Warum gibt es 4 Sozialversicherungen in Deutschland die verpflichtend sind für jeden?

5 Antworten

Das was Du beschreibst sind politische Einflüsse innerhalb des Sozialsystems, besonders seit der Agenda 2010, Urheber die SPD.

Der Grundgedanke der Sozialversicherung war eine Solidarversicherung.
Der sinnfällige Zusammenhang ist, dass allgemeine Risiken abgesichert werden.
Schwere Erkrankungen sind sehr schnell sehr teuer und nicht selten existenzbedrohend.
Eben deshalb wurde eine Mindestsicherung eingeführt, bekannt als SGB I bis SGB XII, im Usprung bereits zu Bismarcks Zeiten.
Heute um den Grundsatz der Sicherung des Existenzminimums bereichert.

Soweit das Ideal, wäre da nicht die politische Willkür.
Wiewohl das Sozialgesetzbuch als Schutz vor Armut einst entwickelt wurde, hat es die Politik in keiner Zeit geschafft, einen Armutsbegriff zu definieren.
Seit der Agenda 2010 hat man die Sozialpolitik ökonomischen Interessen ausgeliefert, heute bekannt als Neoliberalimus.

Nein, ein System wie in den USA, genauer kein System, lässt sich in Deutschland schon aus Verfassungsgründen (Grundgesetz) nicht einführen.
Am einfachsten erklärt es sich mit dem amerikanichem Grundsatz "make Money", ein rein neoliberales Bekenntnis.
Bei allem neoliberalen Wahn deutscher Parteien, ein solches Bekenntnis kennen wir dank des Grundgesetzes nicht.

In einer Solidargemeinschaft ist es nun einmal so, dass diejenigen, denen es besser geht, denjenigen helfen, denen es weniger gut geht. Beispiel Krankenversicherung: Sicherlich gibt es einige, die weniger "rauskriegen", als sie eingezahlt haben - dafür gibt es dann auch viele, die darauf angewiesen sind, mehr rauszukriegen, als sie eingezahlt haben. Und - diejenigen, die sich heute beschweren, dass sie viel mehr bezahlen als rauskriegen, können schon morgen auf der anderen Seite stehen. Das gilt auch für die Arbeitslosen- und Pflegeversicherung.

In der Rentenversicherung gibt es deswegen Finanzierungsprobleme, weil sich gerade das Verhältnis von Beitragszahlern zu Rentenempfängern verschlechtert und man in der Vergangenheit vieles aus der Rentenkasse finanziert hat, was eigentlich aus Steuermitteln hätte finanziert werden müssen. Daher die Aufforderung, privat zusätzlich vorzusorgen. Aber eben zusätzlich, nicht ausschließlich.

Was wäre die Alternative? Die Pflichtversicherung abschaffen. Und dann? Die, die jetzt zu den "Starken" gehören, juckt das nicht, die sorgen privat vor. Aber was ist mit den "Schwachen"? Die schauen in die Röhre, da sie sich private Vorsorge nicht leisten können. Dazu kommen dann noch die, die sie sich leisten könnten, aber darauf verzichten. Selber schuld? Werden viele sagen. Aber so ist unser Staat nun einmal nicht aufgebaut. Und da dieses Prinzip in Art. 20 GG geregelt ist, kann es aufgrund der Ewigkeitsklausel nicht abgeschafft werden. Und das ist auch gut so.


Sozialversicherungen funktionieren nur solange, wie es mehr Junge als Alte in einer Bevölkerung gibt. Zum ersten mal seit bestehen der SV dreht sich das Verhältnis um und das bisherige System droht zu kollabieren.

Leider fiel den Politikern nur ein die Leistungen und Aufgaben in die Privatwirtschaft auszulagern, was die Situation massiv verschlimmert. Andereseits ist es genau das was du scheinbar möchtest, denn statt zB. die staatliche Rente zu stärken setzt man auf Freiwilligkeit bei denen die es sich leisten können.

in den USA gibt es auch nur ganz rudimentär Sozialhilfe ... da gilt hilf Dir selbst ... und wer Pech hat, liegt eben in der Gosse ...

das dürfte wohl kaum mit dem Sozialstaatsprinzip vereinbar sein

Deine Überschrift suggeriert schon 2 falsche Tatsachen.

  1. Es gibt 5 Sozialversicherungszweige
  2. Es muss nicht jeder einzahlen.

Wie ist es denn in den USA? So gar keine Absicherung, wäre das gut?

Und Nummer 2 stört mich an unserem System. Es sollte jeder einzahlen

@Grevak

Und Nummer 2 stört mich an unserem System. Es sollte jeder einzahlen

Dass dann auch JEDER Ansprüche stellen kann auf der anderen Seite wird aber gerne mal vergessen.

In dem Moment wo man mich nötigt einzuzahlen, entlasse ich meine Angestellten, schließe meine Firma und wandere aus. Ich zahle 42% Steuern auf mein Einkommen, ich habe mehr als genug erzwungenen Beitrag geleistet.

@kevin1905

Und das stört mich am Kapitalismus^^

Da gibt es fette Abfindungen. Das Geld wird privat gespart, nicht über einen staatlichen Fond. KV über die Firma, manchmal auch für die ganze Familie des Arbeitnehmers. Das ist doch nicht schlecht.

@verreisterNutzer

Bis der Arbeitnehmer seinen Job verliert, Kündigungsschutz gibt es dort nämlich nicht so umfangreich wie hier, tw. gar nicht.

Vor Obamacare bedeutete Jobverlust auch Verlust der Krankenversicherung.

Da die Regierung nicht direkt mit den Krankenversicherungen verhandeln darf, es keine gesetzliche Krankenversicherung gibt, Importe günstiger Arzneimittel z.B. aus Kanada nicht möglich sind zahlt man dort sehr viel mehr als sonst irgendwo auf der Welt ohne dass das Gesundheitssystem dort besser wäre als unseres.

Abfindungen bekommt auch nicht jeder. Sowas muss man sich schon in seinen Arbeitsvertrag schreiben lassen. Ein Minimum-Wage-Worker hat hierzu aber keinen Leverage.

Es gibt gewisse Dinge im Leben, in der Gesellschaft die nicht als Wirtschaftsunternehmen funktionieren oder zumindest nicht für alle.

Unsere Sozialversicherung befrieidgt die Grundversorgung gegen die Probleme Arbeitslosigkeit (vorübergehend), Rente, Versorgung im Krankheitsfall und bei Pflegebdürftigkeit oder Arbeitsunfall.

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