Warum Grundschuld auf sich selbst eintragen lassen?

5 Antworten

Im Grundbuch steht zwar noch die Bank, jedoch hat dein Nachbar eine Bestätigung, daß die Schuld getilgt ist. Das ist eine Urkunde. Die Bank hat keine Forderung mehr.

Eine Löschung würde Geld kosten. Also läßt man es so stehen.

Da geht problemlos ein anderes Geldinstitut rein, wenn dein Nachbar noch mal einen Kredit benötigt.

Vorteil: Auch dann muß dein Nachbar nicht noch mal für eine Eintragung bezahlen. Steht ja schon eine drin im Grundbuch. Wird nur der Name ausgetauscht.

Kleiner Nachteil: Soll der Folgekredit nur über 40000€ gehen, stehen 50000€ im Grundbuch. Doch keine Bank will 50000€, wenn die Kreditsumme nur 40000€ hoch ist.

Sinnvoll wäre es, sich eine Löschungsbewilligung erteilen zu lassen.

Damit kann er entweder später nochmals bei seiner Bank vorstellig werden und gegen Rückgabe der Löschungsbewilligung wieder ein neues Darlehen aufnehmen oder das Recht im Grundbuch löschen lassen.

Er kann sich auch das Grundpfandrecht mit einer Abtretungserklärung abtreten lassen.

Mit der Abtretungserklärung kann er die Grundschuld als Eigentümergrunschuld auf sich übertagen lassen oder die Erklärung der Bank zurückgeben und das Grundpandrecht ebenfalls erneut valutieren lassen (Kredit aufnehmnen).

Ob eine andere Bank die Bedingungen der Eigentümergrundschuld, wie dinglicher Zinssatz etc. akzeptiert ist nicht immer sicher. Eine andere Bank könnte die Löschung des alten Rechtes oder dessen Rangrücktritt z.g. einer neuen Grundschuld verlangen.

Sparkassen können Löschungs- oder Abtretungserklärung im Gegensatz zu Banken, selber in grundbuchmäßig vollziehbarer Form ausstellen; Banken benötigen die Beglaubigung der Urkunde durch einen Notar.

Ein Eigentümergrundschuldbrief kann im Rahmen einer privaten Geldbesorgung sinnvoll sein.

Beispiel: Nachbar Fritz Müller gibt ein Darlehen und erhält als Sicherheit dann denn Grundschuldbrief.
Den Eigentümergrundschuldbrief.

Doch heutzutage gibt es bankseitig durchweg nur noch Buchgrundschulden.

Es ist nicht zwingend notwendig bei einer lastenfreien Immobilie dann auch hinten dran eine Eigentümergrundschuld eintragen zu lassen.

Eine Grundschuld wird auf den Geldgeber eingetragen, also normalerweise auf die Bank, die das Geld verleiht.

Vielleicht meinte der Bekannte etwas anderes:

Man kann die Eintragung stehen lassen. Sie ist dann nicht mehr valutiert. Aber falls man wieder einen Kredit braucht, dann kann man mit dieser Eintragung erneut einen Kredit bekommen, ohne weitere Umstände.

Im Rahmen der Rückgewähr der Grundschuld von der Bank an den Sicherungsgeber (Eigentümer) wird normalerweise die Grundschuld gelöscht. Mit Einverständnis der Bank kann die Grundschuld aber auch an den Eigentümer abgetreten werden. Die Kosten beim Grundbuchamt sind gleich hoch, das bietet jedoch den Vorteil, dass man die Grundschuld bei einer erneuten Finanzierung wiederum an die neue Bank abtreten kann. Das ist günstiger als sie neu eintragen zu lassen. Probleme kann es nur geben, wenn der Kapitalbetrag der Grundschuld nicht ausreicht, dann muss eventuell eine zweite zur Ergänzung eingetragen werden, was dann insgesamt teurer werden kann. Bei einem Erbfall geht die Eigentümergrundschuld auch auf die Erben über. Probleme sind für mich nicht ersichtlich.

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