Vandalismus durch Kinder, Haftpflichtversicherung, Verletzung der Aufsichtspflicht?

5 Antworten

Ein Kind unter 7 ist nicht deliktfähig. Ein angerichteter Schaden geht also weitgehend zu Lasten des Geschädigten. Dieser müsste den Eltern konkret nachweisen, dass sie ihre Aufsichtspflicht verletzt haben.

Die Haftpflichtversicherung hilft in diesem Fall, die unberechtgte Forderung (notfalls vor Gericht) zurück zu weisen.

Eltern müssen ihre Kinder keineswegs "rund um die Uhr" unter Beobachtung halten.

Die Versicherung zahlt nur , wenn DELIKTUNFÄHIGE Kinder ( in der Regel bis 7 Jahre) auch in der Versicherung abgeschlossen wurde.Von einer Verletzung der Aufsichtspflicht kann man bei Kindern in dem Alter auch nicht mehr sprechen.

Auch bei 6jährigen Kindern bestehen noch Aufsichtspflichten, die man verletzten kann.

@Candlejack

Dann müsste ein Elternteil aber direkt daneben stehen. Und dann hat eben das Kind keine Schjuld sondern der Erwachsene

@DerHans

Wir wollen doch nicht gleich schwarz-weiß malen. Zwischen daneben stehen und völlig unbeobachtet liegt viel und das sehen auch Gerichte so.

@Candlejack

6-Jährige dürfen ohne weiteres auch mal (ohne direktem Sichtkontakt) auf dem Nachbargrundstück spielen. Sonst müsste der Nachbar eben sein Grundstück so sichern, dass Kinder keinen Zutritt haben.

Hallo ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass die gegnerische Haftpflicht für die Kinder/ Eltern der anderen Partei zahlen muss, d.h. dass der Geschädigte einen Direktanspruch gegen die gegnerische Versicherung hat. Einen solchen Direktanspruch gibt es nur bei der gesetzlich vorgeschriebenen Kfz.-Haftpflichtversicherung.

Alle anderen Haftpflichtversicherungen (Schiffe u.ä. mal ausgenommen) dienen ausschließlich dem Schutz des Versicherten. Diese sollen ihm die Zahlungslast im Schadensfalle abnehmen. Ein Direktanspruch des Geschädigten gegen die Haftpflicht besteht nicht. Er muss sich dann an den Schädiger halten.

Das ist immer abhängig vom Umfang des Versicherungsschutzes, den man vereinbart hat. Für eine Verfolgung von Aufsichtspflichtverletzungen reicht es m.E. eher nicht.

wir sind bei der huk und deliktunfähige Kinder sind da wohl mit eingeschlossen. Aber kann mir nicht vorstellen, dass die so einfach bezahlen..

@Jobbiane

Bei der HUK ist dieser Einschluß meines Wissens schon in der Familien-Klassik mit drin. An dieser Stelle braucht es dann einen guten Berater, der den Fall mit Euch durchspricht und die Schadensmeldung mit aufnimmt. Ein paar falsche Stichworte und der Schaden ist gegessen.

Man sollte nicht vergessen, dass es hier um keinen Fremden, sondern um den Nachbarn geht. Ein nachhaltig gestörtes Nachbarschaftsverhältnis könnte die Folge sein, was sicherlich niemandem weiterhilft. Meldet den Schaden eurer Haftpflichtversicherung und macht das Kreuz auf dem Bogen unbedingt bei Aufsichtspflicht verletzt. Wenn, dann zahlt die Versicherung eh nur in diesem Fall! Eine andere Chance habt ihr eh nicht, außer den Schaden selbst zu bezahlen. Aber das könnt ihr danach immer noch.

Wie alt waren die anderen beteiligten Kinder? Wo waren deren Eltern? Vielleicht sind die Erfolgschancen auf einen Haftpflichtschaden bei denen größer?

Wieso haben die Eltern nur eine Chance bei Verletzung der eigenen Aufsichtspflicht ? Das ist zwar grundsätzlich ein möglicher Weg, aber nicht der einzige. Aber dazu müsste man die Versicherung und den Fall besser kennen.

@Candlejack

Da deliktunfähige Kinder selbst keinen Fehler begehen können ;) Und die Haftpflicht zahlt nur, wenn man einen Fehler begeht. Dieser wäre dann in diesem Fall die Verletzung der Aufsichtspflicht (den Fehler haben dann die voll deliktfähigen Eltern begangen, nicht das Kind). Andernfalls lehnt die Versicherung zu 100% ab, ohne auch nur die geringste Prüfung vorzunehmen.

@nersd

Die Haftpflichtversicherung erfüllt hier ihre Pflicht gegenüber ihrem VN indem sie den unberechtigten Anspruch abwehrt. (auch vor Gericht)

@DerHans

Klar, aber damit ist das Problem als solches mit dem Nachbarn nicht gelöst ;) Ich vermute sogar, dass es damit noch schlechter würde ;) Als solche sind die Ansprüche ja nicht unberechtigt, schließlich hat der Nachbar seine Sachen nicht selber zerhackt. Es geht jetzt darum, für beide Seiten eine sinnvolle Lösung zu finden. Und da ist die Verletzung der Aufsichtspflicht die ehrlichste und logischste Variante.

@nersd

Da stimme ich dann direkt zu und dann wird der Schaden auch von der Haftpflicht der Eltern getragen :-)

@Candlejack

Die Verletzung der Aufsichtspflicht wird aber auf jeden Fall (evtl sogar vor Gericht geprüft). Mit einer einfachen Behauptung kommt man da nicht weit.

Es wurde ja auch gar nicht gesagt, um welchen "Schaden" es sich überhaupt handelt. Oft sind es gerade Bagatellen um die am heftigsten gestritten wird.

@DerHans

Doch, es geht u.a. um ein wertvolles Erbstück ;)

Was heißt hier "Behauptung"? Die Schadenverursacher haben diese Frage eröffnet und sollten in der Schadensmeldung auf jeden Fall ankreuzen, dass sie die Aufsichtspflicht verletzt haben. Sonst wars das schon an der Stelle gewesen. Sollte die Versicherung nachfragen, können Sie ja zugeben, dass sie das Kind nicht beaufsichtigt haben und dies ihr Fehler war. Und schon wird bezahlt und die ganze Sache geht für alle Beteiligten gut aus. Ich verstehe nicht, warum sich alle immer wie wild sträuben, die Aufsichtspflichtverletzung zuzugeben. NUR in diesem Falle zahlt die eigene Haftpflicht überhaupt! Als wenn dann das Jugendamt käme und alle Kinder einkassiert und die Eltern 10 Jahre ins Gefängnis stecken würde.......

Was möchtest Du wissen?