Vermächtnis des Erblassers

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Klare Antwort, wenn es sich um ein Vorausvermächtnids handelt:

  1. Sie können die vermachten Gegenstände ohne Anrechnung auf Ihren 1/2-Erbteil verlangen. Die Miterben (Enkel) können insofern keine Ansprüche geltend machen.

  2. Der Pflichttteil l nebst Ergänzung belastet den Nachlass insgesamt und somit anteilig jeden Miterben. Das heisst: Zur Auseinandersetzung steht jetzt nur noch der Nachlass an, der nach Erfüllung Ihres Vorausvermächtnisses und der Pflichtteils- ansprüche Ihrer Schwester vorhanden ist.

  3. Irgendwelche weitergehenden Ansprüche der Enkel sehe ich nicht, insbesondere keine, die in Zusammenhang mit Ihrem Vermächtnis oder dem Pflichtteil Ihrer Schwester stehen oder hierdurch entstehen könnten.

  4. Was mich wundert ist der Umstand, dass die Erbauseinandersetzung schon 7 Jahre offenbar ohne Ergebnis läuft. Sie haben doch sicher einen Anwalt in der Sache beauftragt. Er wird Ihnen doch vermutlich das gleiche gesagt haben wie ich ?

Ja, ich habe einen Anwalt. Ich habe seit dem Tod meiner Mutter mehrere Anwälte, aber meine "Gegner", also die enterbte Schwester und deren Kinder sind so gierig und unverschämt, dass sie ohne Scham und Überlegung und ohne Unterlass fordern. Ich musste sogar die Garderobe bewerten lassen, die meine tote Mutter im Sarg trug und zwar lange nach ihrer Beerdigung! Wenn die Grausamkeit so weit geht, zahlt man lieber viele hundert Euro für einen Anzug der toten Mutter, bevor man diese exhumiert und eine ordentliche Bewertung des Anzuges durchführen lässt. Sie können sich auch in ihren schlimmsten Träumen nicht vorstellen, wohin die Gier und der Hass die Menschen treibt, doch ich erlebe es seit mehr als 7 Jahren. Ich zahle meist lieber als dass ich kämpfe und das wissen meine Gegner.

Die beiden haben Anspruch auf die Hälfte des vererbten Vermögens. Und zwar des Gesamtvermögens, das Vermächtnis also eingerechnet. Und wenn sie das Geld haben wollen, dann mußt Du es ihnen geben. Notfalls mußt Du etwas verkaufen, um ausreichend flüssige Mittel zu haben.

Wenn das so ist, wieso werden dann überhaupt Vermächtnisse aufgesetzt, die vom Erblasser ausdrücklich zu Gunsten einer Person ausgeworfen werden? Die Miterben sind nicht pflichtteilsberechtigt. Außerdem könnte ich ja dann auch Schenkungen an sie zu 50% verlangen, oder?

@almutweber

Ein Vermächtnis sagt ja nur aus, daß ein Erbe einen bestimmten Gegenstand bekommt und nicht nur den finanziellen Gegenwert. Anspruch auf den Schmuck selbst haben sie nicht - aber natürlich haben sie einen Anspruch auf den anteiligen Wert des Schmucks. Ob Du das Geld im Sparstrumpf hast, den Schmuck verkaufen mußt oder eine Hypothek auf Dein Haus aufnimmst, ist im Endeffekt egal. Deine Mutter hat "nur" dafür gesorgt, daß Du bestimmte Gegenstände bekommst, die Du (aus welchen Gründen auch immer) allein haben solltest bzw. wolltest.

@ErsterSchnee

Aus http://www.erbrecht-ratgeber.de/erbrecht/vermaechtnis/vermaechtnis_01.html Das spricht aber nicht für deine Antwort, oder?

"Die Motivation für einen Erblasser, den Übergang des Vermögens zumindest zum Teil auch durch die Anordnung eines Vermächtnisses zu regeln, kann verschieden sein.

Oftmals wird der Wunsch ausschlaggebend sein, einen ausgesuchten Vermögensgegenstand aus persönlichen Gründen auf eine bestimmte Person zu übertragen. Ein weiterer Grund für die Anordnung eines Vermächtnisses kann aber auch sein, dass man als Erblasser die Bildung einer unerwünschten Erbengemeinschaft vermeiden will, ohne jedoch eine Person zur Gänze nicht zu bedenken. Auch besteht mit Hilfe eines sogenannten Vorausvermächtnisses die Möglichkeit, einen Erben gegenüber anderen Erben herauszuheben und zu begünstigen." Ist es nicht so, dass Erben untereinander keine Ansprüche haben, sonst könnte ja jeder die Schenkungen der letzten 10 Jahre abrechnen - so wie es die Pflichtteilsberechtigten tun? Ich bin total verunsichert!

@almutweber

Du bist aber nun mal Erbe und nicht "reiner" Vermächtnisnehmer. Und die beiden Enkel haben nun mal ihren testamentarischen Anspruch auf jeweils 25% der gesamten Erbmasse. Und das Geld müssen sie irgendwie bekommen.

Ansonsten wende Dich an einen Anwalt für Erbrecht - der wird Dir das bestimmt besser erklären können, wenn man sich so "Auge in Auge" gegenübersitzt.

@ErsterSchnee

Noch mal meine Frage: Wozu wird dann ein Vermächtnis definiert? Die Miterben haben erhalten, was sie laut Testament bekommen sollten. Vom Vermächtnis hat die Pflcihtteilsberechtigte ihre 25% bekommen. Warum sollten die Miterben auch noch mal jeweils 25% bekommen? Dann bliebe für mich auch nur 25% und das wäre dann kein mehr auf mich ausgeworfenes Vermächtnis, oder?

@almutweber

Ein Vermächtnis wird dazu definiert, einer bestimmten Person bestimmte Gegenstände zukommen zu lassen. Wenn das Vermächtnis (wobei ich noch immer denke, daß das hier der falsche Begriff ist) vom Wert her Deinen Erbanteil übersteigt, mußt Du natürlich den "Schaden" ausgleichen.

Die komplette Erbmasse wird aufgeteilt. Die Erben geben den Vermächtnisnehmern das, was ihnen im Testament zugesprochen wurde und teilen den Rest unter sich (laut Testament) auf. Du bist Erbe, Dir wurden 50% der Erbmasse vererbt. Wenn jetzt aber das "Vermächtnis" z.B. 60% des ganzen Werts der Erbmasse ausmachen, hast Du 10% zuviel bekommen und mußt das natürlich den anderen Erben abgeben. Sonst würden die ja nur jeweils 20% (und nicht 25% wie im Testament vorgesehen) bekommen.

@ErsterSchnee

Das ist so nicht richtig. Laut Testament wurde ich als hälftige Erbin eingesetzt und erhielt "zusätzlich" ein Vermächtnis. Dieses "zusätzlich" steht im Testament und im Übrigen sind die Enkel ja gar keine Erben 1. Ranges, sondern nur anstelle der Mutter eingesetzt worden, die ja bereits ihren Anteil am Vermächtnis erhalten hat.

@almutweber

In Deinem Link steht ganz klar drin, daß ein Vermächtnisnehmer kein Erbe ist. Und wenn den Enkeln 25% vererbt wurden, dann ist es vollkommen egal, welchen Rang sie bekleiden. Diese 25% stehen ihnen zu.

Ich würde Dir wirklich zu einem Anwalt raten, denn es kann auch durchaus sein, daß das gesamte Testament ungültig ist.

@almutweber

Enkel sind, wenn ihre Mutter verstorben ist, Erben 1. Ordnung.

Das Testament ist notariell beglaubigt und seit über 7 Jahren durch die vielen Klagen der Pflichtteilsberechtigten und der Enkel jedem einzelnen Richter an unserem Amtsgericht und Landgericht bekannt. Die Gültigkeit wurde nie angezweifelt.

Die Miterben haben laut Testament ihren Anteil (und noch viel mehr) bekommen. Das Vermächtnis ist auf mich ausgeworfen, da die Miterben davon nichts bekommen sollten. Dazu ist es ja ein Vermächtnis.

-- Von der Einsetzung des Erben muss hierbei unterschieden werden, mit dem Vermächtnis sind keine umfangreichen Verpflichtungen verbunden. Es handelt sich hier lediglich um eine Zuwendung zugunsten eines Bedachten, also du. Das Vermächtnis besteht also im Grund nur aus einem kostenfreien Vermögensvorteil zugunsten des Vermächtnisnehmers.

-- Das Vermächtnis wurde durch den Erblasser aus der Erbmasse herausgelöst, es gehört den anderen Erben also nicht mehr. Du hast also das Recht die persönlichen Sachen deiner Mutter allein zu behalten, ohne, dass die beiden Enkel einen Anspruch erheben können. Eigentlich kann das Vermächtnis dich sofort legitimieren, laut Testament, ihre persönlichen Sachen in Empfang zu nehmen!!!

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