Vermieter will Mieterhöhung. Was tun in diesem Fall?

5 Antworten

Ihr habt ein Haus gemietet für 600 €. Damit spielen die m² höchstens dann eine Rolle, wenn es darum geht, Vergleichsobjekte zu finden. Da es keinen Mietspiegel gibt, muss der Vermieter Vergleichsobjekte benennen und das sind ähnliche Häuser. Möglicherweise ein schwieriges Problem für den Vermieter.

Also: Der Vermieter kann erhöhen, wie er will und er kann verlangen, ab wann er will. **Nur müßt ihr darauf überhaupt nicht reagieren. **

Er wird schon selbst sehen, dass ihr nicht auf die Erhöhung reagiert, wenn er immer noch den gleichen Betrag überwiesen bekommt. Der einzige der nun aktiv werden muss, ist er selbst. Er wird sich vermutlich beraten lassen, was er nun tun kann, wenn ihr einfach nicht auf sein Begehr reagiert und wird vermutlich erfahren, wie ein korrektes Mieterhöhungsverlangen auszuschauen hat. So etwas wird er Euch dann zukommen lassen, sofern es ihm gelingt, konkrete und nachprüfbare Angaben zu Verfgleichsobjekten aufzutreiben.

Geht mal davon aus, dass ihr wohl frühestens ein erneutes Verlangen im April bekommen werdet und wenn dies korrekt ist, mit Mieterhöhungsverlangen zum 1. Juli. Bis Ende Juni habt ihr wiederum Zeit, dem Verlangen zu zu stimmen oder es abzulehnen. Lehnt ihr ab, muss der Vermieter die Erhöhung vor Gericht einklagen. Dass dauert zwar dann auch erst einmal mehrere Monate, aber das Gericht könnte urteilen, dass das Erhöhungsverlangen korrekt ist und rückwirkend ab dem gewünschten Zeitpunkt zu zahlen ist. Evt. könnt ihr gegen ein solches Urteil Einspruch einlegen und dann zieht sich das Verfahren weiter in die Länge, was aber bedeuten kann, dass ihr trotzdem schon mal zahlen müsst und vielleicht später wieder was zurück bekommt. Deshalb wird ein kluger Richter schon in der ersten Verhandlung fragen, ob man sich nicht irgendwie einigen kann und da sollte dann jeder etwas von seiner Position abrücken. Da dann immer noch Mehrkosten im Raum stehen, die man eigentlich von vornherein vermeiden kann (Anwälte, Gericht), sollte man es erst gar nicht soweit kommen lassen.

Deshalb mein Vorschlag: Macht erst mal nichts, sondern wartet die weitere Reaktion ab und dann sucht mit dem Vermieter eine Verhandlungslösung, die so aussehen könnte, dass zumindest die dringendsten Arbeiten schon bald erledigt werden und weitere Sanierungen im Lauf des Jahres gemacht werden und einigt Euch z. B. darauf, dass ihr ab 1. Mai bereits 25 € mehr bezahlt und wenn er alles gemacht hat, was er Euch ursprünglich versprochen hat, legt ihr ab Fertigstellung nochmal 25 € drauf. Dann haben letztendlich beide was davon und es herrscht wieder Friede.

Ein langer Prozess, ein dauerndes Hinhalten und der damit verbundene nervliche Stress hilft letztlich keinem.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – In diesen Bereichen selbst seit langer Zeit tätig.

Das Finanzamt kann dem Vermieter GAR NICHTS vorschreiben. Nur wird es seine Einnahme fiktiv erhöhen, wenn der Mietzins unverhältnismäßig ist.

Eine Mieterhöhung ist aber wie eine Änderungsündigung frühestens möglich zu dem Termin, der auch als ündigungstermin gelten würde. Das wäre hier frühestens 1.Juni 2013

Bei Dachschrägen zählt alles unter einem Meter gar nicht und alles unter 2 Metern zur Hälfte.

Eine Mieterhöhung ist aber wie eine Änderungsündigung frühestens möglich zu dem Termin, der auch als ündigungstermin gelten würde. Das wäre hier frühestens 1.Juni 2013

Es gibt im Mietrecht keine Änderungskündigung, und eine Mieterhöhung ist immer zum übernächsten Monat möglich, anders als bei einer Kündigung, hier also zum 01. Mai...

Bei Dachschrägen zählt alles unter einem Meter gar nicht und alles unter 2 Metern zur Hälfte.

... und unter 1 Meter gar nicht...

Bezüglich der Wohnfläche ist zunächst abzuklären, ob du ein Haus gemietet hast oder eine zugesicherte Wohnfläche. Ich vermute eher hier ersteres. Dementsprechend wäre eine Diskussion über anrechenbare bzw. nicht anrechenbare Wohnflächen indiskutabel.

Bezüglich Mietspiegel kann auch der des / eines Nachbarortes herangezogen werden.

Die Mieterhöhung könnte frühestens ab 1. Mai greifen, vorausgesetzt, sie ist formal wirksam. Dazu gehört u. a. auch die Aufforderung, der Mieterhöhung zuzustimmen. Fehlt diese, ist das Mieterhöhungsverlangen unwirksam.

Falls seit Mietbeginn bis zur Zustellung des Mieterhöhungsverlangens noch nicht 12 Monate vergangen sein sollten, ist das MEV ebenso unwirksam.

Einem unwirksamen MEV muss man nicht widersprechen, es ist quasi nicht existent.

Das Finanzamt bestimmt jedenfalls nicht die Miete. Geh zu einem Rechtsanwalt, der kann Dich beraten.

Das ist nicht ganz richtig, denn eine Wohnung (Haus) darf nicht weit unter Wert vermietet werden. Weil dann der Vermieter zu wenig versteuerbare Einnahmen hätte, sich also selbst arm rechnen könnte.

@Det1965

Genau so ist es.Hab das als Vermieter selbst erlebt.

@hartmutde

Und hast du deinen Mietern das dann nachgewiesen? Dann weißt du ja sicher auch das man die Miete nicht einfach von mitte februar auf 1. märz des gleichen Jahres erhöhen darf , oder? Wie siehst du das als Vermieter? Wir wollen unseren nicht ärgern , möchten nur das es richtig läuft.

@Det1965

Das ist aber das Problem des Vermieters. Das wird meistens bei Verwandten so gemacht. Das Finanzamt berechnet dann einfach die fiktive Mindestmiete als Einnahme. Für den Mieter hat das keine Konsequenz

@DerHans

Richtig, und deswegen will der Vermieter die fiktive Mindestmiete anpassen und die Miete erhöhen. Das wäre ja an sich schon mal nicht verboten!

Allerdings ist der Zeitraum zwischen Ankündigung und Erhöhung natürlich zu gering.

Ohne den Zustand und die Größe des Hauses zu kennen, ist eine Wertung der Miete sowieso sehr schwierig.

@Det1965

Natürlich darf er das, er darf es sogar kostenlos abgegeben. Er kann dann nur nicht mehr die Kosten als Werbungskosten absetzen...

@hartmutde

Das ist schlicht blanker Unsinn, kein Finanzamt kann einem Hauseigentümer vorschreiben, wie er sein Haus verwertet. Es darf lediglich die steuerliche Absetzbarkeit der Kosten verweigern...

@DerHans

Auch das ist Unsinn, es kann keine fiktive Mindestmiete angesetzt werden, die dann versteuert werden muss. Mieteinnahmen werden nach der Ist-Besteuerung versteuert, es wird also nur versteuert, was auch tatsächlich gezahlt wurde...

@MosqitoKiller

Richtig - dürfen darf er alles tun.

Aber ein Vermieter wäre ja schön blöd, einem "Nichtverwandten" die Wohnung (oder das Haus) unter Wert zu vermieten.

@Det1965

Dann kann er aber eine entsprechende Weisung des FA nicht als Begründung anführen, da es die schlicht nicht geben kann...

Mal abgesehen davon, dass dann der ganze Blödsinn, der hier dazu geschrieben wurde, schlicht falsch ist, wenn er das doch darf...

Die Zeitspanne zwischen Ankündigung der Erhöhung und dem Eintritt ist zu kurz ! Ein Finanzamt schreibt niemand vor wie hoch die Miete sein muss ! Da ich weder den MV kenne noch die Vorgeschochte würde ich dir raten zum örtlichen Mieterverein gehen ! Die beraten dich umfänglich in allen Fragen ! Die Mitgliedschaft kostet zwar einen Beitrag ist aber günstiger wie ein Anwalt! Mach das gleich am Montag damit du Ruhe bekommst ! Alles Gute und LG

rückwirkende Mieterhöhung wegen Untermiete?

Hallo zusammen,

ich stehe momentan vor einem kniffligen Problem: Der Vermieter bzw. die den Vermieter vertretende Hausverwaltung verlangt eine rückwirkende Mieterhöhung (5 Monate) wegen unterlaubter Untermiete.

Wir sind eine 3er WG mit einem Hauptmieter und 2 Untermietern. Der Hauptmieter hatte sich bei Einzug in die 4-Zi-Wohnung vor 6 Jahren eine mündliche Erlaubnis zur Untervermietung eingeholt. Seitdem wird die Wohnung vom Hauptmieter und wechselnden Untermietern bewohnt.

Vor einem Jahr wurden wir darauf hingewiesen, dass keine schriftliche Erlaubnis vom Vermieter zur Untervermietung bestehe und dass die entsprechende Erlaubnis zur Untervermietung eine rückwirkende Mieterhöhung der Nettokaltmiete von 200€/Monat mit sich ziehe.

Nach einigem Hin und Her trafen wir dieses Jahr im Februar mit dem Vermieter folgende mündliche Vereinbarung: Mieterhöhung der Nettokaltmiete um €150, wirksam ab März 2012 (also NICHT rückwirkend). Das entsprechende Schreiben, was wir 1 Monat später für die Mieterhöhung erhielten, enthielt nicht den vereinbarten Betrag der Mieterhöhung. Daraufhin mahnten wir dies an und erhielten nach weiteren fehlerhaften Schreiben erst diesen Juli die mündlich vereinbarte Mieterhöhung, die allerdings rückwirkend auf März 2012 datiert ist. Da wir die rückwirkende Zahlung nicht akzeptieren, droht uns der Vermieter mit einer fristlosen Kündigung.

Meine Frage: Ist das zulässig? Gilt eine mündlich vereinbarte Mieterhöhung ab dem Zeitpunkt der Absprache oder ab dem Zeitpunkt des Erhalts der schriftlichen Zustellung der Mieterhöhung?

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