Warum gibt es soviele private Arbeitsvermittler?

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Weil sich mit Arbeitslosigkeit ein riesiges Geschäft machen läßt.

Auf Stellenangebote des Arbeitsamtes melden sich private Jobvermittler und bieten vermeintlich einen Job an. Frägt man nach, stellt sich heraus, dass sie nur die Klientel ihrer Kunden erweitern wollen. Das ist Rechtsmißbrauch aller erster Ordung. Aber es kümmert fast keinen. Ich kenne dutzende solcher Fälle.

Die Bundesanstalt für Arbeit hat das Problem, dass sie nur Stellen anbieten kann, die entweder hoch qualifiziert wären, gering qualifiziert sind oder nicht gerade dort angeboten werden, wo die Arbeitslosigkeit hoch ist. Um Arbeitslose hoch zu qualifizieren, fehlt dem Arbeitsamt die gesetzliche Grundlage. Also bleiben nur noch geringqualifizierte Jobs, die sehr nahe an der Ausbeutung liegen.

Private Arbeitsvermittler hingegen bieten im Vergleich zur Bundesanstalt für Arbeit erheblich mehr Service für den Arbeitgeber und helfen auch gleichzeitig mit Leiharbeitfirmen aus, wenn mal Not am Mann ist, also die Lohnkosten zu hoch sind.

PS: So hoch qualifiziert sind die Jobs der Arbeitsvermittler im Arbeitsamt im Übrigen nicht.

Nach Kenntnis des Beendigungszeitpunktes eines Arbeitsvertrages (Erhalt der Kündigung) muss der Arbeitnehmer sich innerhalb 3 Tage arbeitsuchend melden, spätestens jedoch 3 Monate vor dem Ende (§ 38 SGB III). Zusätzlich gibt es eine Wartezeit auf den Vermittlungsgutschein von 6 Wochen (§ 45 SGB III).

Im Rahmen des Ermessens kann die AA auch auf die 6 Wochen verzichten, tut sie aber nur dann, wenn sie erkennbar keinen eigenen Erfolg erwartet.

Und wenn die AA bis dahin immer noch keinen Erfolg hat, soll der Arbeitsuchende darunter nicht leiden, deshalb stellt sie den Gutschein aus, damit durch Mithilfe eines Dritten der Erfolg eintritt.

Das Gute für die Agentur: Durch diese Vorlaufzeit von ca. 15 Wochen fischt sie - menschlich verständlich - zuerst einmal die Besten ab (die sich am einfachsten vermitteln lassen - gut für die Statistik über Verweilzeit) und lässt sich bei den Zweitbesten, für die sie jetzt ja keine Zeit hat, durch die Arbeitsvermittler helfen.

Von den Kosten her ist der Vermittlungsgutschein ein Erfolgsmodell - Geld nur bei Erfolg - wenn man die bei erfolgreicher Vermittlung die Staatseinnahmen durch Zahlung von Steuern, Arbeitnehmer- und Arbeitgebersozialabgaben addiert, dazu das gesparte Arbeitslosengeld rechnet, bleibt der Staat trotz der Zahlung der ersten 1.000 € (inklusive Mehrwertsteuer, die an den Staat zurückfließt) immer im Plus.

Der erste Anspruch besteht nach 6 Wochen Arbeit - Rechnungstellung und Bearbeitung bei der AA dauert meist nochmals 4 - 6 Wochen - also nach 3 Monaten Gehaltsbezug bzw. 3 Monaten erspartes Arbeitslosengeld.

Vorab: Es gäbe keine privaten Arbeitsvermittler, wenn sie keine ökonomische Berechtigung für ihr Dasein in unserer Wirtschaft hätten. Da bleibt nämlich nur, was sich bewährt.

"Private Arbeitsvermittler versus Vermittler vom Amt" ist wieder mal ein gutes Beispiel dafür, dass private Besen besser als öffentlich-rechtliche Besen kehren. Das ist auch gar kein Wunder, denn während die Privaten von der Erfolgsquote leben und deshalb ganze Arbeit für ihre Klientel leisten (müssen), arbeiten die Staatlichen in erster Linie für ihre Behörde - die Statistik muss stimmen (auf welche Art und Weise auch immer) und ansonsten wird halt einfach nur verwaltet.

Ich kenne eine (ziemlich erfolgreiche) private Arbeitsvermittlerin, die früher mal bei der Bundesagentur für Arbeit angestellt war. Sie ist dort rausgeekelt worden, weil sie die Menschen zu menschlich behandelt und deshalb immer wieder Ärger mit ihren Vorgesetzten bekommen hat. Die hat mir Dinge erzählt, wie es dort hinter den Kulissen abgeht, da schlackern einem die Ohren!!!

Deshalb finde ich die Entwicklung gut und richtig zum Wohl der Arbeitsuchenden. Ein privater Arbeitsvermittler wird immer bestrebt sein, die Arbeitsuchenden in wirklich gute und dauerhafte Jobs zu vermitteln - zum beiderseitigen Vorteil. Den Spruch mit dem Wirt kannst Du also knicken - der ist sowieso Unsinn, denn auch Wirte müssen eine Menge auf die Reihe kriegen, um dauerhaft bestehen zu können. Aber das ist eine andere Geschichte...

Die Sache hat jedoch einen entscheidenden Hacken. Diese privaten Arbeitsvermittler wären auf dem freien Markt nicht überlebensfähig da eine fast 100 Prozentige Subventionierung durch die öffentliche Hand stattfindet. Das privat besser ist wurde in vielen Belangen der öffentlichen Daseinsvorsorge ( Beispielsweise bei der privatisierung kommunaler Energieversorger )ja bereits dramatisch wiederlegt.

Mit besten Grüßen

@MASTER67

Ich sehe das ein wenig anders: Für mein Verständnis ist das keine "Subventionierung", sondern ein "Freikaufen" von Aufgaben, die man nur unzulänglich erfüllen kann. Im Übrigen gibt es genügend Beispiele für das Gelingen der Öffnung für den freien Markt - siehe Medien (TV), Post- oder Telefonwesen - allesamt Dienstleister am Kunden (wie eben auch die Arbeitsvermittlung). Und die sind nun mal in privater Hand besser aufgehoben, weil für ein Privatunternehmen eben vor allem der (dauerhafte) Erfolg zählt.

"Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört, gut zu sein." (Philip Rosenthal)

@ladytinamaus

Naja , ob wir durch das Privatfernsehen jetzt alle schlauer geworden sind wage ich mal zu bezweifeln. Und die privaten Postanbieter konnten sich nur durch Dumpinglöhne etablieren und das auch nur geradeso da die Qualität doch äußerst mangelhaft bei denen ist . Das sind alles so Sachen die sicher nicht im Sinne von Philip Rosenthal gewesen wären.

Mit bestem Gruß

@MASTER67

Okay, ich möchte nicht weiter mit Dir streiten. Von mir aus behalte Dein Klischeedenken bei, aber lass mich eine Sache noch anmerken: Wenn Du wirklich schlauer werden willst, dann nimm lieber mal ein (Fach-)Buch zur Hand. TV ist in erster Linie zur Unterhaltung gedacht...

LG

Die Arbeitsagentur "vermittelt" ihre Arbeitslosen an die freien Vermittler und so sind sie erst mal aus der Statistik, falls sie nicht an döseligen Weiterbidlungen óder sonst was teilnehmen. Nach außen muss es ja stimmen!!!

Kein Wunder das das es sowenige Arbeitslose gibt.Ja die privaten Arbeitsvermittler kassieren die Vermittlungsgutscheine und alles ander ist denen egal.Das haben wir echt gebraucht,schlechter gehts nicht mehr.Deutschland baut in vielen Sachen ab.

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