Vermittelter Auftrag von einer Modellagentur mit Honorar abzüglich einer Provision. Das Honorar wird ohne MwSt berechnet, aber nicht die Provision - warum?

1 Antwort

Nein, das liegt daran, dass Ihr nicht auf Regelbesteuerung optiert habt.

DEr Auftraggeber zahlt 200,- Euro für die Leistung. Da Ihr Kleinunternehmer seid, ist das das Honorar.

Die Provision der Agentur ist 25 %, also 50,- Euro. Die müssen Umsatzsteuer berechnen, also 50,- + 9,50 euro, also59,50 Euro.

Hättet Ihr auf Regelbesteuerung optiert (das hätte Euch jeder Fachmann geraten, denn nur Unternehmen buchen Fotomodelle) würdest ihr die 238,- bekommen. An das Finanzamt würdet Ihr die 38,- Euro - 9,50 aus der Provision und abzüglich der Vorsteuer aus den anderen Kosten abführen müssen, also höchsten 28,50,- und Ihr hättet die 150,- Euro netto in der Tasche.

Wobei die Frage ist, ob durch die Regelbesteuerung nicht deutlich mehr Kosten (nicht Aufwendungen) entstehen.

So wie ich das jetzt geggogelt habe, ist die Regelbesteuerung nur bei Kleinunternehmen möglich, also ein Gewerbeschein vonnöten. Den haben wir aber nicht und die Frage ist ferner, ob sich das bei den relativ geringen Umsätzen von vielleicht € 1.000 p.a. überhaupt rechnet, mal abgesehen vom viel höheren Aufwand und Arbeit. Oder geht Regelbesteuerung bei Privatpersonen auch? Kann ich mir eigentlich kaum vorstellen!

@phaiwan
nur bei Kleinunternehmen möglich, also ein Gewerbeschein vonnöten. 

Bei Kleinunternehmen klar, denn andere haben ja sowieso die Regelbesteuerung und Gewerbeschein ist Quatsch, denn den habe ich als Freiberufler auch nicht.

ob sich das bei den relativ geringen Umsätzen von vielleicht € 1.000 p.a. überhaupt rechnet, mal abgesehen vom viel höheren Aufwand und Arbeit.

Die Einnahmen müsst Ihr sowieso festhalten. Ob da nun noch die Spalte "USt" in der Excel-Tabelle dazu kommt, ist doch egal. bei den 10 Aufträgen pro Jahr 30 Minuten mehr Aufwand einschl. der Umsatzsteuererklärung.

Oder geht Regelbesteuerung bei Privatpersonen auch?

Privatpersonen sind wir alle. Aber alle, die eine Tätigkeit gegen Entgelt selbständig ausüben, egal ob Steuerberater, oder Fotomodell ist umsatzsteuerlich Unternehmer. Egal ob Kleinunternehmer, oder Regelbesteuerer.

Ausserdem 1000 Euro Gesamteinnahme, 200,- pro Auftrag, sind 5 Aufträge. Bei jedem vergeigt Ihr die 9,50 USt auf die Provision sind 47,50 Euro. Das würde mich ärgern.

Dazu noch die Vorsteuer aus den anderen Kosten wie Telefon um Termine zu machen, Reisekosten zu den Shootings usw.

@wfwbinder

In den Reisekosten wird vermutlich kaum Vorsteuer sein und dann müssten alle Rechnungen gesammelt werden. Ferner reicht eine Umsatzsteuererklärung nicht, es müssten auch noch 2 Jahre lang monatliche Voranmeldungen erfolgen sowie die Zahlungen. Es brauch den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, ein Elsterzertifikat, neue StNr. zudem muss ein Laie das allphasennetto Umsatzsteuer mit Vorsteuerabzug Prinzip verstehen, das dauert länger als eine halbe Stunde ;) für 50 € eventuell nicht lukrativ und auf die 50 € fällt vermutlich auch nochmal Einkommensteuer an

@Stoertebeker91

Da die Umsatzsteuerschuld unter 600,- Euro im Jahr ist, entfallen die Umsatzsteuervoranmeldungen. Den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung braucht es sowieso.

Ausserdem ist meine Grundeinstellung, lieber einmal Essen gehen, als das Geld dem Finanzminister überlassen.

Ich habe für meine Umsatzsteuererklärung noch nie mehr als 7 Minuten gebraucht. OK, ich bin Profi auf dem Gebiet.

@wfwbinder

In den ersten beiden Jahren sind auf alle Fälle monatliche Umsatzsteuer-Voranmeldungen abzugeben.

@Helefant

Bei 5 Aufträgen im Jahr sind das mindestens 7 Nullmeldungen.

Könnte man nicht das Ganze sehr vereinfachen, nicht als Kleinunternehmer, sondern einfach als Privatperson, und der Agentur eine Rechnung ohne MWSt aufmachen, worin z.B. berechnet wird: Honorar € 200,00 abzüglich Provision € 50,00 = € 150,00 Endbetrag, netto ohne Abzug zahlbar auf folgendes Konto....FERTIG!

Das müßte doch möglich sein, oder warum nicht?

@phaiwan

DEm steht das Gesetz gegenüber. Wie oben schon zitiert, wer eine Tätigkeit gegen Entgelt selbständig ausübt ist Unternehmer.

Und die Modellagentur muss auf die Umsätze, also die Provisionen Umsatzsteuer abführen. Wenn die zu den 50,- Euro keine 9,50 euro USt zuschlagen, haben sie nur 50,- Euro Einnahme minus 7,98 Euro Umsatzsteuer, also 42, 02 Euro Umsatz.

Fiktive Reperaturkostenabrechnung bei Haftpflicht

Hallo Community,

Hintergrund: Beim Balkon Weißeln hat mein Motorrad Farbe abbekommen, was nun über die Haftpflicht des Verursachers abgerechnet wird. Ich hatte bereits hier eine Frage zum Ablauf eines Gutachtens bei einem Haftpflicht-Schaden gestellt:

https://www.gutefrage.net/frage/beachtung-bei-gutachter-der-versicherung?foundIn=user-profile-question-listing

Nun war der Gutachter da und hat seinen Schaden bemessen. Sein Gutachten besteht aus zwei Positionen (Siehe auch Anhang):

  • Ersatzteile: 648,98€
  • Stundenlohn für Politur & Ersatzteil-Einbau: 380,32€

Nun weiß ich, dass ich eine "fiktive Reperaturkostenabrechnung" machen kann, sodass ich keine Werkstattrechnungen einreichen muss, sondern das Geld ausbezahlt bekomme.

Aber ich habe auch gelesen, dass davon die Mehrwertsteuer abgezogen wird. Die Artikel die ich dazu im Web gefunden habe, waren für mich als Leihe allerdings wenig verständlich. Daher meine Fragen:

  1. Wird von dem Gesamtbetrag (1029,30€) nun die kompletten 19% Mehrwertsteuer abgezogen, oder nur vom Stundenlohn? Die Argumentation ist ja, dass bei der fiktiven Abrechnung keine Mwst. anfällt, weil man es z.B. selbst macht. Aber wenn ich die Ersatzteile kaufe, fällt sehr wohl Mwst. an.
  2. Kann ich mir die Kosten für den Stundenlohn ausbezahlen lassen (weil ich es selbst mache), aber gleichzeitig die Rechnungen für die Ersatzteile einreichen?
  3. Wann bekomme ich das Geld bei der fiktiven Abrechnung? Ist das innerhalb von wenigen Tagen auf meinem Konto, oder dauert dass mehrere Wochen/Monate?
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