Wann soll man das Grundstück vermessen lassen?

8 Antworten

Ob die Zäune genau auf der Grenze stehen ist für die Planung des Gebäudes eigentlich nicht von Bedeutung. Die digitale Flurkarte des Grundstückes, die der Architekt für die Planung benutzt kann er vom Vermessungsamt bekommen. Dort ist die exakte Größe und die Seitenlängen des Grundstückes, wie sie im Grundbuch eingetragen sind zu sehen. Der Architekt weiss also auch ohne Vermessung wo die Grenzen sind. Eine Vermessung sollte trotzdem VOR der Planung durchgeführt werden. Nur so kann der Architekt einen Lageplan für die Baugenehmigung einreichen der auch stimmt. Für die Planung sind die Höhen des Grundstückes und der Straßenanschluss wichtig. Damit kann der Architekt die geforderten Abstandsmaße einhalten. Die Höhe des Hauses und OK-FFB EG müssen schliesslich auch genehmigt werden. Der Vermesser muss dann für das Schnurgerüst zwar nochmal kommen, hat aber die ganzen Grundlagen (Einmessung ins Kataster, NN-Höhenanschluss) schon durchgeführt und kann das Haus so abstecken wie es genehmigt wurde. Wenn vorher nicht vermessen wurde fallen Fehler bei der Planung/Genehmigung erst dann auf, was zu einer Verzögerung/Einstellung des Baus führen kann.

Es scheint ja keine Grenzsteine, bzw Grenzmarkierungen zu geben. Das ist schon merkwürdig. Und ein Grundstück "einfach 5m nach hinten verschieben" ?

Definitiv sollte es neu vermessen werden. Das ist natürlich nicht umsonst. Wenn nur ein Grenzpunkt strittig ist, hilft auch, wenn man für den Punkt die Koordinaten hat. Wie man daran kommt, kann auch je nach Bundesland verschieden sein. Ich habe hier ertwas interessantes gefunden:

*Maßnahmen bei Verdacht auf Grenzunstimmigkeiten Falls Sie den Verdacht haben, dass einer Ihrer Grenzsteine falsch gesetzt ist, können Sie bei Ihrem zuständigen Vermessungsamt die Koordinaten der Grenzpunkte anfordern. Wenn man nur einen strittigen Grenzpunkt hat, ist es sinnvoll, persönlich beim Vermessungsamt vorzusprechen. Die Vermessungsbeamten sind meist sehr hilfbereit und geben einzelne Koordinaten evtl. kostenlos weiter. Die Koordinaten sind im kartesischen Koordinatensystem angegeben. Um die Strecken zwischen den Punkten zu berechnen, genügt der Pythagoras. Das Nachmessen gelingt am besten mit einem langen Maßband. Beachten Sie jedoch, dass die Toleranz bei Grenzsteinen mit Verankerung im Erdreich 6 cm beträgt. Die rechtliche Seite Um eine Grenze neu zu vermessen, muss man einen ÖbV (Öffentlich bestellter Vermessungsingenieur) mit der Grenzwiederherstellung beauftragen. Das Versetzen und Entfernen von Grenzpunkten darf nur von einem ÖbV durchgeführt werden. Sollte der Grenzpunkt wirklich versetzt worden sein, kann man die angrenzenden Grundstückseigentümer zur Kostenteilung nach § 919 BGB heranziehen. Hat man Beweise (Augenzeuge), wer für das Verrücken des Grenzpunktes verantwortlich ist, so kann dies strafrechtlich nach § 274 StGB verfolgt werden. *

Die Quelle ist hier: http://www.primacom.net/grenzpunkt/

Hallo, für die Baugenehmigung braucht der Architekt einen "Lageplan zum Bauantrag". Dieser wird von einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur/in oder Katasteramt erstellt. In diesem Zusammenhang ist auch zu klären, ob die örtlichen Grenzen mit den amtlichen Grenzen übereinstimmen. Danach kann der Architekt sicher planen.

schon viele Bauherren waren der Meinung, der Zaun und der Torpfosten waren schon immer da und sind meine Grenze. Bevor mit amtlichem Lageplan angefangen wird, ist eine Grenzfeststellungs-Vermessung durchführen zu lassen auf Grund der Kataster im Liegenschaftsamt. Dann können die Grenzsteine ggf. neu markiert werden, oft fehlen diese. dann siehst Du erst, was wirklich Dein Grundstück ist und bist entweder enttäuscht oder kannst Deinen Taun 2m in Richtung Nachbarn versetzen. ;-) Diese vermessung ist dann nötig und erspart späteren Ärger, wenn keine Grenzsteine mehr gefunden werden.

Hallo,

für den Bauantrag braucht der Architekt einen "Lageplan zum Bauantrag". Dieser wird von einem Öffentlich bestellten Vermessungsingenieur/in oder Katasteramt erstellt. Dabei sind auch die örtlichen Grenzen mit den amtlichen Grenzen zu vergleichen. Mit diesem Lageplan kann der Architekt dann sicher planen.

Das ist der Architektenplan auf dem Papier ( amtlichen Lageplan). In der Örtlichkeit (Zäune etc.) kann es anders aussehen. Wie auch zu vermuten ist, da Sie angeben, dass das Grundstück um 5m verschoben ist. Der davon profitierende Nachbar will natürlich keine Vermessung, die alles an den Tag bringt.

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