Urlaubsanspruch bei Renteneintritt?

4 Antworten

Das kommt darauf an, was in Deinem Arbeitsvertrag/ anwendbaren Tarifvertrag steht und wie viel Urlaub Du hast.

Du hast auf alle Fälle Anspruch auf den vollen gesetzlich vorgeschriebenen Mindesturlaub von vier Wochen. Bei einer Fünf-Tage-Woche sind das 20 Urlaubstage.

Gibt es im Betrieb mehr als den gesetzlichen Mindesturlaub, kommt es dann darauf an ob es eine "Zwölftelregelung" gibt.

Mit Zwölftelregelung stehen Dir für jeden vollen Monat 1/12 der vereinbarten Urlaubstage, mindestens aber der Mindesturlaub zu. Ohne Zwölftelregelung hast Du Anspruch auf den kompletten vereinbarten Jahresurlaub.

habe ich Anspruch auf vollen Urlaub ?

Schlicht und einfach: Ja!

Da Dein Arbeitsverhältnis bei der Beendigung am 31.07.2018 länger als 6 Monate in diesem Kalenderjahr bestanden haben wird, hast Du gegen Deinen Arbeitgeber Anspruch auf den vollen Jahresurlaub.

Dieser Anspruch betrifft aber zunächst nur den gesetzlichen Mindesturlaub.

Das ergibt sich aus dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit entsprechender Anwendung des § 5 "Teilurlaub" Abs. 1 (Ausschluss der Bedingungen nach den Buchstaben a - c, nach denen nur ein anteiliger Anspruch auf den gesetzlichen Urlaub besteht), ist einheitliche Rechtsauffassung und durchgängige Rechtsprechung!

Wenn Du zusätzlichen Urlaub über den gesetzlichen Anspruch hinaus hast, kommt es darauf an, was dazu und wie arbeitsvertraglich oder in einem anzuwendenden Tarifvertrag geregelt ist.

Gibt es keine vertragliche Vereinbarung zu einer anteiligen Berechnung ("Zwölftelung") oder wurde in der Vereinbarung zum Urlaubsanspruch nicht wischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaubsanspruch unterschieden (z.B. "Zusätzlich zum gesetzlichen Urlaub wird ein weiterer Urlaub in Höhe von ... Tagen gewährt."), dann hast Du vollen Anspruch auch auf diesen zusätzlichen Urlaubsteil.

Trifft aber eine der beiden gerade genannten vertraglichen Einschränkungen (Zwölftelung oder Formulierung) zu, darf bei einer Zwölftelung der Urlaubsanspruch zwar anteilig (7/12) berechnet, der Anspruch auf den gesetzlichen Mindesturlaub davon aber nicht berührt werden - der bleibt Dir auf jeden Fall erhalten.

Urlaub, den Du bis zur Beendigung des Arbeitsverhältnisses ganz oder teilweise nicht mehr nehmen kannst (aus dringenden betrieblichen oder persönlichen - z.B. Erkrankung wie in Deinem Fall - Gründen), muss ausgezahlt werden (BUrlG § 7 "Zeitpunkt, Übertragbarkeit und Abgeltung des Urlaubs" Abs. 4) - und darf auch nur dann ausgezahlt werden; es ist also keine Frage der Verabredung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer.

natürlich nicht. Jahresurlaub / 12 x 7 = dein anspruch

Das ist schlicht und einfach falsch!

Selbstverständlich besteht Anspruch auf den vollen (mindestens den vollen gesetzlichen) Urlaub - siehe meine eigene Antwort und die von Hexle2!

Nein. Nur auf 7/12 deines Jahresurlaubes.

Das ist schlicht und einfach falsch!

Selbstverständlich besteht Anspruch auf den vollen (mindestens den
vollen gesetzlichen) Urlaub - siehe meine eigene Antwort und die von Hexle2!

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