Warum gibt es unterschiedliche Beitragsbemessungsgrenzen?

1 Antwort

In der Krankenversicherung gilt das Solidarprinzip. Die Leistungen sind
für alle Versicherten annähernd gleich, werden aber entsprechend der
unterschiedlichen Leistungsfähigkeit finanziert.

Angestrebt wird ein gerechter Ausgleich zwischen besser und schlechter Verdienenden, zwischen jung und alt sowie zwischen Gesunden und Kranken. Diese Solidarität hat jedoch ihre Schranken, die in der Bemessungsgrenze ihren Ausdruck findet.

Für die Rentenversicherung hingegen gilt das Äquivalenzprinzip. Die Leistungen orientieren sich an der Höhe der Beiträge. Wer mehr und länger einzahlt, erwirbt auch höhere Ansprüche.

Die Beitragsbemessungsgrenze in der Rentenversicherung beschränkt also nicht nur die monatlichen Abgaben, die sowohl Arbeitnehmer als auch Arbeitgeber zu leisten haben, sondern auch die spätere Rente (das gleiche gilt analog auch für das ALG-I).

Danke für Deine Antwort! Ich verstehe, dass bei der RV+AV das Äquivalenzprinzip und bei der KV+PV das Solidaritätsprinzip Anwendung findet.

Warum verwendet man allerdings für beide Sparten nicht eine BBG in derselben Höhe? Ich vermute, weil dann die Beiträge zur Rentenversicherung nicht reichen würden. Kann das sein?

@sophie1235

Es ist richtig, daß auch die Einnahmen zur Finanzierung der aktuellen Rentner vergrößert werden - das ist ein erwünschter Nebeneffekt.

Wenn die BBG gleich wären, wäre entweder das Solidaritätsprinzip der KV überreizt und das wäre verfassungswidrig oder die Höchstrente wäre viel zu niedrig, was dann zu allgemein stark sinkenden Renten führen würde...

Was möchtest Du wissen?