Vorzeitige Forderung: Höhe Pflichtteil Berliner Testament?

4 Antworten

Die bisherigen Antworten verkennen, dass sich die Erbfolge hier nach dem gemeinschaftlihen Testament der Eheleute richtet. Danach würde beim Tod des Ehemanns die Ehefrau allein erben, und der Nachlass .des Mannes würde sich mit dem Vermögen der Ehefrau verschmelzen. Verlangt nun ein Kind des Ehemanns, gleichgültig ob es aus dieses Ehe oder einer früheren Beziehiung stammt, den Pflichtteil, so betrüge dieser  1/12 des Wertes des Nachlasses des Ehemanns (denn gesetzl. Erben des Ehemanns wären die Ehefrau zu 1/2 und die Kinder A, B und D zu je 1/6; daher der Pflichtteil eines Kindes 1/12).

Beim Tod der Ehefrau wird sie von den Kindern A-D nach Maßgabe des Testaments beerbt. Dabei ist unerheblich, von wem die einzelnen Kinder stammen, weil hier nicht die Verwandtschaft, sondern das Test. die Erbfolge bestimmt. 

Die "Strafklausel" ist so nicht verständlich. Denn niemand kann zu Lebzeiten einer Person "sein Erbe fordern". Vermutlich wird es sich um die allgemein übliche Strafklausel handeln, dass der, der beim Tod des Ehemanns den Pflichtteil fordert, auch beim Tod der Ehefrau nur den Pflichtteil erhalten soll. Das würde dann hier bedeuten können, dass Kind D, wenn es nach dem Tod des Ehemanns den Pflichtteil fordert, beim Tod der Ehefrau überhaupt nichts erhält, weil es nämlich gegenüber der Ehefrau nicht pflichtteilsberechtigt ist. Es liegt m.E. fern, die Strafklausel des Testaments so auszulegen, dass D nach Forderung des Pflichtteils beim Tod des Ehemanns dann beim Tod der Ehefrau so gestellt werden solle, als sei er auch der Ehefrau gegenüber pflichtteilsberechtigt

M.E. gibt es für D (aber auch für A und B !) nur die Alternatibvern

a) Pflichtteilsforderung nach dem Tod des Ehemanns und dann (mangels Pflichtteilsberechtigung gegenüber Ehefrau) beim Tod der Ehefrau nichts mehr, oder

b)Keine pflichtteilsforderung beim Tod des Ehemanns und Abwarten der Erbfolge nach dem Tod der Ehefrau gemäß Testament.

WAS FÜR DIE EINZELNEN VORTEILHAFTER IST; MÖGEN SIE SELBST AUSRECHNEN

.

Woher ich das weiß:Beruf – Verfasser erbrechtlicher Einführungsbücher

zu 1: Natürlich, denn der Pflichtteil bestünde dann ja nur am Nachlass des Erstversterbenden, nicht an dem des Längstlebenden, der durch Erbe und eigenes Vermögen höher ausfallen dürfte.

zu 2: Ja, so haben es die Eheleute ausdrücklich verfügt.

zu 3: Pflichtteilsansprüche entstehen mit Erbfall, sie valutieren zum Stichtag des Sterbetages des Erstversterbenden. Das mag der Vater oder die Stiefmutter des D sein.

G imager761

Der gesetzliche Erbanspruch von D ist nur 1/8, der Pflichtteil also nur 1/16.

Ein gesetzlicher Anspruch auf einen Teil des Nachlasses der Ehefrau besteht mangels Verwandtschaft nicht.

Wie kommst Du auf 1/8?

@jurafragen

Hatte den "Sonderstatus" von C überlesen, damit ist es 1/6

Es sind aber weitere Angaben von nöten. Einmal der Güterstand des Ehepaares. Dann welche Werte haben die Eheleute in die Ehe gebracht. Wie hoch ist ggf. der Zugewinn.

Das Erbmasse des verstorbenen Ehemann wird als Sondervermögen geführt. Die Ehefrau darf nichts verschenken oder anderweitig darüber verfügen.

A,B, und D sind gleichberechtigte Erben , C besitzt keine Anspruch. Beim Erbfall der Ehefrau wird das gesamte Vermögen zunächst geteilt in das Erbe des Ehemannes und in das Vermögen der Ehefrau.

Aus dem Vermögen 1 erhalten A,B und D je 1/3. Das Vermögen der Frau bekommt vollständig Person C.

Sollte D vorzeitig sein Erbe verlangen, dann steht im nur 1/6tel aus dem Vermögen von dem Ehemann zu.

Was möchtest Du wissen?