Wann komme ich aus der Bedarfsgemeinschaft raus, und wie viel wird von meinen Lohn abgezogen?

3 Antworten

Also erst einmal zu Deinem Verdienst ! Wenn Du 500 € Netto bekommst,werden 299 € davon abgezogen ( werden nicht Wirklich abgezogen,das ist Dein Regelsatz,der Beträgt 299 € ) ,da bleiben noch 201 € über . Dazu kommt noch Dein Kindergeld in Höhe von 184 €=385 € was du noch hättest . Jetzt zur Miete ! Ihr zahlt 600 € Warmmiete,die wird durch 4 Personen geteilt,also bekommt jeder 1/4 der Warmmiete angerechnet,600 € : 4 Personen = 150 € pro Person Mietanteil .Du hättest also noch 385 €,davon gehen 150 € Mietanteil ab,bleiben also 235 € über .Das heißt für Deine Mutter,sie bekommt von der ARGE 150 € Miete weniger,das ist Dein Anteil.Du musst Deiner Mutter dann von Deinen 500 € Netto,die 150 € Mietanteil zahlen,da sie die von der ARGE ja Abgezogen bekommt . 500 € Nettoeinkommen - 150 € Mietanteil = 350€ +184 € Kindergeld = 534 € was Du im Monat nach Abzug Deines Mietanteils noch hast.Da Du Deinen Bedarf,das heißt,das Geld was Deine Mutter normalerweise für Dich bekommen würde ( von der ARGE ) selber aus Deinem Einkommen decken kannst,fällst Du aus der Bedarfsgemeinschaft raus und es wird außer Dein Mietanteil nichts von der Leistung die deine Mutter bekommt,abgezogen.

Danke "isomatte". Endlich jemand, der meine Frage vernünftig beantworten konnte. Und noch was, mein Kindergeld kriegt meine Mutter auf ihr Konto. Ich habe gelesen, dass das Kindergeld meiner Mutter auch abgezogen werden kann. Sollte ich doch lieber einen "Abzweigungsantrag" stellen, um mein Kindergeld weiterhin zu erhalten?

Gruß Dennis

@Dennis172

Das kannst Du natürlich auch machen ! Aber im Prinzip reicht es aus,wenn Dir Deine Mutter Dein Kindergeld auf Dein Konto überweist und es der ARGE durch Kopie der Kontoauszüge nachweist,dass das Kindergeld Dir zukommt.

Du hast einen sogenannten "Bedarf" von EUR 287 + 150 + 4,03 = 441,- wenn Du jünger als 18 bist oder 299 + 150 + 6,88 = 456,- wenn Du 18 oder älter bist.

Von Deinen 500 Euro wird ein Freibetrag von ca 200 Euro (hängt in genauer Höhe vom Brutto ab und von den Spesen, die Du das hast!) abgezogen und der Rest von ca. 300 Euro auf Deinen Befdarf angerechnet.

Zusammen mit dem Kindergeld von 184 (das wieviele Kind bist Du?) hättest Du also ein anzurechnendes Gesamteinkommen von ca. 484 Euro. Da das den Bedarf übersteigt, verbleibt kein ungedeckter "Bedarf" mehr und Du wärest aus der BG raus. Mit geringerem Kindergeld könnte es um ein paar Cent "knapp" werden.

Du kannst Dir mit dem Einkommen von rund 680 Euro wohl eine eigene Wohnung suchen. Eventuell käme noch ein Wohngeldanspruch hinzu (das hinge von der Höhe der Wohnkosten ab).

Ich gehe mal davon aus, dass Du volljährig bist, oder?

500€ Netto sind ca. 630€ Brutto. Der Alg2-Freibetrag ist dann 100€ + 20% von 530€ = 206€. Abgezogen vom Netto verbleiben 294€ anzurechnendes Einkommen, plus Kindergeld (184€ ?) ergibt sich ein Anrechnungsbetrag von 478€.

In der BG hast Du einen Regelbedarf von 299€ plus Deinem Mietanteil 150€ = 449€.

In der Differenz bist Du 29€ über dem Bedarf. Da es sich dabei um Rest-Kindergeld handelt, wird der Betrag bei Deiner Mutter angerechnet. Es bleibt also bei einer Anrechnung insgesamt von 478€.

Der Abzweigungsantrag für das Kindergeld wird abgelehnt, solange Du bei Deiner Mutter lebst. Du kannst natürlich ausziehen und dann das Kindergeld von Deiner Mutter verlangen oder den Abzweigungsantrag durchkriegen. Allerdings wirst Du dann von 684€ incl. Miete leben müssen und wirst für den Auszug auch keinerlei Unterstützung erhalten (also keine Erstausstattung, keine Kaution, keine Umzugs- oder Renovierungskosten). Deiner Mutter würde dann nix mehr angerechnet werden, allerdings müsste sie dann damit rechnen, dass das Jobcenter die Miete senken möchte und sie zum Umzug auffordert.

Was meinst Du genau mit einer Anrechnung von 478€? Erhält meine Mutter also 478€ weniger?

@Dennis172

Ich hätte jetzt gedacht, dass sie ungefähr 150€ weniger erhält und dass ich ihr den Betrag dann aus eigener Tasche dazuzahle.

@Dennis172

Nein, Du erhältst 449€ weniger, sie erhält 29€ weniger, aber es gibt zusätzlich das Kindergeld. Aber wenn Du es so sehen willst: Eure gemeinsamen Leistungen (und damit vermutlich auch die Überweisung) vom JC fallen 478€ geringer aus.

Sie bekommt für Dich bereits das Kindergeld, wovon sie z.B. Deinen Mietanteil finanzieren kann. Darüber hinaus ist die Frage, wer Essen, Strom, Klamotten etc. bezahlt - Du musst mit Deiner Mutter klären, wer was bezahlt. Auf jeden Fall habt ihr Deinen Freibetrag von 206€ im Endeffekt mehr zur Verfügung. Wenn sich also sonst nix ändert, ist das der Betrag, den Du für "schön" extra zur Verfügung hast, weil Du arbeitest (meiner Meinung nach übrigens ein sehr gutes Taschengeld...).

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