Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht

5 Antworten

Wenn du nichts sagst denken alle das dieses Verhalten in Ordnung ist. Am besten machst du einen Gesprächstermin bei dem betreffenden Arzt aus. Wenn du keinem weiter davon erzählt hast, aber nur der Arzt das Wissen über diese Befunde hatte, dann hat der Arzt geplaudert. Das ist Verletzung der ärzlichen Schweigepflicht. Auch die Sprechstundenschwestern unterliegen dieser Schweigepflicht. Er hat etwas unerlaubtes getan. Oder hattest du ihm von seiner Schweigepflicht entbunden? Beschwere dich beim Arzt über diese Vorgehensweise des Vertrauensbruchs zwischen Arzt und Patient. Wenn es weitreichende Konsequenzen für dich hat würde ich besser sogar einen Anwalt nach dem Gespräch einschalten. Es geht ja wohl auch um Rufschädigung deiner Person.Anzeige bei der Ärztekammer und ggf auch bei der Polizei. So etwas geht überhaupt nicht! Ich würde es auf keinen Fall auf sich beruhen lassen.

Hallo,

aber dann sage ich was, was er sicherlich abstreiten wird. Und ich kann es nicht beweisen, daß es tatsächlich so war. Dann könnte er mich doch noch anzeigen wegen Rufschädigung, oder wie läuft das?

Oder kann ich der Ärztekammer alles so sagen wie es war, egal ob ich es beweisen kann oder nicht?

Wenn ich wirklich nichts zu verlieren oder zu befürchten habe, dann werde ich mir das überlegen, es geht mir hier um mein Seelenfrieden, aber ich möchte nicht, das der Schuß nach hinten losgeht und ich mich hinterher mehr ärgere wie vorher.

@Dickmoeppi

Überlege mal ob du jemanden selber davon erzählt hast. Wenn nicht , muss es wirklich vom Arzt weitererzählt worden sein. Der Arzt muss dann nachweisen das nichts über diese Diagnose die Arztpraxis verlassen hat. Was er meines Erachtens nicht beweisen kann,da es ja bereits im Umlauf ist. Das Gespräch zwischen dir und dem besagten Arzt sollte auf jeden Fall stattfinden. Sicherheitshalber solltest du dir gleich mal einen anderen Hausarzt suchen.

@Mondlachen

Aber Patient A klagt Arzt an und sagt, er hätte Patient B alles mögliche über Patient A erzählt.

Dann kann doch der Arzt einfach sagen, daß Patient A lügt und das Patient A das selber Patient B alles erzählt hat, um den Arzt zu ärgern oder was auch immer. Es handelt sich bei A und B schließlich um enge Verwandte.

Wenn Patient A anklagt, dann muß Patient A ja auch die Beweise liefern und nicht der Arzt. Und wenn der Arzt alles abstreiten und PAtient hat als einzigsten Beweis Patient B, bei dem es sich auch noch um Verwandtschaft von A handelt, weiß ja nicht, ob das als Beweis zählt??

@Dickmoeppi

Wenn Patient A genau weiß das er dem Patienten B nichts über seine Erkrankung erzählt hat und auch sonst keinem. Ist es doch bewiesen das der Arzt oder jemand anderes aus der Arztpraxis gequatscht hat. Der Arzt hat dafür Sorge zu tragen, dass keine Patienteninformationen an Unbefugte weitergegeben werden. Zum Beispiel: Ein 12 oder 16 jähriges Kind kommt selbständig ohne Wissen der Eltern in die Arztpraxis und lässt sich dort untersuchen und behandeln. Den Eltern darf der Arzt nichts vom Besuch ihres Kindes in der Praxis erzählen. Auch keine Auskunft auf Nachfragen derEltern geben. Es sei denn, das Kind hat den Arzt von seiner Schweigepflicht entbunden. Dieses kann auch mündlich geschehen. Durch diese Verschwiegenheitspflicht soll die Privat-unt Intimsphäre des Patienten gewahrt bleiben. Hält sich ein Arzt oder Arzt-Praxisteam nicht an diese Richtlinie können rechtliche Schritte durch den geschädigten Patienten eingeleitet werden. In Deutschland hat der Gesetzgeber die Verschwiegenheitspflicht mit dem stärksten ihm zur Verfügung stehenden Mittel, nämlich der Androhung von Geld- oder Freiheitsstrafe in § 203 des Strafgesetzbuches geregelt und zu schützen versucht (Verletzung von Privatgeheimnissen).

@Mondlachen

Aber Patient A kann es ja nicht beweisen, daß er nicht Patient B selber alles erzählt hat.

@Dickmoeppi

Aber wenn du genau weisst das du nichts selber erzählt hast, ist die Sachlage doch klar! Es gibt Erkrankungsdetails die kein Patient so einfach preisgibt und irgend jemanden erzählt. Der Arzt hat es ja wohl getan.Sonst wäre es dir nicht so unangenehm. Der Arzt ist in der Beweispflicht! Der Gute hat sich bestimmt nicht zum ersten Mal bei anderen Patienten verplaudert. Ein Anwalt könnte da durchaus eingeschaltet werden. Zumindest kanst du dich mal durch einem Anwalt beraten lassen.

Eine sehr theoretische Antwort ist ja, man kann. Aber da Hörensagen sehr schweirig beweisbar ist, wird das ein Kampf gegen Windmühlen sein. Besser stillschweigend den Arzt wechseln und Ruhe bewahren.

Wie hoch die Chancen sind - lässt sich am besten durch eine rechtliche Beratung ermitteln !

Hallo,

du kannst den Arzt bei der Ärztekammer melden, Anzeige erstatten und Schadenersatz einklagen.

Siehe:

Das Landgericht München I (Urteil vom 21.08.2008 - 9 O 22406/97) hatte über eine Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht zu entscheiden. Dem Kläger wurde ein Schmerzensgeld zugesprochen. Die Offenbarung einer Diagnose "der Störung der Geistestätigkeit" gegenüber dem engsten Familienkreis (auch Ehegatte!), verletzt die Verschwiegenheitspflicht und stellt einen schweren Eingriff in das Persönlichkeitsrechtes des Patienten dar. Dies gilt unabhängig von der Richtigkeit der Diagnose. Eine solche Persönlichkeitsrechtsverletzung führt grundsätzlich zu einem Schmerzensgeldanspruch.

Zum Sachverhalt "Wie wird man den Ehegatten los?" In einem vor dem Landgericht München I verhandelten Fall soll es die (Noch-) Ehefrau nach folgendem Rezept versucht haben:

Man nehme Diazepam, ein Psychopharmakum, verabreiche es heimlich dem Gatten und veranlasse dann dessen psychiatrische Begutachtung. Ergebnis war ein „Fachpsychiatrisches Attest auf Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus (zur Vorlage bei der zuständigen Polizeibehörde)", welches sodann auch gleich in die Tat umgesetzt werden sollte.

Der Ehemann, ein Münchener Teppichhändler, bekam jedoch zufällig das Attest in die Hände. Dieses war zuvor auf Veranlassung seiner Ehefrau vom Direktor einer psychiatrischen Klinik persönlich erstellt worden und diagnostizierte ein „maniformes Syndrom“ beim Kläger und stufte ihn als selbst- und fremdgefährlich ein. Dieses Attest hatte der Direktor allerdings weder dem Kläger selbst, noch der nach dem bayerischen Unterbringungsgesetz zuständigen Behörde zugeleitet, sondern der Ehefrau des Klägers. Da der Kläger nun per Zufall das Attest einsehen konnte, räumte er sein Teppichgeschäft und floh kurzerhand in die Schweiz.

Nun verklagte er nicht seine Ehefrau, sondern den Klinikdirektor und den Klinikträger, da durch das Stigma der Geisteskrankheit sein Ruf zerstört und in der Folge seine Existenz vernichtet worden sei. Er führte insbesondere an, das Attest sei mangels ausreichender Untersuchung falsch gewesen und hätte nie seiner Ehefrau übergeben werden dürfen.

Die Beklagten hingegen meinten, das Attest sei zutreffend und mangels Unterbringung folgenlos geblieben. Die Aufgabe des Teppichgeschäftes und die Flucht seinen nicht ihr, sondern einer "inadäquaten Reaktion" des Klägers zu zurechnen.

Das Landgericht München I sprach dem Kläger nach eingehender Würdigung der Umstände für die erlittene Persönlichkeitsrechtsverletzung ein Schmerzensgeld in Höhe von € 5.000,00 zu. Die weitergehende Klage auf Ersatz aller aufgrund des Attests erlittenen Schäden wurde abgewiesen

Ob der Kläger seinerzeit tatsächlich psychisch krank war bzw. von seiner Frau entsprechend präpariert wurde, konnte dahinstehen, dann wird eine Störung der Geistestätigkeit diagnostiziert und deshalb eine Unterbringung für erforderlich gehalten, so ist die Persönlichkeit des Betroffenen an ihrer Basis getroffen – gänzlich unabhängig davon, ob die Diagnose richtig oder falsch ist. Es handelt sich um einen schweren Eingriff in das Persönlichkeitsrecht, wenn diese Diagnose unter Verletzung der ärztlichen Schweigepflicht (die auch gegenüber dem Ehegatten gilt!) dem engsten Familienkreis offenbart wird. Eine Einwilligung des Klägers in die Weitergabe des Untersuchungsergebnisses an Angehörige lag nicht vor. Die "unbürokratische" Information der Ehefrau und die Nichteinhaltung des im Bayerischen Unterbringungsgesetz vorgesehenen Verfahrens konnte das Landgericht München I nicht nachvollziehen. Die vom Kläger geltendgemachte Existenzvernichtung lastete das Gericht jedoch dem Kläger an, da erst durch die Räumung der Teppichgalerie und die Flucht in die Schweiz und somit durch ein Verhalten des Klägers gelangte die Information über dessen diagnostizierten Geisteszustand in die Geschäftswelt. Herbei handelte es sich um eine ungewöhnliche Reaktion auf das Attest, da der Kläger gegen die drohende Unterbringung nämlich auch Rechtsschutz suchen können, zumal das Unterbringungsgesetz die richterliche Anordnung und Überprüfung einer solchen vorsieht.

(Urteil des Landgerichts München I, Az. 9 O 22406/97; aus Pressemitteilung des LG München I -Szenen einer Ehe-, Pressesprecher: RiLG Tobias Pichlmaier)

doch hätte man schon

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