ist die Mittelherkunft.

Fortsetzung als Kommentar hierzu --->

6. Erfolgskonten werden unterschieden nach Ertrag und Aufwand. Diese werden später gemeinsam über GuV abgeschlossen und verändern dann das Eigenkapital der Bilanz.
7. Aufwandskonten sind auch Darstellungen über die Mittelverwendung. Die Verwendung wird entweder über die Minderung eines aktiven Bestandskonto finanziert oder die Erhöhung von Verbindlichkeiten. Die Buchungssätze lauten dann Kosten oder Wareneinsatz an Kasse oder Kosten;WE an Verb. aus LuL
8. Die Erträge sollen das Unternehmen finanzieren. Sie gehören also ins Haben. Erträge finanzieren also die Bestände i.d.R. von Kasse, Bank, Postscheck oder Forderungen. Damit aktive Bestandskonten. Damit Ka., Ba., Ford an U'Erlöse

9. Im Abschluss werden die Ertragskonten über die GuV abgeschlossen. GuV gilt als Unterkonto zum Eigenkapital.
10. Nach dem Abschluss der Erfolgskonten sind die aktiven und passiven Bestandskonten dran. Die erscheinen gleich in der Bilanz.

Ich habe mir das gerade speziell für Deine Problemlösung zusammen gefasst. Hoffe, dass das ein für Dich geeignetes herangehen wäre. Und es sind bewusst bestimmte Vorgänge zusammen gefasst. Um Dem Hirn zu sagen - Das verstehst Du schon.

Im Grunde kann ich Dir aber nur viel Glück wünschen. Denn Du musst jetzt die Absturzstelle finden und dann die Anknüpfung organisieren. Von meiner Seite kann ich Dir dabei nur viel Erfolg wünschen.

So allgemein ist es schwer eine Antwort zu geben.

Wenn man das system erstmal verstanden hat, ist es erstmal auch leicht.

Desto tiefer man aber in die Materie eintaucht, desto komplizierter wird es.

Als Beispiel die Umsatzsteuer.
In der Schule hat man nur die einfachen Fälle..

Es gibt aber noch i.g. Lieferungen/erwerbe, Reverse Charge, reihengeschäfte, sonstige Leistungen.
Da ist es wichtig den Ort der Leistung richtig zu bestimmen, ansonsten geht das voll daneben und kann richtig teuer werden.

Dies nur als Beispiel

Also wo genau sind deine Probleme ?

Das Problem ist leider die Basic. Irgendwie verstehe ich die Buchführung nicht mehr.

Du meinst soll an haben

Bestandskonten, erfolgskonten?

@faiblesse

Mein Problem ist, wenn ich eine Rechnung vor mir habe. Was geht ein, was weg, welche Konten muss ich ansprechen uns so weiter. Quasi das kontieren als solches. Die Basic ist ja, dass, was mehr wird, kommt ja ins Soll. Ich erkenne das aus der Rechnung nicht direkt heraus. Ich habe heute von sieben Kontierungen gerade mal eine richtig gehabt. Das war die einzige Kontierung, die für alle anderen Kursteilnehmer Probleme bereitete und die habe ich richtig kontiert. Ich muss einfach bei den anderen Kontierungen sehr lange überlegen, um es nicht richtig zu machen. Der Lehrer zeigte übrigens eine Methode, wo alle das hinbekommen, ich komme mit dieser Methode einfach nicht klar. Mich macht das einfach durcheinander.

Eine Frage stellten mir meine Klassenkameraden: Ich war über zwei Jahre in der Buchhaltung tätig, machte Anfang des Jahres den Kurs über kontieren, mit erfolgreich bestandener Prüfung und weitere Lehrgänge. Warum komme ich damit nicht zurecht. Ich kann es nicht verstehen. Es hat doch vorher geklappt.

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