Wann verjährt ein Debitor Inkasso Forderung?

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Forderungen aus 2017 verjähren am 31.12.2020. Das Einschalten eines Inkassounternehmens ändert daran auch nichts, dafür müsste schon ein Mahnbescheid bei Gericht beantragt werden, dieser würde die Verjährung hemmen.

Edit: Bitte noch beachten, dass dein Freund (wenn überhaupt) jemandem das Geld schuldet, dann nicht dem Inkassounternehmen sondern mit wem auch immer dieser "Vertrag" zustande gekommen sein soll. Wenn dies z.B. schon in 2016 gewesen sein soll, dann tritt die Verjährung entsprechend auch schon am 31.12.2019 ein. Nur weil das erste Schreiben vom Inkasso in 06/2017 ankam heißt das ja nicht zwangsläufig, dass die Forderung auch aus 2017 ist.

wieso nicht am 01.01.2020, weil die forderung in juni 2017 stattgefunden hat?werde den kumpel später sagen am 31.12.2020.

noch was es gibt nutzer hier die meinten es gibt keine verjährung, weil durch ein mahnschreiben wird die verjährungsfrist verlängert oder wenn die während der verjährungsfrist tätig sind (in diesen fall schicken die ständig diese briefe) dan gibt es keine verjährung.

@Drakee863
wieso nicht am 01.01.2020, weil die forderung in juni 2017 stattgefunden hat?

Na weil die Frist drei Jahre beträgt und erst am Ende des Jahres beginnt in dem die Forderung angefallen ist. Bei Forderung aus 2017 beginnt die Frist somit am 31.12.2017 und endet folgerichtig am 31.12.2020.

noch was es gibt nutzer hier die meinten es gibt keine verjährung, weil durch ein mahnschreiben wird die verjährungsfrist verlängert oder wenn die während der verjährungsfrist tätig sind (in diesen fall schicken die ständig diese briefe) dan gibt es keine verjährung.

Ein Mahnschreiben hat keinen Einfluss auf die Verjährung. Dafür müsste wie erwähnt das gerichtliche Mahnverfahren eingeleitet werden.

@NamenSindSchwer

Da dies aber scheinbar noch nicht passiert ist sollte der Freunde trotzdem einmal ausdrücklich sämtliche Forderungen zurückweisen mit der Begründung keinen Vertrag geschlossen zu haben. Im Ernstfall könnte die Verjährungsfrist auch erst nach einer solchen Ablehnung der Zahlung beginnen. Ich bin mir unsicher inwiefern hier §203 BGB anzuwenden ist.

@NamenSindSchwer

ahhhh normales Mahnschreiben und gerichtliche Mahnschreiben ist der Unterschied. Zum Glück gibt es dich!!

Das heißt der Freund kann auf das gerichtliche Mahnverfahren warten, aber bis heute gab nicht mal ein normales Mahnschreiben.

Deswegen die Frage, kann es sein, dass das Gericht diese Kosten nicht eintreiben wird, weil es sehr wahrscheinlich einen Nachweis vom Inkasso fehlt. Oder akzeptiert das gericht jede beauftragung von inkasso und prüft gar nichts?

würde gerne verstehen, wie die gerichte arbeiten.

@Drakee863

Eine inhaltliche Prüfung ob die Ansprüche gerechtfertigt sind erfolgt nicht. Dafür bedarf es einer Verhandlung, welche es dann gibt, wenn der Schuldner dem Mahnbescheid widerspricht. Sollte der Schuldner dem Mahnbescheid binnen zwei Wochen nicht widersprechen erhält der Gläubiger auf Antrag im nächsten Schritt den Vollstreckungsbescheid mit dem er nach weiteren zwei Wochen die Zwangsvollstreckung in die Wege leiten kann. Auch wenn dem Schuldner dann einfällt doch noch vortragen zu wollen warum die Forderung unbegründet ist, ist das dann zu spät und er muss zahlen.

habe erst jetzt gesehen, dass du deinen beitrag geändert hat.

ich hab das papier von ihm, dort steht vertragsbeginn 07.12.2016. also verjährt es am 31.12.2019.

@NamenSindSchwer

cool. eigentlich muss doch der gläubiger die erlaubnis geben oder? also wird das inkasso nur weiter machen, wenn der gläubiger es auch zulässt? weil laut google hat die debitor inkasso keine verträge anzubieten.

manchmal denke ich, dass das inkasso die forderung erfunden hat und der gläubiger schon lange losgelassen hat oder gar nicht existiert und versucht mit miesen tricks geld zu verdienen.

gibt es sowas bzw geht das? hab unter google nichts darüber gefunden

@Drakee863

Oft "verkaufen" die eigentlichen Gläubiger auch ihre Forderungen für x% des eigentlichen Betrags an die Inkassounternehmen. Der Gläubiger hat so einen Teil seines Geldes und keine weiteren Rennereien, für ihn ist das Thema erledigt. Das Inkassounternehmen versucht die ursprüngliche Summe einzutreiben und behält die Differenz zu dem was sie an den Gläubiger bezahlt haben als Gewinn. Macht eigentlich nur Sinn bei Forderungen die auch zweifelsfrei bestehen und garantiert eingetrieben werden können...und in solchen Fällen wird dann natürlich ruck zuck das Mahnverfahren eingeleitet.

Wenn das nach fast anderthalb Jahren immer noch nicht der Fall ist, dürfte da vermutlich auch nichts mehr kommen, aber man weiß ja nie.

Privatrechtlich können zu recht angemahnte Schulden bis zu 3 Jahre ab Folgejahr ihrer Entstehung noch tituliert werden ohne fristhemmende Rechtsmittel.

Eine tatsächliche Schuld in Entstehung 2018 kann somit bis 31. 12. 2021 immer noch rechtlich tituliert werden. Vollstreckt kann aber rechtlich hier noch nicht werden, so lange kein gerichtlich bestätigter Schuldentitel zur Forderung erwirkt wurde.

Besteht ein amtsgerichtlicher Titel, gilt dieser sogar für 30 Jahre ab rechtswirksamer Titulierung.

Leider kann ich Dir nicht sagen, ob Dein Kumpel seinerzeit nicht doch einen rechsverbindlichen Vertrag mit monetärer Verpflichtung einging. Hier sollte er sich mal zwecks Überprüfung der Rechtslage an den Verbraucherschutz wenden. Bis dahin sehe ich die Vermeidung jeglicher Kommunikation oder Zahlung mit dem Inkasso-Dienst als absolut vernünftig an.

Nur die Briefe von denen sollte er bis zur rechtlichen Klärung erst mal alle behalten.

ein andere nutzer hier siehe weiter unten meinte es gibt keine verjährung. und du bist der erste der es anders sieht und für mich klingt es sehr seriös!! danke dafür erstmal.

er hat die ersten briefe gegen juni 2017 bekommen und jetzt ist es schon mehr als 1 jahr vergangen und eine vollstreckung per gericht ist nicht erkennbar. aber darf das gericht eigentlich so vollstrecken wenn es keinen nachweis vom inkasso gibt? weil somst hätten die es schon lange es beauftragt.

also denke ich es ist hier wieder so eine masche, wie man es öfters hört. also ist die verjährung ab 01.01.2018 gültig? falls dann immer noch briefe kommen dann wegwerfen?

@Drakee863

ich meinte ab 01.01.2020 gültig.

@Drakee863

Grundlegend zum Verständnis :

Wenn ich Dir heute nachweislich etwas verkaufe und Du zahlst nicht, dann kann ich Dir eine ( nachweisbare ) Rechnung schicken , und erst mal weiter schriftlich mahnen. Weigerst Du Dich dann immer noch beharrlich zu zahlen, hätte ich ab 01.01.2019 für 3 Jahre die Möglichkeit, ein gerichtliches Mahnverfahren und eine rechtliche " Titulierung " der Schuld gegen Dich anzustrengen.

Wenn ich einen rechtlichen "Schuldentitel" bei Gericht erwirkt habe, kann ich auf weiteren Antrag 30 Jahre lang einen Gerichtsvollzieher bei Dir auflaufen lassen.

Das kann auch genauso ein Händler ( gewerbetreibend ) so handhaben in gleichen Fristen und Abläufen.

Ein Inkasso-Diens ist jedoch auch nur ein " Privatmensch " und ersetzt an sich nicht gerichtlich nötige Entscheidungen. Der Inkasso würde dann höchstens im Auftrag das tuen können, wozu ich Dir gegenüber keine Lust hätte. Anmahnen umd etwas Druck zur freiwilligen Tilgung der Schuld rechtskonform aufbauen.

Ausser o.g. Weg über das Gericht hat ein Inkasso ansonsten keinerlei mehr Rechtshandhabe als ich selbst. Zwangsvollstreckung geht nur gerichtlich über Titulierung und anschliessende Beauftragung eines amtlichen Gerichtsvollziehers.

Daher nochmals : Dein Kumpel sollte seinerseits umgehend prüfen lassen, ob die Forderung an sich überhaupt rechtlich zu Stande kam per Vertrag zwischen ihm und dem Dienstleister. ( tatsächlicher Urheber der Forderung )

@Parhalia2

gute info. aber muss der gläubiger der das inkasso beauftragt hat das gericht einschalten oder? weil laut google ist die debitor inkasso gmbh nur ein inkasso, dass keine verträge oder so anbietet.

also liegt es nur am gläubiger und nicht am inkasso?

@Drakee863

Die Beauftragung eines Inkasso-Dienstes wäre wie gesagt das selbe, als ob ich laut Beispiel eine andere Privatperson aus meinem Freundeskreis damit beauftragen würde, sich mit Dir als säumigen Schuldner herum zu ärgern. Mehr rechtliche Handhabe als ich selbst hätte der Inkasso-Dienst dabei aber auch nicht aussergerichtlich.

Kostet im Zweifel nur halt mehr, da ein Inkasso neben reinem Materialaufwand für Papier , Zinsen und Porto auch noch gewisse Betriebskosten geltend machen kann.

Daher nochmals : unbedingt prüfen ( lassen ) , ob die Ursprungsschuld berechtigt ist. Wenn ja, können auch Nachgangskosten für Gericht und Gerichtsvollzieher gegen Dich geltend gemacht werden, so sie im Vorfeld einer berechtigten Forderung vom tatsächlichen Gläubiger belegbar zusätzlich entstanden.

@Drakee863
und du bist der erste der es anders sieht

Er ist damit nicht alleine. Hightower liegt einfach nur völlig falsch.

du solltest direkt nach Eingang per Einschreiben und Rückschein der Rechung bzw. Mahnung per Widerspruch besagter Rechnung " bestreiten ", denn bei einer " bestrittenen " Rechnung gibt,s zuerst einmal einen STOP! Nun ist die Gegenseite am Zug und muß ihre Rechnung begründen, die du ja " bestritten " hast.

Ausserdem erfährst du, wenn du den Rückschein erhältst, auch den Namen des Absenders und kannst eine Anzeige erstatten, wenn du einen kriminellen Hintergrund vermutest (Betrug)

Sollte kein Rückschein kommen, hat sich die Sache ohnehin für dich erledigt. Der Gegenseite obliegt es nun,den Klageweg zu beschreiten. Schätze mal, so wie du die " Sache " beschreibst, geschieht nichts von alledem und das " Thema " ist erledigt! (für dich..)

es ist ja keine rechnung sondern eine forderung vom inkasso.

und der kumpel wird sich tod stellen also gar nichts machen. ab wann beginnt die verjährung hier?

@Drakee863

2 Jahre.. aber nur ab Zugang... wenn also eine Mahnung, von wem auch immer, erfolgt, dann eben entsprechende "Verlängerung "...

@bachforelle49

es gab ja keine mahnung und kann man etwa durch eine mahnung unbegrenzt es verlängern?

@Drakee863

Inkasso kommt doch erst, wenn du oder dein Freund nicht auf eine vorherige Mahnung reagiert hat bzw. ignoriert... verlängern, wie du schreibst, ist nicht... es kommt dann ein Pfändung, also der " Gerichtsvollzieher " .. (Kuckuck)..

Erstens sich totstellen ist das vollkommen Falsche. Kannst du unterscheiden ob das Inkassobüro nicht irgendwann einen Mahnbescheid erwirkt. Wird der Bescheid zugestellt und er "stellt sich tot" kann er ohne weitere Anhörung werden, da er die Einspruchsfristen nicht beachtet hat.

Wie bachforelle geschrieben hat... per Einwurfeinschreiben widersprechen und abwarten was kommt. Vorlagen kann man bei www.verbraucherzentrale.de finden

Zweitens zum Thema Verjährung. Du schreibst nicht, wann das war und wie hoch die ursprüngliche Schuldsumme ist. Kannst du dir vorstellen, dass eine Verjährungsunterbrechung vorliegen könnte? Wenn du nicht weißt, was das genau ist oder wann dies eintritt, das Inkasso weiss es ganz sicher.

Und du hast nie in Frage gestellt, dass da mal so was wie ein Kauf oder ein Vertrag im Hintergrund stand. Also ist die Forderung sogar berechtigt? Dann sage ich dir ganz offen, dann würde ich auch das Mahnverfahren betreiben. Da kommen recht schnell mehrere hundert Euro Zusatzkosten zusammen.

Es war der 16.Juni 2017 und die schuldsumme ohne zinsen usw.. lag bei 200€ und noch was (weiß es nicht mehr).

Ich habe noch nie gehört durch ein mahnverfahren kann man die verjährungsfrist unbegrenzt unterbechen bist du dir sicher? aber ein mahnverfahren hat nie stattgefunden und das schon mehr als 1 jahr.

@Drakee863

Wie kommst du darauf, dass dies am 01.01.2020 verjährt?

Minimum 3 Jahre und zwar auf den Tag genau, und ich denke, wenn ich das so lese, dass zumindest Rechnungen im Original ergingen.

@Drakee863
Ich habe noch nie gehört durch ein mahnverfahren kann man die verjährungsfrist unbegrenzt unterbechen bist du dir sicher?

Das gerichtliche Mahnverfahren hemmt die Verjährung, ist aber nicht damit zu verwechseln wenn der Gläubiger ein selbst aufgesetztes Schreiben verschickt auf dem "Mahnung" drauf steht.

@Drakee863

Nur ein gerichtlicher (!) MB hemmt für 6 Monate.

Normale RA und Inkasso schreiben hemmen nicht.

@EXInkassoMA

Der Vorfall war aber nicht am 01.01.2017 sondern erst im Juni, sorry wenn ich das nicht klar ausgedrückt haben sollte, für mich war dies verständlich. Die Verjährungsfrist ist daher länger.

Textvorschlag: "Wertes Inkasso. Ich habe keine Ahnung, was sie von mir wollen. Sie werden aufgefordert, unverzüglich folgendes vorzulegen:

  • Vertragskopie mit meiner Unterschrift
  • Rechnungskopie
  • Mahnungskopie
  • Zustellnachweis etwaiger Waren/ Nachweis der Erbringung etwaiger Leistungen

Bei Weigerung ´gehe ich von einem Betrugsversuch aus, den ich zur Anzeige bringen werde. Zudem werde ich dann beim zuständigen Aufsichtsgericht ein Bußgeld wegen Verstoßes gegen §11a RDG beantragen."

Dann bekommt man entweder die notwendigen Infos, um zu wissen, worum es geht oder man geht zur Polizei mit dem Verdacht, dass die sich das ausgedacht haben und man beschwert sich beim Aufsichtsgericht (kostet nur Briefporto).

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

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