Wann sollte man eine Vorsorgevollmacht beim Notar machen lassen?

5 Antworten

Eine Vollmacht beim Notar ist zwingend bei Immobilien und Handelsgewerbe erforderlich.

Ansonsten kann man sich die Notarkosten sparen, indem man z.B. die Vordrucke vom BMJ (Bundesjustizministerium) 'runterlädt. 

Doch generell ist von Ankreuzformularen abzuraten, da jeder Kreuzchen machen kann. Dafür ist mir mein Leben zu wichtig. 

Eine Vollmacht, die man einer Person seines Vertrauens erteilen kann, macht in jedem Alter (ab Volljährigkeit) Sinn. Wenn man es genau nimmt, darf nämlich - selbst dann wenn du im Koma liegst - niemand für dich handeln oder entscheiden. Was bis zur Volljährigkeit die Eltern tun dürfen, ist danach eigentlich unmöglich. Natürlich gibt es Ausnahmen, aber gibt es aufgrund des Verständnisses anderer Menschen. Der Bevollmächtigte muss ja auch nicht gleich drauf los handeln, man kann die Vollmacht ja auch erst mal an einem Ort hinterlegen und den Bevollmächtigten darüber informieren. Eine notarielle Vollmacht ist von Vorteil, da sie nicht (wie oftmals andere) nach zwei Jahren erneuert werden muss und überall anerkannt wird, was bei schriftlichen Vollmachten oft nicht der Fall ist. Der Haken an der Sache ist folgender: Eine notarielle Vollmacht kann man nur so lange machen, wie man geschäftsfähig (also Herr seiner Sinne ;-) ) ist. Notfalls kann das der Hausarzt bestätigen. Ist man jedoch nicht mehr geschäftsfähig, darf ein Notar eine Vollmacht nicht mehr aufnehmen. Dann muss über das Vormundschaftsgericht eine Betreuung beantragt werden. Dabei wird einem nicht immer eine fremde Person vorgesetzt, man kann auch als Angehöriger die Betreuung für jemanden beantragen. Allerdings muss dann in jedem Fall jeder für die betreute Person ausgegebene Cent abgerechnet und belegt werden.

Jeder sollte das haben. Ich habe es bereits gemacht. Eine Situation, in der man seine Rechtsgeschäfte nicht selber erledigen kann, kann in jedem Lebensalter eintreten. Unter Umständen auch nur vorübergehend.
Wenn man keine Vorsorgevollmacht erteilt hat, wird ein amtlicher Betreuer bestellt, vom Amtsgericht. Dann schon lieber jemand, den ich kenne und mit dem ich vorher darüber gesprochen habe.

Übrigens muss es nicht unbedingt vor dem Notar gemacht werden (Kosten!). Man kann ein Formular von der Website des Justizministeriums herunterladen.
Der Notar ist nur erforderlich, wenn man einen anderen mit der Verfügung über Immobilien bevollmächtigen will.

@ambassador

@ambassador: Dass eine Vollmacht nicht unbedingt notariell sein muss, um anerkannt zu werden, ist grundsätzlich richtig. Aber wartet mal auf den ersten Fall, in dem die Vollmacht nicht anerkannt wird - zu einem Zeitpunkt, in dem der Vollmachtgeber vielleicht schon nicht mehr geschäftsfähig ist. Bei uns haben da schon etliche verzweifelte Leute um Rat gefragt, die mit einer schriftlichen Vollmacht irgendwo nicht handeln durften und nicht wussten, wie sie dieses Problem lösen sollten. In vielen Fällen hilft dann nur noch ein Betreuer - und gerade das wollen ja die wenigsten. Bei der Beurkundung der Vollmacht durch einen Notar werden die Personalien geprüft und in die Urkunde aufgenommen und der Wille des Vollmachtgebers beurkundet. Wird die Unterschrift des Vollmachtgebers unter eine Vollmacht beglaubigt, werden zumindest die Personalien und die Echtheit der Unterschrift bestätigt. Will man jedes Mal mit einem Schriftgutachten nachweisen, dass die schriftliche Vollmacht echt ist? Natürlich sind die Kosten beim Notar erst mal hoch (die hängen vom Vermögenswert des Vollmachtgebers ab), aber was für ein Schaden kann manchmal entstehen, wenn keiner handeln darf, weil eine schriftliche Vollmacht nicht anerkannt wird?

@smile

Oje. Praxis schlägt Theorie. Ich dachte, ich bin auf der sicheren Seite, aber anscheinend gibt es jede Menge Risiken. Danke für den Hinweis!

Dafür kann es nie zu früh sein. Ein schwerer Unfall reicht und Du bist darauf angewiesen.

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