Warum ein Eigenheim kaufen, wenn der Verkehrswert sowieso fällt?

5 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo Helga,

die meisten haben die eigentliche Frage schon beantwortet, indem Sie erst einmal dafür gesorgt haben dein Missverständnis aus dem Kopf zu bekommen - das der Verkehrswert grundsätzlich sinkt. Ganz im Gegenteil. Der Verkehrswert des Grundstückes selber sinkt nicht - es sei denn es ist ne Autobahn vor dem Grundstück geplant oder es wurde zum Ghetto erklärt. Das erklärt sich dann allerdings von selbst, oder?

Nun um den Verkehrswert zu verstehen, muss man verstehen wie sich dieser errechnet und aus welchen Komponenten dieser besteht (für die Profis: ich erkläre es hier mal grob für einen Laien) . Zum einen wird der Wert des Hauses, zum Anderen der des Grundstückes sowie ggf. der Ertrag errechnet. Würden wir annehmen, dass deine Tochter ihr Haus über die Jahre hinweg verkommen lässt, so sinkt auch der Wert des Hauses rapide und logischerweise wird dann auch der Verkehrswert am Ende nicht besser da stehn. Pflegt sie das Haus und sorgt eher dafür, den Wert des Hauses beizubehlaten oder gar zu steigern, so wird am Ende auch der Verkehrswert besser ausfallen. Der Wert des Grundstückes steigt in der Regel. Es kann - muss aber nicht - den Wert senken, wenn eine zb. Schnellstrasse, Autobahn o.ä. in der Umgebung geplant wird oder durch Verunreinigung (**z.b.****** Autobastler die nicht wissen wohin mit Altöl). Da jedoch bebaubare Grundstücke im Allgemeinen eher weniger werden, steigt auch der Wert dieser!

Der Grundstückswert, Sachwert des Hauses und ggf. Ertragswert (falls vermietet) werden zusammenaddiert, geringfügige Prozente für Instandhaltung etc. abgezogen und das Ergebnis halbiert. In guten Lagen wird zum Endergebnis noch 10-14% zugerechnet = nun hast du den Verkehrswert des Grundstückes (Ein Verkehrswert des Hauses gibt es eigentlich nicht, da nur Grundstücke mit Haus übertragen werden und nicht Häuser mit Grundstücken) ! !

UND WOHLGEMERKT FÜR DIE ES BESSER WISSEN - ES IST HIER NUR GROB ERKLÄRT! Also erst lesen, DANN denken und ggf. darauf kommentieren! Alles andere spricht nicht für Eure Intelligenz!

Wenn deine Tochter das Haus später (wenn sie fürs Wohnheim alt genug ist, ist das Haus eh bezahlt) vermietet oder verkauft, kann Sie mit der Mieteinnahme/Verkaufserlös gut ihr betreutes Wohnen, Altersheim o.ä. bezahlen - mit der gesetzlichen Regelung und ohne Immobilie wird es eher nur ein 2 Sterne Altersheim!

Ich persönlich rate aber nicht zu einem Neubau, sondern zu einer Gebrauchtimmobilie - das ist aber ein anderes Thema!

PS: Ich schreibe hier lediglich aus meinen persönlichen wie auch beruflichen Erfahrungswerten der letzten 11 Jahre Selbstständigkeit als Immobilienkaufmann, Ausbilder und Immobilienmakler mit 5 Büros und 19 Angestellten. Das ist keine Rechtsberatung!

Sehr gut ! ! Der Anregung eine Gebrauchtimmobilie zu erwerben kann ich mich nur anschließen ! ! ! ( Je nach persönlicher Situation natürlich ) Aber nicht weiter sagen ! ! ! Ich würde sonst nach 20 Jahren Berufserfahrung als Bau- und Projektleiter in der Architektur arbeitslos werden :-)

@Kuemmerling

Wir hatten vor bald einen Neubau zu erwerben^^ bitte verrate doch warum du zu einer Gebrauchtimmobilie rätst. ich bin echt neugierig und kann mir das nicht erklären.

Das Haus muss den neuesten Richtlinien des Wärmeschutzes entsprechen.Die Laage ist sehr wichtig, ein Drittel des Wertes entfällt darauf. Wenn diese Voraussetzungen gegeben sind, steht einem Kauf nichts mehr entgegen. Ob man selber darin wohnt, es vermietet ist zweitrangig, denn auf Dauer profitiert man durch seine Geldanlage, zumal die Währungen Sprünge in alle Richtungen haben können. Im Alter mietfrei wohnen, bedeutet mehr Geld für den Konsum zu haben, eventuelles Leben in einem Heim, dafür ist ein Haus allemal gut.

Wenn schon vom Wärmeschutz geschrieben wird, dann bitte schön auch warum und in welchen Zusammenhängen das zu sehen ist. Zudem, eine Gebrauchtimmobilie muss NICHT den neuesten Anforderungen der EnEV ( Energieeinsparverordnung ), des EnEG ( Energieeinspargesetz ) und des EEWärmeG ( Eneuerbare Energien- Wärmegesetz ) entsprechen.

Weil sonst musst schon neu bauen oder kernsanieren :-)

Was ist mit der Infrastruktur ? Ob das nicht wichtige Rahmenbedingungen sind ? Die "gute Lage" ist da eher ein sekundärer Bestandteil der Infrastruktur !

@Kuemmerling

Kuemmerling, mein Anliegen ist ja, der Käufer kann beim Kauf mit ein bisschen Sachverstand, die Spreu vom Weizen trennen. Ein gedämmtes Haus erspart jährlich enorme Heizkosten, warum sollte er eine zugige Bude kaufen? usw. Die Lage habe ich extra lang gezogen, nach meinen Erfahrungen ist sie bei einem Wiederverkauf der Immobilie ein ausschlagendes Kriterium. Das die Infrastruktur vorhanden sein muss, setze ich voraus. Fakt ist, das Angebot von Häusern ist größer, wie die Nachfrage danach, somit ist der Käufer im Moment König. Danke für deine Ergänzungen.

@Kuemmerling

Stimmt - für EFH´s entfällt die Pflicht - da sich aber nur die Wenigsten die gesetliche Regelung durchlesen und sich lieber auf ein "hören und sagen" verlassen - wird dieser Irrtum noch ewig lange umher irren ;-)

Ich schliesse mich Kümmerling an - es ist völliger Blödsinn das ein Haus nach den neusten Richtlinine mit einem Wärmeschutz ausgestattet sein muss - wichtig ist, dass die Werte stimmen.

@Depart33

Du haust hier den Gesetzgeber in die Seite. Als Handwerker würde mir ein billiges, aber gut gebautes Haus auch zusagen, denn die Rekonstruktion bleibt dann kostenmäßig im Rahmen. Als Laie muss aber mit hohen Instandsetzungskosten gerechnet werden, somit hat Kümmerling natürlich recht, von irgend etwas muss der Schornstein ja rauchen.

dann kann man es noch immer vermieten und man hat mehr geld im heim und nach ableben wird es verkauft,dann ist die beerdigung auch bezahlt.miete ist immer verlorenes geld,da schaff ich mir lieber eigentum an,bevor andere an mir verdienen

Verkehrswerte von Immobilien sinken nicht im laufe der Zeit sondern steigen, was Sie aus der Preisentwicklung für Immobilien über die die letzten 60 Jahre ujnschwer selber erkennen können. Folgich gehen Sie bei ihrer Frage von völlig falschen Voraussetzungen aus!

Altbauten, die den neuen Richtlinien nicht entsprechen, haben einen hohen Nachholebedarf an Modernisierungskosten, somit hält sich die Nachfrage in Grenzen.

@zetra

Altbauten haben Bestandschutz und wenn Du etwas über die Nachfrage nach Altbauten erfahren möchtest, lade ich Dich herzlich nach Berlin ein.

@speeedi

Ick bin Baliner. Sicher bezieht sich die Frage auf Einfamilienhäuser, somit sind die Altbauten im Prenzlauer Berg außen vor.

@zetra

Werden aber wesentlich besser gefördert - vorausgesetzt man erkundigt sich gut genug woher man alles Förderungen bekommen kann ;-)

@zetra

Gilt auch für EFH

Auc h wenn der Verkehrswert fällt, steigt trotzdem der Real-Wert. Wozu glaubst du denn, dass sonst die Mieten dauernd steigen? Selbst bei Häusern die längst zu 100 % abgeschrieben sind?

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