Versicherung will über Inkasso Geld von seit 13 Jahren toter haben,muss der Witwer zahlen?

5 Antworten

Die erste Frage wäre: Stammt das Schreiben tatsächlich von einem registrierten und zugelassenen Inkassodienst? Und falls ja, handelt es sich um eine titulierte Forderung (die wäre 30 Jahre auch über den Tod hinaus beitreibbar)? Letzteres hat das Inkasso zu beweisen, durch Vorlage einer Kopie des Titels respektive Nennung des Aktenzeichens, unter dem die Forderung tituliert wurde. Kann es das nicht -> Tonne.

Zwar richtig, aber all das sind Fragen, die man sich erst stellt, wenn nicht die verstorbene Mutter angeschrieben wird, sondern einer der potentiellen Erben bzw. sobald das Inkasso behauptet, der Ehemann oder die Kinder hätten geerbt.

@mepeisen

Auch wieder wahr. ;-)

Wenn erst nach so langer Zeit etwas kommt, ist es zunächst suspekt. Wenn es von einer Inkasso kommt, ist es zunächst suspekt hoch drei.

Meistens hilft es, die Inkasso aufzufordern, die Nachweise über die Rechtmäßigkeit der Forderung zu erbringen. In 95 Prozent solcher Fälle hört man dann nie wieder etwas von denen.

Eine Versicherungsunternehmen kennt üblicherweise die erforderlichen Einlassungsfristen und die Fristen, nach denen auch ehemals vielleicht rechtmäßige Ansprüche nicht mehr eingefordert werden dürfen. Demgegenüber kennen viele Inkassounternehmen lediglich diverse Tricks, unwissende Opfer über den Tisch zu ziehen.

Eine kurze Antwort mit dem Hinweis, dass die Forderung verjährt ist sollte hoffentlich ausreichen.

Ansonsten würde ich um Nachweise bitten, dass die in Rechnung gestellte Leistung tatsächlich vertraglich vereinbart und erbracht wurde.

Dein Vater sollte die Forderung erst einmal zurückweisen mit dem Hinweis darauf, dass die Adressatin verstorben ist.

Sollte dann eine Forderung an ihn gestellt werden, müsste natürlich geprüft werden, ob dieser Anspruch zurecht besteht.

Da braucht nichts mehr geprüft zu werden. Dieser Anspruch ist verjährt.

@Lukas220999

Nicht unbedingt. Bei titulierten Forderungen beträgt die Verjährungsfrist 30 Jahre.

Im Grunde das exakt richtige Verhalten bzw. die exakt richtige Antwort. Solange das Inkasso nicht konkret den Vater oder die Kinder anschreibt, passiert rein gar nichts. Soll das Inkasso seine Hausaufgaben machen und erst mal einen potentiellen Erben ausfindig machen. Dann müsste es als nächstes den Titel umschreiben lassen und das bekommt der potentielle Erbe dann auch mit.

"Wertes Inkasso. Die Adressatin ist vor 13 Jahren verstorben. Aktuelle Adresse Friedhofsgasse 4... Viel Erfolg..."

Mehr nicht schreiben. Und jeden weiteren an sie gerichteten Brief ungeöffnet zur Post zurückbringen, Adresse durchstreichen und mit Edding "verstorben" drauf schreiben.

Und - beruft sich das Inkassobüro auf einen vorliegenden Titel? Gibt es einen solchen nicht, so ist diese Forderung ehedem verjährt. Ansonsten stellt sich die Frage - muss man überhaupt auf die Post eingehen, welche an eine vor so langer Zeit Verstorbene ergeht?

https://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/erbschaft/haftung-erbe-fuer-schulden.html

Die Verschweigungseinrede beschränkt die Haftung

Ein spezifisch erbrechtliches Mittel zur Haftungsbeschränkung ist in § 1974 BGB normiert. Danach kann der Erbe die Erfüllung einer gegen ihn gerichteten Nachlassforderung verweigern, wenn der Nachlassgläubiger seine Forderung später als fünf Jahre nach Eintritt des Erbfalls gegen den Erben geltend gemacht hat.

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