Vaterschaftsanfechtung durch Gericht trotz Ablauf der Frist wegen Test über resultan?

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Hallo Djaldhwkwn,

vorweg: Gerichte haben immer die Möglichkeit, Gutachten aus bestimmten Gründen nicht anzuerkennen.

Tatsächlich empfehlen das Gendiagnostikgesetz bzw. die geltenden Richtlinien die zusätzliche Analyse der Mutterprobe. Daran möchten sich die Gerichte natürlich halten und darum ist das im Falle von Vaterschaftstests ein wichtiges Kriterium für die Zulassung eines Gutachtens. Wir erleben es immer wieder, dass Kunden, die einen Test ohne Mutterprobe gemacht haben, diese hinterher nachtesten lassen, damit das Gericht das Ergebnis für seine Urteilsfindung verwenden kann und möchte. Insofern haben Sie also mit Ihrer Vermutung Recht.

Es gibt dafür ein paar sehr gute Gründe. Die wichtigsten sind aber vermutlich die Schaffung einer gewissen Fälschungssicherheit für die Kindprobe (A) und die Verbesserung der Aussagekraft des Tests (B).

A: Wenn nämlich die Mutterprobe analysiert wurde und entsprechend ihr DNA-Profil vorliegt, kann dieses mit dem des Kindes verglichen werden. Dann muss es in allen getesteten DNA-Bereichen Übereinstimmungen geben (es gibt seltene Ausnahmen, aber die lassen wir hier der Einfachheit halber außen vor). Falls das nicht der Fall ist, lief irgendwas schief und dann ist das Naheliegendste, dass die Kindprobe manipuliert wurde.

B: Die Aussagekraft des Tests wird dadurch verbessert, dass man, wenn alle drei Proben vorliegen, direkt sehen kann, welche Merkmale das Kind von der Mutter hat und welche es dementsprechend vom Vater haben muss. Jeder Mensch hat nämlich für jeden DNA-Bereich zwei Merkmale geerbt – eines vom Vater und eines von der Mutter. Wenn nicht klar ist, welches von der Mutter stammt, gibt es für den Vater zwei Möglichkeiten und so wird der Test ungenauer. Zwar kann man durch moderne DNA-Analysen und mathematische Verfahren in den allermeisten Fällen auch dann eine Vaterschaftswahrscheinlichkeit errechnen, die die gesetzlichen Bedingungen erfüllt. Sie ist aber in aller Regel 1000-mal stärker, wenn die Mutterprobe mit analysiert wird.

Aus den genannten Gründen raten wir (und auch alle anderen Labore, die sich mit Abstammungsanalysen befassen) immer zum Vaterschaftstest mit Vater, Kind und Mutter. Es geht also nicht um einen Mutterschaftstest, sondern tatsächlich um eine Verbesserung des Vaterschaftstests.

Die Anfechtungsfrist widerum ist ein rein rechtliches Kriterium. Darum dürfen wir als Labor keine Aussagen darüber treffen, wie diese vom Gericht beurteilt werden könnte.

Wir hoffen dennoch, dass wir Ihnen zumindest ein Stück weit weiter helfen konnten.

Viele Grüße

Ihr Team der bj-diagnostik GmbH 

Woher ich das weiß:Berufserfahrung

Es ist grundsätzlich möglich, einen Vaterschaftstest mit Proben vom Vater und den Kind ohne Proben der Mutter zu machen.

Durch die Hinzunahme der Mutter wird ein Test aber erheblich genauer. Daher wird man bei einem vom Gericht angeordneten Vaterschaftstest in der Regel auch die Proben der Mutter verlangt. Es müßten schon triftige Gründe vorliegen, auf die Proben der Mutter zu verzichten.

Außerdem muß für gerichtsfestet Tests auch die Probenentnahme entsprechend gerichtsfest dokumentiert sein.

Vater B hat Vaterschaft anerkannt, nach einem Vaterschaftstest bei Resultan hat er die Vaterschaft aber nie angefochten der Test war 2014.

Das war ein RIESEN Fehler. Ein negativer Vaterschaftstest hebt die rechtliche Vaterschaft nicht auf. Wurde der Test mit Einverständnis der Mutter gemacht, setzt ein negativer Test aber definitiv die 2 Jahresfrist für die Anfechtung in Gang.

Jedoch entscheidet doch das Gericht darüber ob der Test bei resultan der nur Proben von Vater B und dem Kind enthielt ob der Test gewertet werden kann oder ?

Es ist nicht entscheidend, ob der Vaterschaftstest in dem Sinne gerichtsfest ist, das das Gericht im Anfechtungsverfahren keine weiteren Tests mehr verlangt. Nach §1600b BGB gilt:

Die Frist beginnt mit dem Zeitpunkt, in dem der Berechtigte von den Umständen erfährt, die gegen die Vaterschaft sprechen;

Entscheidend ist also, ob das Test gegen die Vaterschaft spricht.

Hallo,

also meines Wissens braucht die Mutter nicht einbezogen zu werden bei einem Vaterschaftstest.

Also wenn der Test auch ohne Mutter gültig ist, kann an der Stelle nichts mehr angefochten werden ?

Warum willst du die DNS der Mutter prüfen? Es geht doch um einen VATERschaftstest, da braucht man nur die DNS des Vaters.

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