Volle Bahn - Kontrolle?

5 Antworten

Das ist Pech, aber Du hättest ja von Anfang an so in die Bahn einsteigen können, das du dich nicht den ganzen Wagon durch die Fahrgäste hättest wühlen müssen, um zum Stempelautomaten zu gelangen.
Wenn das nicht möglich ist, hättest du auf die nächste Bahn warten können.
Du hattest das in der Hand, das nennt man Verantwortungs- und Sorgfaltspflicht.
Das andere Mitfahrer sich durch dich belästigt fühlten, könnte vielleicht nicht an deiner Art und Weise gelegen haben, wie du dir den Weg gebahnt hast?

Ich kann mir nicht annährernd erlauben (Grundsicherung nach SGB XII) 60 Euro zu bezahlen

Wahrscheinlich kannst du dir aussuchen, ob du die 60 Euro innerhalb der angegebenen Frist zahlst, oder lieber durch eine Strafanzeige wegen "Erschleichen von Leistungen", § 265a StGB, dann noch zusätzliche Geldforderungen von Seiten des Staates auf dich zukommen.
Ohne dir Angst machen zu wollen, aber die KVB fackelt da nämlich meines Wissens nicht lange.

Hört sich leider hart an, aber manchmal ist es besser ein kleines, vermeintliches Unrecht über sich ergehen zu lassen.
Der Rechtsweg bleibt dir natürlich offen, aber ich ich bin mir ziemlich sicher, das der wesentlich teurer als 60 Euro wird. Gerichte und Anwälte arbeiten nicht kostenlos. Die Gewährung von PKH sehe ich auch wegen der Geringfügigkeit eher nicht.

Wieder in den Widerspruch? Notfalls mit nem Anwalt? Wenn Du Recht hast, würde ich da nichts zahlen. Das wäre ja unfair. Gut wäre es gewesen, direkt Zeugen anzugeben, aber dafür ist es ja jetzt, bis auf Deinen Kumpel zu spät.

Ich lasse mir echt viel gefallen, aber wenn ich Recht habe, dann gehe ich bis zum letzten. Besonders, wenn ich mir den Spaß nicht leisten kann.

Mein "Kumpel" werde ich da nicht mit ins Boot holen, weil dieser nicht gerade ein Vorbild ist für fahren mit gültigem Ticket.

Als Zeugen wollte ich einen Polizisten haben, den diese Kontrolleurin dazugeholt hatte, nachdem sie meine Personalien lediglich über meinen alten Führerschein (Personalausweis nehme ich nicht mehr überall hin mit) aufschreiben musste.

Der Polizist, den ich um Hilfe bat stand nur regungslos daneben und sagte ich müsse der Kontrolleurin meine Daten geben und ich könne ja hinerher in Widerspruch gehen...

Ich lasse mir echt viel gefallen, aber wenn ich Recht habe, dann gehe ich bis zum letzten. Besonders, wenn ich mir den Spaß nicht leisten kann.

Das Recht hier durchzusetzen wird aber mit Sicherheit wesentlich teurer als das erhöhte Beförderungsentgelt zu zahlen. Anwälte und Gerichte arbeiten nicht kostenlos, und selten wird heute in solchen Fällen heute noch Recht gesprochen, sondern sich eher verglichen.

Auch wenn man sich im Recht wähnt, ist es manchmal besser, die Zähne zusammenzubeißen und ein kleines, vermeintliches Unrecht über sich ergehen zu lassen.

ganz einfach... du wiedersprichst der Forderung... dann wird Strafanzeige gestellt wg. erschleichung von Beförderungsdienstleistungen... das ganze geht vor Gericht und dort kannst du dem Richter das ganze schildern, dieser entscheidet. Kann gut ausgehen, muss es nicht. Wenn es das nicht tut sind die kosten deutlichst höher, aber dir steht auch Prozesskostenhilfe zu.

Fakt war, du hattest zu dem Zeitpunkt keinen gültigen Fahrschein. Wenn die Bahn so voll war wie du sagst (druchdrängen, schuppsen etc) würde ich mir als Richter die Frage stellen wie denn die Kontrolleure zu dir durchgekommen sind.

PKH gibt‘s im Strafrecht bisher noch nicht. Die entsprechende EU-Richtlinie ist noch nicht umgesetzt.

Ist da irgendwie eine Chance da ungeschoren herauszukommen?

Das ist natürlich eine tolle Schilderung und man hätte auf Kulanz hoffen können, aber da dein Einspruch schon abgelehnt wurde, bleibt nun mal ein Fakt, den man nicht weg wischen kann: Du hattest keinen gültigen Fahrschein!

Vermutlich könnte man sogar argumentieren, dass man in eine überfüllte U-Bahn nicht einsteigen sollte, wenn es möglich wäre, dass man seinen Fahrschein nicht entwerten kann, da der Automat von Fahrgästen zugestellt ist.

Ich hab da keine Idee, wie du davon kommen kannst, wenn man deiner Argumentation nicht aus Kulanz folgt.

Ganz ehrlich, solche Texte hören Kontrolleure und die Mitarbeiter, die die Schwarzfahrer bearbeiten, jeden Tag!!!

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