Volljährig - weiterhin Unterhaltsanspruch während Ausbildung?

7 Antworten

Der Mann muss nur noch Unterhalt an die Tochter zahlen, wenn sie diesen selbst bei ihm einfordert. Dazu muss die Tochter aber nachweisen, ob sie überhaupt noch einen Anspruch auf Unterhalt von den Eltern hat.

- In der Unterhaltsrangfolge steht die Tochter hinter dem Bruder (und ggf. hinter der Mutter der Kinder bzw. der neuen Ehefrau des Mannes.

- Wenn dem Mann eine so hohe Fahrtkostenpauschale zugebilligt wurde, beläuft sich sein "unterhaltsrelevantes Einkommen" auf ca. 2250 Euro. Danach müsste er für den Sohn ca. 377 Euro Unterhalt zahlen (s. "Düsseldorfer Tabelle"), ihm verbleiben somit noch ca. 1873 Euro.

-  Gegenüber der Tochter haben beide Elternteile einen Selbstbehalt von je 1300 Euro, die Mutter wäre also nicht mehr "leistungsfähig". 

- Der Vater müsste an die Tochter nur in der Höhe seines eigenen verbleibenden Einkommens Unterhalt leisten, ihr "Bedarf" läge hiermit bei 537 Euro. 

- Ihr eigenes Einkommen (600 Euro Brutto = ca. 477 Euro Netto) und das Kindergeld (184 Euro) werden in voller Höhe auf ihren "Bedarf" angerechnet. 

-Ihr stünden somit bereits 661 Euro zur Verfügung, also 124 Euro über ihrem Bedarf - damit hat sie keinen Unterhaltsanspruch mehr an den Vater (selbst bei Anrechnung des "ausbildungbedingten Freibetrages" von 90 Euro hätte sie keinen Anspruch mehr...)





Also die Mutter ist nicht leistungsfaehig, daher ist auch nach dem 18. Lebensjahr nur der Vater weiter unterhaltspflichtig.

Man geht im Hoechstfall von einem Bedarf von ca. 670 Euro (bei allein wohnenden aus). Bei 600 Brutto hat sie ca. 477 netto, dazu das Kindergeld von 184 Euro, als ca. 661 Euro zur Verfuegung. Davon werden oft noch 90 Euro als Werbungskosten abgezogen. Im Hoechstfall stehen ihr also noch ca. 100 Euro an Unterhalt zu.

 

Aber da sie volljaehrig ist, sind bestehende Titel oder Vereinbarungen meist nichtig und das volljaehrige Kind muss dann den Unterhalt persoenlich beim Vater einfordern. Er kann dann neu berechnet werden. Einfach in vorheriger Hoehe weiterzahlen muss er auf keinen Fall.

Hallo Bia,

der Kindesvater müsste auch im Fall eines Studiums zahlen in dem Fall bis zum Lehrabschluss. Da gibt es die bekannte Düsseldorfer Liste. (http://www.finanztip.de/duesseldorfer-tabelle/).

In dem Fall wird allerdings das Einkommen hier Lehrgeld angerechnet. Ob in vollem Umfang oder nur teilweise)  Evtl. beim VDK , SoVD (Sozialrechtsberatung einmal die Woche) kurz nachfragen!

Siehe auch (unterhalt.net/kindesunterhalt/ausbildung.html)

VG Stephan

Klar muss er das, wie alle Eltern ist er für den Unterhalt zuständig bis die Erstausbildung abgeschlossen ist. 

Schon erstaunlich wie sich neue Partner da immer einmischen...

Ich fürchte wenn jede zweite Ehe geschieden wird und Patchworkfamilien ganz normal sind ist es auch eine Frage der Finanzen den der Kindesvater muss ja mit den Mitteln auch seine jetzige Familie ernähren irgendwie. 

Wenn man als Tochter / Sohn ein Einkommen hat sollte auch die Kindesmutter sagen OK die Lage .... aber Frau hat sich so an die Zahlungen gewöhnt. (und da sollte sich Niemand einmischen...).

Ja und wenn die Tochter UND Sohn ihr Teil verlangen was bleibt dann? In der Regel muss man dann eigentlich sagen ich kann mir keine Kinder leisten. Die dann dazu für Andere die Rente zahlen!! Zumindest nicht bei den genannten Einkommen.

@StephanZehnt

Verantwortungsbewusste Eltern setzen nicht weiter Kinder in die Welt die sie sich nicht leisten können. Ob erste oder zweite Familie spielt keine Rolle.

@Goodnight

Und kein Mensch zwingt weibliche Wesen einen Vater als Partner zu wählen der bereits mit einer anderen Frau ein Kind zeugte. 

Ja, er muss weiter Unterhalt zahlen. Allerdings jetzt nicht mehr zu Händen der Mutter sondern direkt an das Kind.

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