Urlaubsanspruch in der neuen Firma / Urlaubstage mitnehmen?

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Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Zunächst einmal ist die Sache ganz eindeutig aufgrund der Bestimmung des Bundesurlaubsgesetzes BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4:

Kann der Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr gewährt werden, so ist er abzugelten.

Wenn Du also in der verbleibenden Beschäftigungszeit aus dringenden betrieblichen oder persönlichen Gründen Deinen Resturlaub nicht nehmen kannst, muss der Arbeitgeber ihn Dir auszahlen!

Beim "alten" Arbeitgeber nicht genommenen Urlaub kannst Du selbstverständlich nicht zum "neuen" Arbeitgeber "mitnehmen"!

Bei der Auszahlung muss nur noch beachtet werden, ob es bei der Vereinbarung zu Deinem Urlaub in der Formulierung eine Unterscheidung gibt zwischen gesetzlichem Mindesturlaub und vertraglich vereinbartem zusätzlichem Urlaub (z.B.: "Der Arbeitnehmer hat Anspruch auf den gesetzlichen Urlaub von xx Tagen; darüber hinaus werden ihm yy Tage zusätzlich gewährt."). In diesem Fall besteht ein durchsetzbarer Anspruch auf Auszahlung nur für den noch nicht genommenen gesetzlichen Urlaubs - wenn sonstige Vereinbarungen (z.B. ein anzuwendender Tarifvertrag) nichts Anderes bestimmen.

Die musst du noch nehemn. Warum soll dein neuer Arbeitgeber die Kosten des Alten übernehmen?

Die Urlaustage gelten immer anteilig zum Ein- bzw Austrittsdatum. Du musst Sie im alten Arbeitsverhältnis vor Austritt aufbrauchen oder Dir auszahlen lassen und bekommst für den Rest des Jahres anteilig nach Regelung im Arbeitsvertrag Deine Urlaubstage für den Rest.

Mitnehmen kannst Du Deinen Urlaub nicht, da müsste ja der neue Arbeitgeber dafür zahlen, obwohl es ihn eigentlich gar nichts angeht.

ÄHEM - du willst deinem neuen Arbeitgeber eine Lohnfortzahlung aufdrücken, die der alte Arbeitgeber zu leisten hat?

Was wäre denn, wenn dir dein alter Arbeitgeber bereits deinen VOLLEN Jahresurlaub gewährt hätte? Würdest du bei dem 2. AG deinen anteiligen Urlaub gar auch noch haben wollen?

Wir sollten als AN gerecht bleiben, wenn wir es vom AG erwarten. Gesetzesregelungen gibt es für alles. Individuelle Absprachen stehen ggf. drüber. Lies hier nach:

http://www.arbeitsrecht.org/arbeitnehmer/urlaub/blog-news/arbeitgeberwechsel-was-ist-mit-den-urlaubsanspruechen/

Gruß S.

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