Versicherer kündigt nach Schadensfall

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Der Versicherer handelt auch im Interesse der Solidargemeinschaft. Denn wenn Du in drei Jahren drei Schäden hattest, hast Du, statistisch gesehen, auch in den nächsten Jahren durchschnittlich pro Jahr ein Schaden. Damit kostest Du ein Vielfaches dessen, was Du einbringst. Und da die Tendenz negativ ist, ist es logisch und notwendig, den Vertrag mit Dir zu beenden. Versicherung heißt, dass es unklar sein muß, ob jemals und in welcher Höhe ein Schaden eintritt. Wenn das bei Dir jährlich der Fall ist, hat das nichts mehr mit Versicherung zu tun. Vielleicht solltest Du besser vorsorgen und Dein Haus in einen besseren Zustand bringen.

Soweit ich weiß hat sowohl der Versicherte als auch die Versicherung das Recht, nach einem Schadensfall den Vertrag zu kündigen. Versicherungen wollen Gewinn machen. Wenn sie in deinem Fall das Gefühl hat, sie zahlen drauf, kündigen sie halt. Wirst da nicht viel machen können.

Für was ist denn eine Versicherung da, wenn nicht zur Abdeckung von Risiken.

Kann man sich gegen diese Kündigung wehren und wie groß sind die Chancen, dass man da Erfolg hat.?

Das nennt sich Vertragsfreiheit. Und es steht garantiert in den Versicherungsbedingungen, dass die Versicherung den Vertrag im Rahmen der üblichen Fristen von sich aus kündigen kann.

Oft steht in den Verträgen was von Sonderkündigungsrecht nach einem Schadensfall. Das gilt dann aber für beide Parteien.Du könntest also nach einem Schaden auch Kündigen. Mal nachlesen was bei dir drinsteht. steht es so drin, kannst du nichts machen.

Das ist ein übliches Vorgehen und, zumindest bei Verträgen, die nicht uralt sind, so geregelt, wie die Vorschreiber schon erwähnt haben: Nach einem Schadenfall kann sowohl der Versicherer, als auch der Versicherungsnehmer frist- und grundlos kündigen. Bei manchen Versicherungsgebühr-Erhöhungen, die einem ins Haus flattern, ist das ebenso, und am Schluss auch erwähnt, auch da gibt es ein solches außerordentliches Kündigungsrecht (in dem Fall natürlich nur für den Versicherungsnehmer interessant.

Warum ist das so: Versicherungen sind Wirtschafts- und keine Wohlfahrtsunternehmen, sie achten streng darauf, dass sich Ihre Produkte rechnen und am Ende etwas "hängen bleibt". Durch entsprechende Beiträge und geringe Kulanz im Schadenfall, gelingt das auch; Grundlage bilden dabei natürlich "durchschnittliche Risiken" und durchschnittliche "Schadenhäufigkeit".

Wenn nun ein Versicherungsnehmer die Versicherung mehr / häufiger als der Durchschnitt in Anspruch nimmt, muss die Gesellschaft - in ihrem eigenen und auch im Interesse der restlichen Kunden reagieren: Krankenversicherungen zum Beispiel (private) erheben bei bestimmten Krankheiten (oder danach) Risikozuschläge. Sachversicherungen kündigen gern.

Das ist durchaus sinnvoll, denn Ihr Risiko scheint ja - aus welchen Gründen auch immer - höher zu sein; Sie kosten die Versicherung schlicht zuviel.

Wenn Sie jetzt wechseln (müssen), werden Sie woanders entweder nicht versichert oder müssen einen entsprechenden Risikoaufschlag zahlen (den kann man übrigens versuchen, nach Jahren der Nichtanspruchnahme wieder herunterzuverhandeln).

Ein Wechsel ist aber eigentlich die schlechteste Wahl. Versuchen Sie doch, mit Ihrer jetzigen Versicherung zu verhandeln und vereinbaren Sie einen Aufschlag (zeitlich begrenzt) oder eine "Selbstbeteiligung" bei künftigen Schadensfällen.

Wenn Sie sich als zufriedener, einsichtiger Kunde (die Versicherung kann auch nichts für Ihre Schäden) zeigen, können Sie vielleicht bleiben und rechnen werden sich die Mehrkosten für Sie bestimmt, wenn Sie Ihre Schadenersatzbeträge der letzten Jahre in die Rechnung mit einbeziehen.

Eine neue Versicherung zu bekommen, ist nämlich nicht einfach, wenn Sie woanders wegen Schadenshöhen - oder Häufigkeiten gekündigt wurden. Ich denke, höhere Beiträge wären für Sie besser, als künftig keine Versicherung mehr.

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