Vehrkehrswidrigkeiten in verlängerter Probezeit, was kommt auf mich zu?

4 Antworten

Ich arbeite im Auftrag der Telekom als Fernmeldetechniker, man ist tagtäglich unter stress weil man sehr viele Aufträge Termingerecht schaffen muss. Da bleibt es leider nicht aus das man sich ab und zu verdammt beeilen muss. Ich fahre also nicht aus langeweile manchmal zu schnell!!! Genauso war das telefonieren für die Arbeit. Und ich habe auf informative Antworten gehofft, und nicht auf stumpfsinnige Aussagen. Ich hoffe mir kann noch jemand weiterhelfen. Ist eine MPU wirklich Pflicht, oder freiwillig? Was würde mir diese positives bringen?

Das mag eine Erklärung für deine Verstöße sein - eine Entlastung ist es jedoch nicht.

Wenn du deine Aufträge nicht schaffst, dann musst du entweder schneller arbeiten oder mit deinem Disponenten über die Anzahl der Aufträge bzw. die Fahrzeiten zwischen den Auftragsorten sprechen.

Keinesfalls aber darfst du dich durch Verstöße gegen die Verkehrsregeln zum Risiko für die Allgemeinheit machen!

@JotEs

Mein erster Fehler, den ich begangen hatte, weswegen ich die verlängerte Probezeit habe war jugendlicher Dumpfsinn, keine Frage. Daraus habe ich auch gelernt. Ich will jedoch behaupten dass ich sicherer Fahre als viele andere hier. Telefonieren am Steuer Risiko? Bin ich jetzt gefährlicher als jeder Raucher oder was? Und die Situation als ich geblitzt worden bin, war eine 4spurige 50er Zone. Ich hatte die wahl zwischen vollbremsung, da der vor mir sich im letzten moment entschieden hat rechts abzubiegen und gas zu geben um nach links zu wechseln und den neben mir nicht zu gefährden. Beim nächsten mal nehme ich also lieber die Vollbremsung und verursache im besten Falle noch ein Auffahrunfall. Ist ja schön das ich rüberkomme wie ein chronischer Raser, ist aber nicht der Fall und deshalb hatte ich gehofft hier eine vernünftige Antwort zu erhalten...

@Martin277

Meine Antwort war durchaus vernünftig gemeint.

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Zur Vollbremsung:

Ja, wenn du eine Vollbremsung gemacht hättest, dann wäre es vielleicht zu einem Auffahrunfall gekommen. Der Verursacher und allein Schuldige wäre dann allerdings der Auffahrende gewesen (zu geringer Abstand).

Dann hättest du nicht den Ärger, den du nun hast.

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Und zum Rauchen:

Das ist wesentlich ungefährlicher, weil das quasi ohne Ablenkung geht. Beim Telefonieren jedoch ist man doch ziemlich vom Verkehr abgelenkt, deshalb ist es auch so gefährlich - und zwar auch MIT Freisprechanlage.

Der Gesetzgeber hat sich allerdings entschieden, das Telefonieren mit Freisprechanlage nicht zu sanktionieren, sondern nur das Telefonieren mit dem Mobiltelefon in der Hand (genauer: Schon das Aufnehmen des Mobiltelefons wird sanktioniert).

Nach meiner Ansicht sollte der Führer eines Kraftfahrzeuges während der Fahrt überhaupt nicht telefonieren dürfen, weder mit dem Telefon in der Hand noch mit einer Freisprechanlage.

Vermutlich spielten Beweisprobleme eine Rolle bei dieser Entscheidung.

Wenn Deine Probezeit schon verlängert wurde und Du Dich immer noch nicht verkehrsgerecht verhalten kannst, dann ist es wirklich das Beste, dass die Welt vor Deinen Fahrkünsten noch ein wenig verschont bleibt!

Tut mir leid, ich bin der Meinung, du bist noch nicht reif für den Führerschein.

Wenn ich es richtig verstanden habe, dann hast du bereits ein Aufbauseminar hinter dir (inkl. Probezeitverlängerung).

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Bist du außer mit dem, was du in deiner Frage berichtest, sonst noch im Verkher aufgefallen?

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Wenn nein, dann gilt:

Die Benutzung eines Mobiltelefons während der Fahrt kostet 40 Euro Bußgeld, bringt einen Punkt in Flensburg und ist ein weniger schwerwiegender Verstoß ("B-Verstoß") (Bkat-Nr. 246.1).

Zahle das Bußgeld und die Sache ist aus der Welt, denn zwischenzeitlich hast du mit dem Geschwindigkeitsverstoß einen weiteren, diesmal schwerwiegenden Verstoß ("A-Verstoß") begangen.

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Wegen dieses Verstoßes werden jetzt, neben dem üblichen Bußgeld (80 Euro innerorts, 70 Euro außerorts) und dem Punkt für diesen Verstoß, die Probezeitmaßnahmen der zweiten Stufe gegen dich ergriffen.

Man wird:

1) dich schriftlich verwarnen (natürlich kostenpflichtig)

2) dir nahelegen, innerhalb von zwei Monaten an einer verkehrspsychologischen Beratung teilzunehmen (das ist NICHT die MPU!). Die Teilnahme ist freiwillig.

Das ist tatsächlich alles, was du jetzt zu befürchten hast - im Vergleich zur ersten Stufe der Probezeitmaßnahmen ist das natürlich geradezu lächerlich.

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Aber: Solltest du nach der zweimonatigen Frist bis zum Ablauf deiner verlängerten Probezeit auch nur noch einen einzigen weiteren A-Verstoß oder zwei weitere B-Verstöße begehen, dann wird die dritte Stufe der Probezeitmaßnahmen gegen dich ergriffen - und das ist die Entziehung der Fahrerlaubnis nebst einer dreimonatigen Sperrfrist für die Neuerteilung.

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Nach einer evtl. Neuerteilung führt dann ein weiterer A-Verstoß bzw. zwei weitere B-Verstöße zu der Aufforderung, ein positives medizinisch-psychologisches Gutachten vorzulegen (das IST dann die MPU!). Kommst du dieser Aufforderung nicht fristgerecht nach, wird dir die Fahrerlaubnis wieder entzogen. Vor einer erneuten Neuerteilung musst du dann zunächst das positive MPU-Gutachten vorlegen.

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All das kann nachgelesen werden in § 2a StVG ("Fahrerlaubnis auf Probe").

Hatte das zuerst gar nicht gelesen, aber das ist eine top Antwort, freut mich :) Ich habe leider vorerst nichts gefunden wo ich dies nachlesen kann. Und ja, das waren so die einzigen Verstöße bis auf ein paar Parksünden.

Diese Beratung, was bringt mir die? Kann man dort "durchfallen"?! Und wie hoch sind die Kosten?

Also darf mir jetzt meine ganze Probezeit länge nichts mehr schwerwiegendes passieren, richtig? Welche zweimonatige Frist meinst du jetzt?

@Martin277

Parksünden sind diesbezüglich ohne Bedeutung. Es geht um Verstöße, die ins Verkehrszentralregister einzutragen sind; das sind solche, für die ein Bußgeld in Höhe von mindestens 40 Euro verhängt wird.

Nachzulesen in § 2a StVG (Straßenverkehrsgesetz), hier ein Link:

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http://www.verkehrsportal.de/stvg/stvg_02a.php

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Die verkehrspsychologische Beratung bringt neben den inhaltlichen Erkenntnissen einen Rabatt von zwei Punkten in Flensburg. Durchfallen kann man nicht. Die Kosten dürften dreistellig sein, Näheres ist mir leider nicht bekannt.

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Mit der zweimonatigen Frist meine ich die Frist, die die Fahrerlaubnisbehörde für die Teilnahme an der Beratung setzen wird. Nach Ablauf dieser Frist darfst du keinen schwerwiegenden Verstoß bzw. keine zwei weniger schwerwiegende Verstöße mehr begehen, sonst wird man dir die Fahrerlaubnis entziehen.

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Bis zum Ablauf dieser zweimonatigen Frist hast du übrigens "probezeitmäßige Schonfrist". Begehst du also Verstöße innerhalb dieser zwei Monate, so haben diese keine Probezeitmaßnahmen zur Folge. Lediglich die "normalen" Folgen, die der Bußgeldkatalog vorsieht, würden dich ereilen.

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