''Von der Steuer absetzen''. Was genau kriegt man zurück?

5 Antworten

Die korrekte Bezeichnung für absetzbare Arbeitskleidung ist TYPISCHE BERUFSBEKLEIDUNG  

Beispiel :  Wiener Wald, Hähnchenrestaurant.

Pflicht, Bayrische Dirndl und Krachlederne zu tragen !

Der BFH (höchstes Finanzgericht) mit Sitz in München hat geurteilt, dass die KEINE typische Berufsbekleidung ist.  

Auch der Wechsel der Kleidung am Arbeitsplatz hilft nicht.

Allein die MÖGLICHKEIT, dass die Kleidung auch privat getragen werden KANN, genügt, um die Abziehbarkeit zu verneinen.

Bei einem Verkäufer erkennt das Finanzamt einen Anzug nicht als typische Berufsbekleidung an! Eine typische Berufsbekleidung, die das Finanzamt anerkennt, haben solche Berufe wie Koch, Dachdecker, Polizist (Uniform) oder Pfarrer (Talar). 

Die Anschaffungskosten einer typischen Berufsbekleidung werden vom zu ver-steuernden Einkommen abgezogen. Für den Betrag der Anschaffungskosten brauchst Du dann im Rahmen Deiner Steuererklärung keine Einkommensteuer zu zahlen.

Das ist so ein Fall, wo ich den Arbeitgeber auffordern würde, den Anzug zu kaufen. Dann kann der den von der Steuer absetzen und auch die MwSt kann er verrechnen. 

Ich würde so einen schäbigen Anzug sowieso nur unter Protest anziehen und gegen einen Gehaltsaufschlag.

Das Argument, dass ich so einen Affenanzug, auch Privat tragen könnte, muss ich leider zurückweisen: ich trage so was nicht ohne, dass man mich dafür teuer bezahlt (und selbst dann nicht).

Da könnte ja auch jemand sagen, dass eine Striptease-Tänzerin, ihre Straps auch im täglichen Leben tragen muss.  

Von der Steuer absetzen bedeutet grundsätzlich nur, dass das Finanzamt bei der Jahressteuererklärung die einkunftsbezogenen Ausgaben von den Einnahmen abzieht und nur den Rest versteuert. Dass das Finanzamt dann die Werbungskosten erstatten würde, ist eine Fehlannahme. Effektiv bekommst du nur den Prozentsatz von den Ausgaben zurück, der deinem persönlichen Steuersatz entspricht.

Ich kenne jetzt nicht die konkrete Rechtsprechung zur Berufsbekleidung von Verkäufern. Aber generell gilt das "Abzugsverbot von gemischtveranlassten Aufwendungen". Sprich: Wenn du die Anzüge auch privat verwenden kannst, sind sie steuerlich nicht berücksichtigungsfähig. Aber du hast wie alle Arbeitnehmer die Werbungskostenpauschale von 1.000 Euro. Bis zu diesem Betrag brauchst du keine Ausgaben nachzuweisen, der Betrag wird dir automatisch als Werbungskosten angerechnet. Egal, ob du dafür Anzüge, Gummibärchen oder gar nichts kaufst.

Keine chance, da Du die Anzüge ja auch Privat tragen kannst, greift das Abzugsverbot gem. § 12 EStG.

Die einzige Privatkleidung, die auch abzugsfähig ist, sind Smokings für Croupiers.

Denke als Verkäufer eher an Dinge wie Verpflicgungsmehraufwand (Pauschale) und Fahrtkosten, soweit kein Firmenwagen.

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