Vermieter reagiert nicht auf Kündigung - können wir trotzdem ausziehen?

5 Antworten

Nach all dem Wirrwarr um die beste Zustellungsform, außer Gerichtsvollzieher, hier nochmal ein Beitrag, wie man das machen kann. (Ich bin sicher, Ihr habt in der Zwischenzeit noch einmal eine Kündigung sicher und rechtzeitig zugestellt.)

  1. Persönliche Übergabe: Scheitert, wenn der Empfänger nicht aufmacht oder die Annahme verweigert.

  2. Persönlicher Einwurf im Briefkasten des Empfängers: Möglichst neutraler Zeuge, also nicht familienangehörig, sollte dabei sein. Dieser Zeuge sollte nicht nur bestätigen, dass ein Umschlag eingeworfen wurde, sondern auch, welcher Inhalt in dem Umschlag war. Idealerweise: Man schreibt den Brief in 3-facher Ausfertigung und bereitet den Umschlag vor. Dann geht man zu dem Zeugen und läßt von ihm schriftlich bestätigen, dass der Brief tatsächlich von ihm selbst in den Umschlag gesteckt und der Brief dann anschließend von ihm selbst in den Briefkasten des Empfängers eingeworfen wurde. Mit Datum und Zeitangabe. Der Zeuge steckt also selbst den Brief in den Umschlag, klebt ihn zu und unterschreibt auf dem Umschlag den Klebefalz so, dass man die Unterschrift zerstört, wenn man den Brief an dieser Stelle öffnet. Somit ist kein Austausch des Inhalts mehr problemlos möglich. Mit der Handykamera fotografiert man den Umschlag, vielleicht auch ein Selfi mit Zeuge und so unterschriebenem Brief. Dann geht man gemeinsam zum Briefkasten des Empfängers und der Zeuge, der die ganze Zeit den Brief nicht mehr aus den Augen gelassen hat, wirft am besten den Brief selbst ein. Foto vom Briefkasten, auf dem der Name des Empfängers eindeutig erkennbar ist. Am besten so, dass man den Brief schon halb im Schlitz erkennt. (Video geht natürlich auch.) Das klingt zwar etwas umständlich, dürfte aber angesichts der Beträge, um die es geht, sehr sinnvoll sein. Kein Gericht Deutschlands würde das dann noch anzweifeln. Weder Inhalt des Briefes, noch Zeitpunkt der Übergabe, noch richtiger Empfänger.

  3. Einschreiben: Rückschein-Einschreiben ist Quatsch. Kostet nur viel Geld und der Empfänger hat jederzeit die Möglichkeit, die Annahme zu verweigern. Er läßt sich vom Postpoten den Brief zeigen und verweigert dann die Annahme, wenn er vermutet, dass eine fristgerechte Kündigung drin sein könnte oder wenn er den Absender einfach nur ärgern will. Ist er selbst nicht zu Hause, bekommt er nur einen Zettel für die Abholung bei seiner nächsten Postagentur. Dann ist es für íhn ein Leichtes, den Brief entweder gar nicht abzuholen oder aber nach dem kritischen Termin. Eine Kündigung käme dann zu spät und da kann man als Absender noch so sehr behaupten, man hätte sie rechtzeitig weg geschickt. Einwurf-Einschreiben wird vom Postboten zugestellt und dieser vermerkt den Zeitpunkt der Zustellung und diesen kann man dann im Internet erfahren. Vorgehensweise ansonsten, wie bei der persönlichen Übergabe, sodass eindeutig ist, was in dem Umschlag war. Anstatt persönlichem Einwurf in den Briefkasten geht man mit dem Zeugen gemeinsam zur Post, um das gute Stück dort zu übergeben. .

  4. Gerichtsvollzieher: Die teuerste und gar nicht mal die sicherste Methode, denn wie hat man im Griff, dass ein Gerichtsvollzieher nicht den spätesten Zustelltermin verschlampt.

Eben! Er kann beaupten das nie erhalten zu haben. Da seid ihr in der Beweispflicht. Dumm das jetzt schon November ist. Mit Einschreiben wäre es geschickter gewesen. Würde ich noch machen und dann halt zum 28. Februar künidigen. Klar, nicht toll, aber besser als ein Rechtsstreit.

Mit Einschreiben wäre es geschickter gewesen. Würde ich noch machen und dann halt zum 28. Februar künidigen.

Ich würde gegebenenfalls einfach noch mal zum 31. Januar 2015 kündigen. Wenn nämlich die gesetzliche Drei-Monats-Frist gilt, kann der Fragesteller noch zu diesem Termin kündigen.

Da seid ihr in der Beweispflicht.

...welche durch die Zeugen auch problemlos erbracht werden kann.

Mit Einschreiben wäre es geschickter gewesen.

Nein. das bestätigt zwar, dass ein Briefumschlag zugestellt wurde, aber nicht, was in diesem Brief steht, geschweige denn, dass überhaupt ein Schriftstück im Umschlag lag.

Die beste Lösung ist die Zustellung per Gerichtsvollzieher (der hat dann auch Kenntnis vom Inhalt des Schreibens) oder eben der persönliche Einwurf des Schreibens mit Zeugen.

@ChristianLE

Das mit der leeren Seite ist eine Mär aus vergangenen Zeiten. Kein Gericht wird das anerkennen Zumal das von jedem Brief behauptet werden könnte. Wenn du dann sämtliche Post per GV zustellen wolltest, wer sollte das bezahlen? Ist also glatt Unsinn.

@albatros
Das mit der leeren Seite ist eine Mär aus vergangenen Zeiten.

Kommt darauf an, wie du vergangene Zeiten definierst. Mir sind aus dem aktuellen und dem letzten Jahr eine Handvoll rechtsanhängige Fälle bekannt.

Zumal das von jedem Brief behauptet werden könnte.

Ja, könnte man. Du glaubst gar nicht, wieviele Briefe ich jedes Jahr erhalte, bei denen inhaltlich etwas fehlt.

Wenn du dann sämtliche Post per GV zustellen wolltest, wer sollte das bezahlen?

nicht sämtliche, aber die wichtigste. Das kostet pro Schreiben laut Gebührenordnung 9,45 EUR. Soviel ist das nicht.

Eine Kündigung muss der Vermieter nicht bestätigen. Wichtig ist es nur, dass die Zustellung des Schreibens durch Dritte bezeugt werden kann.

Im Zweifel müssten diese Personen dann aber auch gesehen haben, wie Ihr die Kündigung in den Umschlag gesteckt habt.

Nun zur eigentlichen Frage: Was passiert, wenn die lieben Leute uns nun Ende Januar, wenn wir einen Termin zur Übergabe o. Ä. anfragen, behaupten sie haben die Kündigung nicht erhalten und wir können nicht ausziehen ?

Ihr habt Zeugen. Ihr könnt dem Vermieter ja gern nochmal schreiben und an die Kündigungsbestätigung erinnern. In diesem Zuge würde ich erwähnen, dass es Zeugen für den Einwurf des Schreibens (mit Kenntnis des Inhaltes) gibt.

Woher ich das weiß:Beruf – Immobilienfachwirt

Wenn du einen Zeugen hast, der den Einwurf in den BK des Vermieters bestätigen kann, hast du Glück. Wenn nicht, hast du Pech. Der V. wird bestreiten, deine Kündigung erhalten zu haben. Regelmäßig sopllten solch wichtige Schreiben als Einwurfeinschreiben aufgegeben werden

Im Übrigen muss eine Kündigung nicht bestätigt werden, ob erbeten oder nicht ist egal.

Du solltest vorsorglich noch heute am 4.11.14 mit Zeugen die Kündigung (zweite Ausfertigung) in den Briefkasten des Vermieters einwerfen, der Zeuge sollte das bestätigen, und zuvor gelesen haben. Auf dem Umschlag entsprechend vermerken: Persönlich am ... um ... Uhr in den Briefkasten eigeworfen. Zeuge: xyz . Bestätigt.

Wir haben am 25.10.2014 unsere Wohnung FRISTGERECHT (3 Monate laut Vertrag) zum 31.01.2015 gekündigt. Der Vermieter wohnt mit im Haus und wir haben den Brief in den Briefkasten geworfen. Noch am gleichen Tag hat er den Brief herausgeholt, das haben wir zufällig gesehen.

Wenn er behauptet, dass er keine Kündigung bekommen hat, dann habt Ihr Pech und müsstet erneut kündigen.

wir hatten schonmal einen Rechtsstreit mit einem Vermieter, welcher bei jedem Einschreiben mit Rückschein steif und fest behauptete, der Brief sei leer gewesen.

Nicht mit Rückschein!

Sie könnten also gut und gerne behaupten, dass sie das Schreiben nie erhalten haben. Damit rechnen wir ehrlich gesagt fest. Jetzt fragen sicherlich viele, weshalb wir nicht via Einschreiben mit Rückschein zugestellt haben.

Kündigungen immer per Einwurfeinschreiben, dann gilt es als zugestellt.

Ich würde nochmals eine Kündigung per Einwurfeinschreiben schicken und von Zeugen bestätigen lassen, das die Kündigung im Briefumschlag war. Nehmt ruhig das Kündigungsdatum 31. Januar 2015, wenn der Vermieter das nicht akzeptiert, weil nicht fristgerecht, dann gilt zumindest die Kündigung zu Ende Februar.

MfG

Johnny

Heute, 4.11., die K. nochmals mit Zeugen einwerfen, wäre noch fristgerecht zum 31.1.15

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