Vater gestorben , ich bin als alleinerbe eingesetzt, es gibt aber noch pflichterben. testament wurde abgegeben, wie geht es weiter?

5 Antworten

Wenn Sie ein Testament beim Nachlassgericht abliefern, sollten Sie auch immer die Namen und Anschriften aller Beteiligten mit angeben. Anderenfalls muss das Nachlassgericht diese Perso­nen erst ermitteln, was häufig zu großen Verzögerungen führt.

Sofern es sich nicht um ein notariell beglaubigtes Testament handelt, schadet Ihnen fehlende Mitwirkung, weil sich die Erbscheinserteilung verzögert.

Beteiligte am Testamentseröffnungs-Verfahren sind grundsätzlich nicht nur die in dem Testament erwähnten Personen, sondern auch diejenigen gesetzlichen Erben i. S. d. § 2303 BGB, die durch ein Testament (und wenn auch nur zunächst, n. b. Anfechtung) von der Erbfolge ausgeschlossen wurden.

Der Inhalt der Testamente wird allen Beteiligten durch Übersendung von Abschriften bekannt gegeben.

Damit erführen ihre Nichte/n und Neffe/n durch das Nachlassgericht von ihrem Pflichtteilsanspruch, der von ihrer vorverstorbenen Mutter, ihrer Schwester, n. § 1924 III BGB auf sie überging.

Der beträgt allerdings die Hälfte des gesetzl. Erbrechts in Geld, mithin nur 1/4 des Reinnachlasses, der anteilig auf die Kinder Ihrer verstorbenen Schwester entfällt, sofern sie den fristwahrend innerhalb von 3 Jahren, beginnend mit dem Ende des Jahres, in dem sie von der Erbeinsetzung erführen, gestellt wurde.

Sofern minderjährig, nimmt der Vermögenssorgeberechtigte (Kindsvater) ihre Recht wahr.

Etwa Vorlage eines bewerteten Nachlassverzeichnisses, § 2314 BGB. Oder Auskpünfte über lebzeitige Schenklungen des Erblassers innerhalb der letzten 10 Jahre.

G imager761

In Deutschland gibt es keine Pflichterben, sondern einen Pflichtteil. Der Pflichtteil ist ein Geldanspruch des Berechtigten gegen den Erben er beträgt die Hälfte des gesetzlichen Erbteils in Geld. Hatte ihr Vater 2 Kinder, wäre der gesetzliche Erbteil der Enkel zusammen 50% der Pflichtteil somit 25%.

Der Pflichtteilberechtigte wird also nicht Erbe.

sucht das nachlassgericht diese erben und schreibt sie an oder muss ich das machen ?

Die suchen nicht allzusehr, sobald ein Erbe bekannt ist. Sie können und sollten den Nachlassgericht das aber noch mitteilen, dann erhalten die Enterbten das Testament auch zugeschickt. Die Enkel sollten sie natürlich zur Beerdigung des Großvaters einladen.

Bei der Beantragung eines Erbscheins wäre es hilfreich, wenn die gesetzlichen Erben den Antrag gleich zustimmen, da dies das Verfahren beschleunigt.




Als erstes nicht in Trauer verfallen. Das musst du leider mitverarbeiten und nach dem Stress kannst du trauern. Hört sich hart an und ist auch so.

Wenn es um 10.000 Euro geht musst du nicht so viel beachten. Ist das Erbe höher, dann würde ich mich an den RA, Notar wenden, der das Testament unterzeichnet hat.

Wie Mieze sagt, 50% die direkten Nachfahren.

mieze sagt aber nur 25 % , das ist ja mein  problem : einer sagt 50% der andeer nur 25%

@Otilie1

Wenn der Betrag so hoch ist, dass du 500 Euro verschmerzen kannst, würde ich zu einem Rechtsanwalt (RA) gehen oder zum Notar.

Ein Pflichtteil muss von den Personen, die dieses fordern können, eingefordert werden. Du musst keinen benennen. Die Personen haben 3 Jahre ab Kenntnis vom Todesfall Zeit, den Pflichtteil zu fordern. Tun sie es nicht innerhalb dieser Frist, ist er verwirkt.

Du musst nur diesen Teil "sichern", damit zu ggf. auszahlen kannst.

also sucht das nachlassgericht nicht nach möglichen pflichterben  und schreibt sie an ?

@Otilie1

Lass Dich juristisch "braten"!!! ;)

@Otilie1

Nein. da es einen Erben gibt. Wissen die Enkel und Enkelinnen von Tod des Großvaters? Wenn ja, dann ist es gut, dann laufen die 3 Jahre. SIE müssen sich kümmern, SIE müssen fordern. Dazu werden sie von keinem aufgefordert. Wenn sei es nicht wissen, solltest du sie nur vom Tod des Großvaters informieren, mehr nicht. Dann abwarten und eine gute Tasse Ostfriesenteee trinken.

Wenn es um Geld > 20.000€ handelt, gehe bitte zu einem Notar oder Rechtsanwalt (RA), der Fachanwalt ist.

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