Verbietet die Thora einen jüdischen Staat?

3 Antworten

Das ist ein akademischer Streit. Nach Ansicht einiger konservativer Gruppen darf ein von Menschenhand geschaffener jüdischer Staat nicht existieren, da die Rückkehr der Juden aus der Diaspora nur vom Messias geleitet werden kann.

Durch die Erfolge des Staates vor allem seit dem Sechstagekrieg ist ein Teil der religiösen Juden (Schule des Rabbi A. Kook) der Ansicht, dass damit die messianische Zeit begonnen hat.

Danke für die Antwort. :)

@stefan134

Den meisten Israelis dürfte eine solche religiöse Grundsatzdiskussion wohl auch egal sein.

nein. Aber die meisten religiösen Juden waren am Anfang gegen Zionismus, weil der Zionismus einen säkularen STaat gründen wollten, in dem nicht alle Regeln der Religion eingehalten werden.

Abgesehen von rabbiner Kook, auf den sich heute die religiösen Zionisten berufen und dem Lubawitscher Rebben waren die "ultra-orthodoxen" Fraktionen geschlossen gegen die Gründung von Israel.

Heute ist das etwas differenzierter: die meisten ultra-orthodoxen feiern die Unabhängigkeitstag von Israel nicht. Aber in der Mehrheit nehmen die Ultra-Orthodoxen am Leben des Staates teil, sprechen hebräisch, gründen (ultra-orthoxe) Parteien, gehen wählen, lassen sich ins Parlament wählen, etc. Sie machen aber mehrheitlich keinen Militärdienst, weil in Israel jemand, der als Hauptberuf Torah studiert vom Militärdienst befreit ist (so lange er keinen anderen Beruf aufnimmt).

Es gibt aber noch eine kleine Fraktion (Neturei Karta, Toldot ahron, Satmar u.a.), die den Staat Israel weiterhin nicht anerkennt (obwohl die Leute tw. in Israel leben). Sie zahlen in dollars,nicht in schekel, zahlen keine Steuern, nehmen weitgehend keine Sozialhilfe, krankenkasse oder andere dienste des Staates in Anspruch (haben ihr eigenes Krankenkassen- und Sozialhilfe-system) und lehnen es ab, hebräisch zu sprechen, sondern sprechen yiddisch (de facto können sie aber hebräisch sprechen, wenn not am mann ist).

Und von denen gibt es dann noch eine Extremisten-Fraktion, die Ahmadinejad in Iran umarmen geht oder an Anti-Israel-Demos mitmarschieren. Die werden aber tw. auch von den eigenen Leuten (den anderen Antizionisten) abgelehnt...

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