Warum bezahlen Fußballvereine nie ihre Schulden?

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Weil man Darlehen und Kredite nicht mal einfach so zurück zahlt. Die haben eine Laufzeit und wenn man nicht gerade eine Sonderablösung vereinbart hat, dann zahlt man die Raten bis der Kredit ausläuft.

Außerdem versuche ich mal vereinfacht darzustellen warum ein hoher Anteil an Fremdkapital gut sein kann:

Dein Unternehmen wirft für jeden Euro den du rein steckst 0,10€ Gewinn ab. Das entspricht 10%. Du hast 1.000.000€ aus deinem eigenen Vermögen investiert. Du erhälst also jährlich 100.000€. Jetzt kannst du dir noch 2.000.000€ zu 5% leihen. Die kannst du auch einsetzen und Gewinne generieren. Du hast also jetzt 3.000.000 eingesetzt und generierst daraus 10% = 300.000€ von denen du aber den Zins für den Kredit (5% von 2.000.000 = 100.000) abziehen musst. Du hast jetzt also noch 200.000 € Gewinn.

Bei gleichem Einsatz deines eigenen Kapitals von 1.000.000€ hast du damit pro eigenem investierten Euro 0,20€ Gewinn gemacht. Dein Vermögen hat sich also durch Verwendung fremden Kapitals statt mit 10% mit 20% verzinst.

Kurz: Solange du mehr Geld aus dem eingesetzten Kapital generieren kannst als du Zinsen dafür zahlen musst, lohnt es sich Geld zu leihen.

Kurz und knapp: Es gibt zwei ganz verschiedene Sorten von Schulden. Einmal die Schulden, die nur als Konsum verbraucht werden und nichts für die Rückzahlung bringen, also nur vorgezogener Konsum. Zum anderen Geschäftskredite, die für Investitionen genutzt werden. Nur für die Letzten gilt, 5432112345 richtig dargestellt hat.Fußballvereine sind Unternehmen, die investieren. Allerdings können da die Vorstände auch Mist bauen und statt zu investieren den Verein mit unproduktiven Abgeltungsforderungen überlasten, wenn sie z.B. viel mehr Spieler auf der Gehaltsliste haben, wie spielen und jede Menge Trainer, von denen nur noch einer das Training leitet.

Hallo! Ein Verein ist immer auch ein Unternehmen und die leben mit Verbindlichkeiten

Die aber letztendlich meistens gedeckt sind

Wert der Spieler, Grundstücke usw.

Ich wünsche Dir alles Gute.

"Schulden" sind an sich Verbindlichkeiten und erstmal nichts schlechtes. Durch die Aufnahme von Schulden kann man z.B. die Eigenkapitalrentabilität steigern (Leverage Effekt) und den freien Cashflow erhöhen, mit dem man dann investieren kann um einen langfristigen Erfolg zu sichern.

Bedenklich wird es erst, wenn es zu eine Überschuldung oder Insolvenz (zwei unterschiedliche Dinge) kommt, wobei die Insolvenz die akute Zahlungsunfähigkeit darstellt. Schulden sind also nur "schlecht", wenn man sie nicht wie vereinbart zurückzahlen kann. Und das ist aufgrund der hohen Einnahmen derzeit nicht der Fall (Würden die Schulden nicht zurückbezahlt werden können wäre jede Bank schön blöd die bereit ist, trotzdem einen Kredit zu gewähren)

Geht es dabei nur darum, dass die Schulden theoretisch zurückgezahlt werden könnten?

..werden sie irgendwann (oder auch schon jetzt in Raten) zurückgezahlt oder ist das egal?

@TypMitGitarre

Die Schulden werden mit hoher Wahrscheinlichkeit bereits zurückgezahlt. Stell dir folgendes Beispiel vor:

Du nimmst einen Kredit von 10.000€ auf. Du tilgst jährlich 1.000€.

Somit bist du für 10 Jahre verschuldet. Selbst wenn du privat noch 30.000€ zur Verfügung hättest, womit du den Kredit locker abbezahlen könntest, wäre dies nicht zu empfehlen da du diese 30.000€ ja anderweitig investieren kannst. Alles Ok, solange du die Rate von 1.000€ jährlich zahlst.

Mit Schulden sind meistens Kredite gemeint. Die bezahlt normalerweise über viele Jahre in Raten ab.

Den Vorteil von Krediten muss man wohl nicht erklären.

Umsatz ist nicht gleich Gewinn. Nehmen wir mal Barcelona. Letztes Jahr 708 Millionen Umsatz und am Ende blieben 18 Millionen Gewinn.

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