Vor dem Jura-Studium erst eine Ausbildung zum Rechtsanwaltsfachangestellten?

5 Antworten

Ich als Nicht-Jurist würde sagen, dass es nicht notwendig ist. Eventuell ist es sogar Zeitverschwendung.

Die juristische Theorie, die man als Rechtsanwalt-Fachangestellter lernt, hat man i.d.R. nach den ersten Einführungsveranstaltungen im Studium mindestens aufgeholt.

Was man im Ausbildungsberuf allerdings lernt, ist das klassische Tagesgeschäft, die Verwaltung, Koordination und sämtliche Geschäftsprozesse einer Kanzlei.

Viele, die Medizin studieren wollen und entsprechende Wartesemester haben, machen als Notlösung zunächst eine Ausbildung als med. tech. Fachangestellte oder als Pfleger. Aber oftmals auch nur um die Wartesemester zu überbrücken. In Jura ist der NC aber eigentlich nicht so hoch.

Mein Tipp: Starte direkt mit dem Studium und arbeite nebenher und so früh wie möglich als Werkstudent in einer Kanzlei oder Rechtsabteilung oder mach 2-3 entsprechende Praktika. Das sollte ausreichen, um die Praxis kennen zu lernen. Unterm Strich wird es für Deine Karriere so effizienter sein.

Nachdem ich nach dem Abi auch erst mal nr Ausbildung gemacht habe, kann ich Dir schlecht abraten.

Erstens kannst Du die Ausbildung mit Abi i.d.R. um ein Jahr verkürzen. Zweitens hast Du dann schon mal ne abgeschlossene Ausbildung in der Tasche. Sollte das Studium nicht so laufen wie geplant, beruhigt das ungemein.

Ein Einblick in die berufliche Praxis ist auch ein Vorteil.

Für Abbrecher eine gute Basis ,klar ! Denn die letzten Examen machen oft nur um 36% der Erstsemester erfolgreich .

Ob es nun verschwendete Zeit ist, oder nicht, zuerst die Ausbildung zu machen, sei mal dahingestellt.

Dir sollte aber bewusst sein, dass du einen Unterhalts-/Bafögsanspruch nur für deine erste Ausbildung (wozu auch ein Studium zählt) erhältst.

Wenn deine Eltern das sponsern ist das natürlich kein Problem, solltest du aber vorher abklären.

Juristen gibt es wie Sand am Meer und die Anfangsgehälter sind vergleichsweise niedrig. Dazu kommt, dass ein frisch examinierter Jurist noch wenig Ahnung von den praktischen Abläufen in einer Kanzlei hat.

Ein junger Jurist, der vor seinem Studium schon eine erfolgreiche Ausbildung als Rechtsanwaltsfachangestellter hinter sich gebracht hat, hat mit an Sicherheit bessere Chancen auf eine gutbezahlte Anfangsstelle (vielleicht sogar in seiner früheren Ausbildungskanzlei). Auch bei den potentiellen Kunden kommt ein etwas älterer und selbsicherer Jurist besser rüber als ein pickliger Jungakademiker. 

Verschwendete Zeit. Die Grundlangen lernst du schon im Studium. Du bist schon 20, +3 Jahre Ausbildung =23, +8 Jahre Jura Studium = 31 was zwar nicht alt ist, aber jünger zu sein wäre deutlich besser.

Und nur zur Info, in jeden Studium geht es ums Lernen. Wenn dir Jura liegt wird es dir Spaß machen Jura zu studieren, nur halt der Staatsexamen ist für die meisten der Druck, weil die Angst vorm Versagen haben.

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